Integrationsprojekt „Hello kids“ geht weiter

Gevelsberg. (th) Kinder haben unantastbare Rechte, zum Beispiel das Recht auf Bildung, auf Spiel und Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben – das legt die UN-Kinderrechtskonvention fest. Doch für Kinder in schwierigen Lebenssituationen sind diese Dinge nicht selbstverständlich. Geflüchtete Kinder oder Kinder aus finanziell benachteiligen Familien können diese Rechte oft nur begrenzt wahrnehmen. Diesem Problem haben sich Gevelsberger Künstlerin Annette Jellinghaus und die städtische Quartiersmanagerin Regina Potarczyk  mit ihrem Projekt „Hello kids“ entgegengesellt.

Stadtteil- und Flüchtlingskinder

Hello kids ist ein ein Integrationsprojekt für Stadtteil- und Flüchtlingskinder ab sieben Jahren, das im vergangenen halben Jahr stattfand. Kostenlos konnten alle Kinder daran teilnehmen und sich regelmäßig im Atelier von Annette Jellinghaus und dem Bürgerhaus Alte Johanneskirche treffen. Auch Ausflüge zum Spielplatz, in die Natur, auf einen Reiterhof und in einen Streichelzoo standen auf dem Programm.

Unter Anleitung der Künstlerin und begleitet von pädagogischen Fachkräften konnten die Kinder ihre Kreativität entdecken und ausleben. Vor allem aber konnten sie sich selbst und andere Kinder kennenlernen, Vertrauen schöpfen und Kontakte aufbauen. Und natürlich einfach nur Spaß haben und gemeinsam spielen. Berührungsängste zwischen Flüchtlings- und Stadtteilkindern gab es von Anfang an nicht.

Ganz nebenbei half das Projekt auch bei der Sprachentwicklung. Grundsätzlich entwickelten Jellinghaus und Potarczyk das Konzept zwar so, dass es auch ohne Sprache funktioniert, aber natürlich verständigten sich die Kinder dabei untereinander. Oft auch auf Englisch, so dass auch die deutschen Kinder etwas lernten.

Kreativität verändert Wahrnehmung

Annette Jellinghaus, die schon seit 15 Jahren mit Kindern arbeitet, ist überzeugt von der positiven Wirkung. „Über kreative Prozesse verändert sich die Wahrnehmung und das hat wiederum Auswirkungen auf das Miteinander“, erklärt sie ihren Ansatz. Auch Regina Potarczyk ist begeistert von dem Erfolg des Projekt – vor allem davon, was die Kinder in nur sechs Monaten gelernt haben.

Umso mehr freut es die beiden Organisatorinnen, dass das Projekt jetzt ein ganzes Jahr weitergehen kann, als „Hello kids & teens“. Ab dem 6. September 2016 findet der Mal- und Kreativtreff im Atelier von Annette Jellinghaus, Hagener Straße 387, jeden Dienstag statt, außer in den Schulferien.

Jeder darf kommen

Von 16 bis 17.15 Uhr können die „kids“ (7-12 Jahre), von 17.30 bis 18.45 Uhr dann die „teens“ (13 – 17 Jahre) vorbeikommen, eingeladen ist ausdrücklich jeder, der den Weg ins Atelier findet.
Auch seitens der Stadt Gevelsberg, die mit Rat, Tat, vor allem aber auch mit Personal zur Seite steht,  ist man allen Beteiligten und Sponsoren dankbar, die das Projekt ermöglichen. Die ersten sechs Monate wurde finanzielle von der AVU und der Familie Hochbein getragen, nun hat die Hans-Grünewald-Stiftung eine gute Summe bereitgestellt, wodurch die Verlängerung und Erweiterung für ein ganzes Jahr möglich wurde.