Finaleinzug möglich

Schwelm. 650 begeisterte Zuschauer und ein 87:75-Erfolg der Schwelmer Baskets über die Korbjäger vom TV Langen – wer am Samstagabend, 13. April 2013, zu Gast in der Sporthalle West war, verstand sein eigenes Wort nicht mehr vor lauter Jubel.

Einmal mehr wurde die Spielstätte der Kreisstädter zur gefürchteten Hölle West“ und bot der ersten Halbfinalbegegnung zwischen dem Hauptrundenmeister der Nord- sowie dem Vize der Südgruppe eine unbeschreibliche Kulisse. In der Serie, die im Modus Best-of-Three“ gespielt wird, haben die Mannen um Kapitän Fabian Gentgen jetzt die Nase vorn. Ich bin glücklich, sehr zufrieden und vor allem stolz auf meine Mannschaft. Was dieses Team leistet, ist einfach irre. Die Mannschaft wächst über sich hinaus, zeigt Siegeswillen, spielt mit Spaß, Lust und Aggressivität“, zeigte sich Coach Raphael Wilder ganz euphorisch.

Nachdem Center Sebastian Schröter den Sprungball für die Hausherren erobern konnte, netzte Andi Kronhardt, der sich bei insgesamt 18 Punkten und elf Rebounds ein Double-Double sicherte, zum 2:0 ein. Kurze Zeit später hatten sich die Kreisstädter ein 7:2 herausgespielt, nach fünf Minuten lagen wiederum die Korbjäger vom TV Langen vorn. Bis zum Ende des ersten Viertels, das die Baskets mit 20:17 für sich entschieden, wechselte der Spielstand von Angriff zu Angriff. Wilder resümiert: In der ersten Halbzeit haben wir ein knappes, offenes und sehr gutes Basketballspiel gesehen.“ Auch der zweite Abschnitt gestaltete sich extrem ausgeglichen. Während in der 15. Spielminute noch ein 28:28-Unentschieden auf der Anzeigetafel aufleuchtete, lag der Vorteil bis zur Pause (39:36) ein wenig mehr auf Seiten der Baskets. Mit einem Sechs-Punkte-Vorsprung im Gepäck verabschiedete sich die Mannschaft zum Pausentee.

Das dritte Viertel sollte dasjenige der Schwelmer werden. Nach dem Wiederanpfiff konnten sie zunächst auf 51:37 davonziehen – einzig Woody Martinis und Malik Rashad Cooke wussten den Run der Hausherren kurzzeitig zu unterbrechen. Keine zwei Minuten später hatten die Hessen allerdings wieder auf 51:43 verkürzt.

Coach Wilder nahm eine Auszeit, in der er sein Team an dessen Stärken erinnerte, und sagte rückblickend: Bis zur 27. Minute war das Spiel völlig offen. Doch die letzten drei Minuten des dritten Viertels haben über Sieg und Niederlage entschieden. Wir haben während dieser drei Minuten unheimlich hochprozentig getroffen und uns in der Defense noch einmal gesteigert.“

Der 19:5-Lauf der Baskets fürs Protokoll: Bis zum Ende des Abschnitts netzte Center Dario Fiorentino einen Zweipunktwurf und zwei Freiwürfe ein, Julius Coles versenkte ebenfalls zwei Bälle von der Freiwurflinie, Center Sebastian Schröter traf sogar gleich viermal von selbiger, Top-Scorer DJ Hamilton schoss einen Dreier und Lars Wendt gleich zwei. Das Viertel ging mit 31:15 an Wilders Truppe, beim Stand von 70:48 war die Spielentscheidung bereits gefallen.

Vor und nach den entscheidenden drei Minuten war das Spiel unheimlich eng“, so Wilder. Obwohl die Gäste den letzten Abschnitt gewannen – 17:27 aus Sicht der Kreisstädter – fallen insbesondere die Aktionen der Giraffen ab Spielminute 38 unter die Rubrik Ergebniskorrektur. Kurz vor dem Ertönen der Schlusssirene fehlte im Spiel der Blau-Gelben einfach die Konzentration.

Nichtsdestotrotz äußerte sich Raffi Wilder voll des Lobes über seine Schützlinge, spricht allerdings auch eine deutliche Warnung aus: Unsere Defense war ganz klar der Schlüssel zum Erfolg. Die Jungs haben meine taktischen Vorgaben zu 100 Prozent umgesetzt. Wir haben als Mannschaft eine geschlossene Leistung abgeliefert. Trotzdem möchte ich Lars, DJ und Andi besonders hervorheben. Lars zeigte ab Beginn der Play-Offs eine wahre Leistungsexplosion, auch DJ hat sich unheimlich gesteigert und Jules schwache Offensivleistung kompensiert. Andi hat eine gute Rebound-Arbeit abgeliefert und super gepunktet. Aber dennoch dürfen wir uns von dem Ergebnis nicht blenden lassen. Über 37 Minuten lang war das Spiel äußerst eng, der Gegner sehr gut.“

Für die Baskets spielten Hamilton (19/3), Kronhardt (18), Coles (17/1), Wendt (13/3), Schröter (10/1), Fiorentino (8), Agyapong (2), Asbach, Gentgen, Mengering (dnp).

Dieses war der erste Streich – der zweite soll am Sonntag, 21. April 2013, folgen. Sprungball in der Georg-Sehring-Halle, Berliner Allee 91 in 63225 Langen, ist um 17.30 Uhr.