Hochkultur von armen Bauern?

Erich von Däniken mit zweien seiner Werke und Sparkassen-Chef Oliver Teske (links) sowie Vorstand Bodo Bongen. (Foto: Stefan Scheler)

Ennepetal. (Sche) Sind wir allein im All? Oder waren die Anderen schon vor uns auf der Erde?

Solche für viele provozierenden Fragen, die auch an den Grundfesten der Religionen rütteln, warf Erich von Däniken vor wenigen Tagen in der Hauptfiliale der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld auf. 185 Zuhörer, darunter Bürgermeister Wilhelm Wiggenhagen mit Gattin Ilona, hingen an seinen Lippen und schauten gebannt auf die Videoschau, die den Vortrag des Schweizers veranschaulichte. Man sah nicht nur die besprochenen Schauplätze in allen Details, sondern begab sich zudem noch auf eine virtuelle Reise zu fremden Galaxien.

Erich von Däniken verbindet eine langjährige Freundschaft mit dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse, Oliver Teske, den er schon als Jugendlicher auf einer Reise durch Mexiko und Guatemala kennen lernte. Damals erforschte der Autor von „Erinnerungen an die Zukunft“ die Kultstätten der Maya und Azteken und brachte Verblüffendes zu Tage: Die von den etablierten Wissenschaftlern als religiöse Heiligtümer erklärten Monumente aus Stein konnten die Menschen der damaligen Zeit technisch nicht geschaffen haben. Nicht nur, dass sie enorme Gewichte hätten bewegen müssen, auch die Schnittkanten an Steinquadern weisen eine mit den damals gebräuchlichen Steinwerkzeugen nicht mögliche Verarbeitungspräzision auf.

Daraus, sowie aus alten Mythen und Legenden wie der Geschichte des biblischen Henoch, zieht Erich von Däniken den Schluss, dass hier Andere am Werk waren. Ob in ägyptischen Pyramiden oder griechischen Tempelanlagen, auf Andengipfeln in Südamerika oder im englischen Stonehenge, überall fand der heute 75-Jährige nach seiner Ansicht Beweise für das Wirken außerirdischer Besucher, auch wenn er sich allgemein verbindlich nicht auf diese Erklärung festlegen will. „Wie haben arme Bauern das denn geschafft?“, wollte er immer wieder von seinen Zuhörern in Ennepetal wissen und fragte angesichts der Reihen von Steinblöcken, Menhire genannt, in der französischen Bretagne: „Was soll denn dieser Spuk?“

Der Schriftsteller und Forscher Erich von Däniken verewigte sich vor seinem Vortrag im goldenen Buch der Sparkasse. (Foto: Stefan Scheler)

Tatsächlich kann die Wissenschaft weder für den Zweck solcher Anlagen noch für deren technische Realisierung hinreichend zufrieden stellende Erklärungen geben. „Man hat behauptet, das seien Kultstätten“, ereiferte sich der Querdenker: „Kult wofür? Es fehlt jede Art von Inschrift oder Symbolik. Dafür folgen die Kolonnen, wenn man sie aus der Luft betrachtet, genauen Linien, die wichtige Orte auf der Erde geometrisch exakt verbinden oder einen Bezug zu Konstellationen am Sternenhimmel herstellen.“

Das bringt den ehemaligen Jesuitenschüler zu dem Schluss, dass allen Religionen und Kulten wie auch dem Leben selbst Anstöße aus kosmischen Weiten zugrunde liegen müssen. Dem Gegenargument, eventuell existierende Wesen im All sähen ganz anders aus als wir und seien zudem viel zu weit entfernt, um uns zu erreichen, hält er die Kolonisationstheorie entgegen. Danach wären mit nur zwei Prozent der Lichtgeschwindigkeit in 500 Jahren Gebiete von der Größe der Milchstraße zu durchqueren. Nutze man einen Vernetzungseffekt bei koordinierten Reisen, sei die Reichweite noch gigantischer. Dabei unberücksichtigt blieben noch Erkenntnisse der modernen Physik wie Raum-Zeitkrümmungen oder Wurmlöcher durch die Dimensionen.

Schwerer, aber faszinierender Stoff also, der einen der Teilnehmer nach dem Ende der Veranstaltung zu einem ungewöhnlichen Dank inspirierte. „So schnell ist mir bei einem Vortrag noch nie die Zeit vergangen“, strahlte der junge Mann.