Gevelsberger Aktionswoche für Zivilcourage

Gegen den Rechtsruck

Gemeinsam setzen sich alle Beteiligten für das Miteinander in der Gesellschaft und mehr ­Zivilcourage ein. (Foto: Sarah Schwarz)

Gevelsberg. (saz) Vor dem Hintergrund der kürzlich stattgefundenen Wahlen wird immer wieder von einem Rechtsruck in der Gesellschaft gesprochen. Tatsächlich werden wir tagtäglich mit Rassismus konfrontiert. Dagegen soll in Gevelsberg dieser Tage wieder ein Zeichen gesetzt werden. Bereits zum zehnten Mal startet am 5. November die Aktionswoche für Zivilcourage und gegen Rechte Gewalt in der Engelbertstadt.

„Der Raum für Agitation des rechten Populismus macht Angst“, sagt Bürgermeister Claus Jacobi. „Deswegen möchten wir vor Ort das demokratische Zivilbewusstsein betonen.“

Jeden Tag ein Zeichen setzen

Und dafür haben die Beteilig­ten wieder ein buntes Programm erstellt, dass sich auch über die Woche hinaus fortsetzt. Denn es gehe hier auch, so Gevelsbergs erste Mann, um eine Nachhaltigkeitsstrategie. Schließlich sollte jederzeit im Alltag ein Zeichen für Zivilcourage und gegen rechte Gewalt gesetzt werden.

Außerdem läuft passend zum Thema auch noch die Ausstellung „Freiheit und Ich“ in der VHS. Diese kann noch bis zum 30. Oktober besucht werden. Und das Jugendforum Gevelsberg veranstaltet einen Literaturwettbewerb zur Stärkung der Demokratie und Willkommenskultur, an dem sich Schulen, Jugendorganisationen, Vereine, Gruppen und einzelne Personen beteiligen können. Die Texte sollen sich mit dem Thema „Freiheit und Grenzenlosigkeit“ oder „Willkommen in meiner Stadt“ beschäftigen. Sie können bis zum 27. Oktober direkt bei der VHS eingereicht oder per E-Mail an jugendforum.gevelsberg@gmx.de geschickt werden.

Buntes Programm zum Auftakt

Ausgewählte Texte werden dann im Rahmen der Auftaktveranstalung zur Aktionswoche am Sonntag, 5. November, vorgestellt. Von 12 bis 15 Uhr wird im Gevelsberger Rathaus das Jubiläum gefeiert. Dabei präsentieren sich die jüngsten Akteure des Aktuinsbündnisses im Talk mit dem Bürgermeister und beim bunten Markt der Möglichkeiten stellen sich Kooperationspartner und Institutionen vor und informieren zum Thema. Beim gemeinsamen Mittagessen kann die Thematik dann in Gesprächen vertieft werden.

Des Weiteren wird um 12 Uhr im Sitzungsraum 1 die Ausstellung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ eröffnet, die bis zum 12. November besucht werden kann. Darin zeigen Schülerinnen und Schüler des Sowi-Kurses der Klasse 10 von der Städtischen Realschule die einzelnen Projektschritte und ihre Beweggründe, sich am Projekt „Schule ohne Rassismus“ zu beteiligen.

Zeitgleich wird im Ratssaal das Projekt „Aufstehen statt wegsehen“ vorgestellt.

Veranstaltungen für Schülerinnen und Schüler

Während der Aktionswoche gibt es Veranstaltungen, die sich ausdrücklich an Schülerinnen und Schüler richten. Die „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen“ (VVN-BdA) präsentiert gemeinsam mit der IG Metall die Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“, die von Schülerinnen und Schülern besucht werden kann. Begleitet werden sie dabei von den „Kindern des Widerstandes“.

Ab dem 6. November findet ein Bigband-Projekt der „Braintreeacademy“ an der Hasencleverschule statt, welches mit einem großen Abschlusskonzert am 10. November um 15 Uhr in der Aula des Schulzentrums West endet.

Außerdem steht am 6., 7. und 9. November wieder die Gevelsberger „Statt-Rundfahrt“ auf dem Programm. Am 8. November findet im Filmriss-­Kino das Seminar zur Natio­nalsozialistischen Filmpropaganda statt. Ebenfalls im Filmriss wird am 10. November das Theaterstück „Grenzen los – K/ein Flüchtlingsmärchen“ aufgeführt.

Hier die restlichen Termine der Aktionswoche im Überblick:

  • 6. November, 18.30 Uhr
    CVJM, Südstraße 8:
    „Hatten Sie schon mal Zuvielcourage?“, Argumentationstraining gegen Stammtischparolen
  • 7. November, 16 bis 18 Uhr
    Bürgerhaus Alte Johanneskirche, Uferstraße 3:
    „Feminismus im Islam“, Islamwissenschaftlerin und Imamin Rabeya Müller zu Gast im Frauencafé
  • 8. November, 18.30 Uhr
    Stadtbücherei, Wittener Straße 13:
    „Auschwitz erfahren“, Projekt-Präsentation
  • 9. November, 18 bis 20 Uhr
    CVJM, Südstraße 8:
    „Zweckbeziehung?!“, Vortrag in Kooperation mit der Fachstelle „Gerne anders!“
  • 11. November, 20 Uhr
    Pub 18, Rosendahler Straße 18:
    „Music against racism“, Konzert
  • 12. November, 11 Uhr
    Mahnmal auf dem Rathausvorplatz:
    Gedenkveranstaltung zum 79. Jahrestag der Novemberpogrome 1938
  • 12. November, 18 Uhr
    Erlöserkirche, Elberfelder Straße 16:
    „Evensong“, musikalischer Abendgottesdienst nach englischer Chortradition.

Außerdem bietet die Stadtbücherei zur Aktionswoche eine thematisch passende Literaturliste und einen Büchertisch.

Das ausführliche Programm findet sich in den Heften zur Aktionswoche, die an vielen öffentlichen Stellen ausliegen.