Gegen das Vergessen

Gevelsberg. (je) „Es ist ein kleiner Versuch, den Menschen ihre Würde wiederzugeben. Vor allem aber wollen wir zeigen, dass faschistisches Gedankengut in unserer Gesellschaft keinen Platz hat und daran erinnern, was passiert, wenn man nichts gegen das Aufkommen solchen Ungeistes tut.“ Mit diesen deutlichen Worten leitete Pfarrer Martin Bach, Vorstand der Fliedner-Stiftung, die Vorstellung einer Gedenktafel an der Klinik in Gevelsberg ein.

Die neue Gedenktafel an der Fliedner-Klinik erinnert an Unrecht und Leid, die an dieser Stelle Menschen zugefügt wurden. (Foto: Jan Eckhoff)
Die neue Gedenktafel an der Fliedner-Klinik erinnert an Unrecht und Leid, die an dieser Stelle Menschen zugefügt wurden. (Foto: Jan Eckhoff)

Denn an der Stelle, an der die Stiftung seit 2005 eine psychiatrisch-psychotherapeutische Ambulanz und Tagesklinik betreibt, befand sich zuvor viele Jahrzehnte lang das Gevelsberger Stadtkrankenhaus. Und dieses war einer von vielen Orten auch in der Engelbertstadt, an dem zur Zeit der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft großes Unrecht begangen wurde. So gibt es belegte Fälle von Menschen jüdischen Glaubens sowie von Zwangsarbeitern, denen an diesem Ort eine medizinische Behandlung verweigert wurde und die man somit einem qualvollen Tod überließ. Auch Zwangssterilisationen wurden hier durchgeführt.

 

Erinnerungsorte

Um die Erinnerung zu bewahren und künftige Generationen zu mahnen, wurde nun eine neue Gedenktafel an dem Gebäude angebracht. Diese Tafel ist Teil der „Erinnerungsorte“, die an mittlerweile sieben Standorten im Stadtgebiet installiert sind. Alle Tafeln wurden in den vergangenen Wochen von der Lehrwerkstatt der Firma „ABC“ aufgearbeitet und erstrahlen nun in neuem Glanz.

Ein übersichtliches Faltblatt, das alle diese Orte nennt und auf einer Karte zeigt, ist bei der Stadt Gevelsberg (Tel. 02332/ 771-115, E-Mail info@stadtgevelsberg.de) erhältlich. Es wurde vom Antifaschistischen Arbeitskreis Gevelsberg zusammengestellt, dessen Arbeit auch Bürgermeister Claus Jacobi ausdrücklich lobt: „Das demokratische Bewusstsein, das in Gevelsberg aus der Bürgerschaft erwächst, ist herausragend. Dafür möchte ich mich bedanken.“