Freifunk im EN-Kreis

EN-Kreis. (Red./je) Im Kreis ist „Freifunk“ mittlerweile vermutlich wohl bekannt. So ist die Mittelstraße in Gevelsberg gut vernetzt, auch in Sprockhövel wird auf weiten Flächen ein ehrenamtliches Netz gesponnen und in den anderen Städte steigt ebenfalls die Zahl der Zugangspunkte. Bisher stellen im gesamten Kreis über 300 Personen ehrenamtlich freies Internet zur Verfügung stellen. Täglich nutzen mehrere tausend Menschen diese Zugänge – Tendenz steigend.

Michael Kapmeyer übergibt den 500. Freifunk-Router im EN-Kreis an Sonni Maier. (Foto: Freifunk Ennepe-Ruhr)
Michael Kapmeyer übergibt den 500. Freifunk-Router im EN-Kreis an Sonni Maier. (Foto: Freifunk Ennepe-Ruhr)

Neuer Verein

Hochburg der Freifunker im Kreis ist aber wohl Witten, in dem folgerichtig die Gründungsversammlung des Vereins „Freifunk Ennepe-Ruhr“ stattfand. Am 20. August wurde im dortigen Ratskeller damit eine feste Struktur für die regionale Freifunk-Gemeinschaft geschaffen. Zweck des Vereins ist die Erforschung, Anwendung und Verbreitung freier Netzwerktechnologien sowie Verbreitung und Vermittlung von beziehungsweise der Zugang zu Informationen und Wissen über Funk- und Netzwerktechnologien im EN-Kreis.

Der EN-Verein sieht sich als lokale Untergliederung des Vereins „Freifunk Rheinland“, der für die Region auch weiterhin als Internet-Provider die zentrale Infrastruktur betreiben wird. Im Rahmen der Gründungsversammlung wurde der Vorstand des neuen Vereins von den 19 Gründungsmitgliedern einstimmig gewählt. Den Vorsitz übernimmt Christoph Haas aus Witten, sein Stellvertreter ist Lars Langewiesche aus Sprockhövel, Schatzmeisters ist Jan Pleschke aus Witten.
500 Zugänge

Nur rund eine Woche nach der Gründungsversammlung des neuen Vereins „Freifunk Ennepe-Ruhr“ können die Ehrenamtler nun schon ihr erstes Jubiläum feiern: vergangene Woche ging in Witten-Heven der 500. Freifunk-Router, also Zugangspunkt ins Internet, im Kreis online.

Betreiberin ist Sonni Maier, Schauspielerin, Theaterpädagogin und Leiterin eines Tourneetheaters. Für sie ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man Dinge teilt – so nun auch den Internetanschluss in ihrem Büro. Maier ist überzeugt von der Idee, die hinter Freifunk steht: „Überschüsse teilen, um dadurch mehr für die gesamte Gesellschaft zu haben.“

Kostendeckung

Das „Frei“ in Freifunk steht in erster Linie für „Freiheit“, nicht für „kostenlos“ – auch wenn für die Nutzung keine Gebühren erhoben werden. Was viele, die mit Freifunk surfen, nicht wissen, erklärt Freifunker Michael Kapmeyer: „Die Infrastruktur, über die die Daten ins Internet geleitet werden, verursacht dem Verein kosten. Unser Mutterverein Freifunk Rheinland hat errechnet, dass diese bei etwa 5 Euro pro Router und Jahr liegen. Für den EN-Kreis kommen wir somit auf gut 2.500 Euro jährlich, Tendenz steigend. Für den Verein ein stolzes Sümmchen, auch wenn es sich auf den einzelnen Nutzer gerechnet nur um Centbeträge handelt.“

Mitmachen

Um die Kosten zu decken und weiterhin kostenlosen, sicheren und unüberwachten – also im Wortsinn „freien“ – Internetzugang zu schaffen, ist der Verein daher auf Mitgliedsbeiträge und Spenden angewiesen. Weitere Infos, wie man sich einbringen oder mitmachen kann, gibt es im Internet unter www.freifunk-en.de.