Handlungsspielräume schaffen

Schwelms neuer Kämmerer Ralf Schweinsberg hat sich an seinem Arbeitsplatz im zweiten Stock des Rathauses schon bestens eingewöhnt. (Foto: Stefan Scheler)

Schwelm. (Sche) „Vorrangiges Ziel meiner Arbeit in Schwelm ist ein ausgeglichener Haushalt, welcher der Stadt Spielräume zum eigenverantwortlichen Handeln schafft“, umriss Ralf Schweinsberg, der vor wenigen Tagen sein Amt als Kämmerer der Stadt Schwelm antrat, den Schwerpunkt seiner künftigen Tätigkeit: „Ich habe mir schon einen Überblick der Lage verschafft und scharre bereits seit Tagen mit den Hufen, um endlich meine Erfahrung zum Wohl der Schwelmer Bürger einbringen zu können.“

Diese fachlichen Kenntnisse erwarb der 1962 in Iserlohn geborene Diplom-Verwaltungswirt in der höheren Handelsschule und einem Firmenpraktikum, an das sich seine Laufbahn als Zeitsoldat anschloss, die er 1994 beendete. Während des Dienstes bei der Bundeswehr war Ralf Schweinsberg als Rechnungsführer der Truppe tätig, was ihm eine praktische Grundlage für sein anschließendes Studium im Fach Wirtschaftswissenschaften an der Fernuniversität Hagen verschaffte. Die folgenden Stationen des beruflichen Werdegangs führten den jetzigen Kämmerer der Kreisstadt nach Düsseldorf, wo er in verschiedenen Bereichen der städtischen Sozialverwaltung tätig war. Unter anderem beschäftigte er sich mit Hilfen für Wohnungslose, kontrollierte Ein- und Ausgaben, betreute als Projektleiter das fachspezifische Berichtswesen und plante das Budget seines Ressorts. Von 2004 bis 2008 befasste er sich als Fachbereichsleiter mit der Infrastruktur, den Finanzen und der Organisation bei der ARGE in der Landeshauptstadt. Zusätzliche Aufgaben übernahm er als stellvertretender Abteilungsleiter für die Zentralen Dienste und als Beauftragter für den Datenschutz.

Als Sauerländer wirft Kämmerer Ralf Schweinsberg einen extrem prüfenden Blick auf das Etikett einer Flasche mit Schwelmer Bier. (Foto: Stefan Scheler)

Im April 2008 wechselte Ralf Schweinsberg, inzwischen Stadtamtsrat, zur Stadtverwaltung Hemer, wo er im Amt für Planen, Bauen und Verkehr die Kosten kontrollierte. Am 1. Januar 2010 wurde er Prokurist und wenige Monate später Geschäftsführer der im vergangenen Jahr ausgerichteten Landesgartenschau Hemer. „Stolz bin ich darauf, dass bei diesem Projekt, das auch die Umgestaltung der Innenstadt umfasste, nur geringe Mehrkosten entstanden sind“, strahlte der neue Schwelmer Kämmerer: „Bei einem Volumen von 60 Millionen Euro für die gesamte Veranstaltung sind wir nur um drei Prozent über dem ursprünglichen Plan geblieben.“

Aus diesem Fundus schöpft der Vater zweier erwachsener Töchter jetzt bei seiner neuen Aufgabe. „Ich möchte nachhaltig wirtschaften, um Schwelm auch für junge Menschen attraktiv zu machen und zu halten“, umriss er die Kernbereiche seines Konzepts: „Dafür ist das Soziale sehr wichtig, aber auch die Förderung ehrenamtlichen Engagements.“

Gemeinsinn ist dem leidenschaftlichen Fußballer, der sich in seinem Verein TuS Iserlohn seit 40 Jahren aktiv im Ehrenamt – gegenwärtig als Organisator des „Altherrensports“ – einsetzt, zum Lebensinhalt geworden. Deshalb setzt sich Ralf Schweinsberg auch als Schöffe am Amtsgericht Iserlohn in verantwortlicher Position aktiv für den gelebten Rechtsstaat ein.

Seine knappe Freizeit genießt der „überzeugte Sauerländer“, der sich allerdings einen Umzug an die Schwelme durchaus vorstellen kann, auf Touren mit dem Wohnmobil. Um ihm schon einmal ein Gefühl für die Wirtschaftskraft seiner neuen Wirkungsstätte zu verschaffen, bescherte ihn Bürgermeister Jochen Stobbe mit einer kleinen Sammlung leckerer Erzeugnisse der heimischen Brauerei, mit der scherzhaften Ermahnung, „diese nicht im Dienst zu konsumieren“…