Gevelsberg stärkt Willkommenskultur

Gevelsberg. (saz/Red.) Demokratie und Willkommenskultur gingen bei der zweiten Gevelsberger Demokratiekonferenz am vergangenen Montag, 7. September 2015, Hand in Hand. In seinen einführenden Worten sprach Bürgermeister Claus Jacobi von der positiven Willkommenskultur, die in Gevelsberg herrscht. Und vom großen Glück für die Stadt, in das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ aufgenommen worden zu sein. Die stellvertretende VHS-Direktorin Iris Baeck stellte die nach der ersten Demokratiekonferenz bewilligten Projekte im Förderprogramm vor.

Bürgermeister Claus Jacobi forderte in seinen einführenden Worten zur zweiten Gevelsberger Demokratiekonferenz eine positive Willkommenskultur in Gevelsberg. (Foto: Sarah Schwarz)
Bürgermeister Claus Jacobi forderte in seinen einführenden Worten zur zweiten Gevelsberger Demokratiekonferenz eine positive Willkommenskultur in Gevelsberg. (Foto: Sarah Schwarz)

Das Programm

Das Bundesprogramm steht unter dem Motto „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“. Die Stadt Gevelsberg hatte sich für das bis 2019 laufende Programm beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beworben und den Zuschlag bekommen. Gevelsberg ist unter den in NRW bezuschussten Kommunen die kleinste, hat aber laut Moderator Rolf Schneidereit aus Köln deutlich die „Nase vorn“.

Bei insgesamt 30.000 Euro liegt der Zuschuss für Gevelsberg in diesem Jahr. Zusätzlich dazu können für das vorgesehene Jugendforum noch 5.000 Euro abgerufen werden.

Projekte

Die erste Gevelsberger Demokratiekonferenz im Rahmen des Förderprogramms fand bereits in Juni statt. Einige der dort entwickelten Projektideen konnten bewilligt werden und wurden am Montag vorgestellt. Neben bereits vergangenen Aktionen wie dem Musikevent „Good night white pride“ Ende August und dem gestrigen Musik- und Kinoevent „Open Earth Flair“ am Ennepestrand werden in den kommenden Wochen noch viele andere Projekte starten.

Vor allem im Rahmen der von der gemeinnüntzigen Berufsförderungsgesellschaft „DIA“ getragenen „Aktionswoche für Zivilcourage und gegen rechte Gewalt“ vom 8. bis 19. November 2015 sind viele Aktionen wie Informations- und Diskussionsveranstaltungen, Vorträge, Theaterstücke, Gedenkveranstaltungen und ähnliches geplant. Auch eine eigene Anlaufstelle für Flüchtlinge im Internet ist angedacht.

Alle bewilligten Projekte im Gesamtprogramm verfolgen trotz ihrer inhaltlichen Unterschiede eines oder mehrere von vier lokalen Handlungszielen: Stärkung des „Wir-Gefühls“, Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit, Förderung gleichberechtigter Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sowie die Förderung der Willkommenskultur. Anlässlich der aktuellen Situation in Gevelsberg lag bei der Entwicklung neuer Ideen der Schwerpunkt auf eben jener Willkommenskultur.

Was bringt die Zukunft?

Diskutiert wurde, was in Gevelsberg getan werden kann, um Flüchtlinge bei der Integration in die unsere, ihnen fremde Kultur zu unterstützen. Fragen, die dabei aufkamen, waren etwa, wie die Persönlichkeiten gestärkt werden und Flüchtlingskinder in den regulären Schulunterricht integriert werden können. Hierzu wären beispielsweise gleichaltrige Paten in den Klassen denkbar. Eine weitere Idee war, die Neuankommenden mittels eines mehrsprachigen Filmes die Stadt mit den für sie wichtigen Anlaufstellen vorzustellen.

All diese und weitere Vorschläge und Ideen werden die engagierten Akteure in den nächsten Monaten ausarbeiten, sodass eine Umsetzung im kommenden Jahr angegangen werden kann. Außerdem soll es bereits in diesem Jahr neben den schon gestarteten oder durchgeführten Projekten im Rahmen des Aktionsfonds noch eine wichtige Veranstaltung geben: Um auch dem Salafismus aktiv entgegen zu treten, soll sich mit dessen Ursachen und Strukturen auseinandergesetzt werden. Daraus werden dann Wege und Strategien entwickelt, wie das Porblem konstruktiv angegangen werden kann.