Feuriges Ehrenamt vereint über 125 Jahre

Gleich fünf Silberne Ehrenkreuze konnte Bürgermeister Claus Jacobi (2.v.l.) am Nikolaustag im Rathaus überreichen. Sie dienen als Anerkennung für insgesamt 125 Jahre ehrenamtlicher Arbeit für die freiwillige Feuerwehr Gevelsberg. (Foto: Claudia Eckhoff)

Gevelsberg. (ce) Sie sind alle fünf schon in die freiwillige Feuerwehr Gevelsberg eingetreten, als sie noch lange nicht trocken hinter den Ohren waren. Am Nikolaustag wurde ihnen im Rathaus von Bürgermeister Claus Jacobi nun das Silberne Ehrenkreuz für ihre 25-jährige Zugehörigkeit überreicht. Sven Böhle, Kevin Bronnert, Peter Dietrich und die Brüder Sven und Lars Langewiesche nahmen die Ehrung in lockerer Atmosphäre nicht ganz ungerührt entgegen.

Lebenslänglich?

„Die Lebensentwürfe und Freizeitansprüche der Menschen haben sich stark gewandelt“, so Bürgermeister Claus Jacobi. „Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, sich langfristig oder gar lebenslänglich zu verpflichten. Sie dagegen haben jetzt schon mehr als die Hälfte ihres bisherigen Lebens der Feuerwehr gewidmet.“

Einfach heldenhaft

Ob Jugendfeuerwehr ab zehn Jahren oder gar die Allerkleinsten in der „Bambinis“-Abteilung ab sechs Jahren: Die freiwillige Feuerwehr versteht es in Gevelsberg schon lange für Nachschub in den eigenen Reihen zu sorgen. Schon bei der Brandschutzerziehung in den Kindergärten bekommen viele Knirpse und auch die Knirpsinnen große Augen. Der Feuerwehrmann an sich hat das Zeug zum Helden wie auch der Polizist oder der Pilot. Wie tief solche Vorbilder wirken, zeigt sich spätestens im Karneval, wenn so viele Kinder gerne in die Rollen ihrer Helden schlüpfen. In Gevelsberg geht die Saat gut auf. „Es gibt bereits erste Eheschließungen unter den Freiwilligen Feuerwehrleuten – und ersten Nachwuchs. Zudem engagieren sich Eltern auch gern als Betreuer der Bambinis-Truppe“, berichtet Brandrat Rüdiger Schäfer. Häufig, aber nicht immer kommt der Impuls für die Kinder, sich der Feuerwehr anzuschließen, aus der Familie. „In unserem Fall war es unser Nachbar, den wir bewundert haben und der uns dann mal mitgenommen hat“, berichten die Brüder Langewiesche.

Steile Karrieren

Die fünf Jubilare bringen 125 Jahre Ehrenamt und Feuerwehrarbeit zusammen. Eins haben sie gemeinsam: Die sogenannte „Leistungsspanne“. Die bekommt man nur in der Jugendfeuerwehr. Das kann man später nicht nachholen. Wer sie vorweisen kann, beweist damit, dass er schon ganz früh im Leben mitgemischt hat in der Brandbekämpfung. Sie alle haben sich in den 25 Jahren hochgearbeitet, sich entwickelt und ständig weiter qualifiziert. Auf der Feuerwehr-Karriereleiter sind sie beständig bergauf geklettert. Oberbrandmeister Lars Langewiesche arbeitet in der Spezialgruppe der ABC-Erkundereinheit. Unterbrandmeister Kevin Bronnert ist Atemschutzgeräteträger. Löschzugführer Sven Böhle ist auch von Beruf Feuerwehrmann geworden. Sven Langewiesche hat es inzwischen zum Hauptfeuermann gebracht. Und als Brandoberinspektor ist Peter Dietrich eine ganz feste vielseitige Größe in der Feuerwehr Gevelsberg.

Säule der Gesellschaft

Sie sind nur fünf von vielen. Insgesamt 265 Menschen gehören derzeit zur freiwilligen Feuerwehr in Gevelsberg, einer der größten gesellschaftlichen Organisationen und einer echten Säule des städtischen Lebens. Das hat Auswirkungen auf alle: „Schon allein die Kirmes wäre ohne die freiwillige Feuerwehr und viele andere ehrenamtliche Hilfskräfte doch gar nicht möglich“, macht Bürgermeister Claus Jacobi klar.