Johannes Dennda: Spirale – und viel mehr…

Vor seiner Schöpfung „Plutis 1“ zeigt der Sparkassen-Betriebswirt und Künstler Johannes Dennda von ihm geschaffene Silberobjekte. (Foto: Stefan Scheler)

Ennepetal. (Sche) Wer schon einmal Post von der Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld bekommen hat, dem ist vielleicht das Logo am rechten oberen Seitenrand aufgefallen. Die bunte Spirale vor einem Hintergrund mit Buchstaben stammt aus der Hand von Johannes Dennda, Mitarbeiter der Öffentlichkeitsabteilung des lokalen Finanzinstituts. Das Original des Kunstwerks hängt im Büro des 59-Jährigen und ist nicht flach wie auf der Abbildung, sondern plastisch, denn die Pappmaschee-Spirale hebt sich deutlich von der dunklen Leinwand ab.

„Ich bin in vielen Sätteln kreativ“, möchte sich Johannes Dennda nicht auf eine Arbeitsweise einengen lassen: „Seit zwanzig Jahren male ich, habe damit also relativ spät angefangen. Etwa um diese Zeit habe ich auch begonnen, mich für das Entwerfen von Silberschmuck zu interessieren. Als Zwanzigjähriger befasste ich mich auch aktiv mit Dichtung.“ Diese breit gefächerte Rührigkeit führt der in Astrologie bewanderte Sparkassen-Betriebswirt auf sein Sternzeichen zurück. „Als Zwilling ist man sehr umtriebig und kommunikationsfreudig“, beschreibt er sein Naturell: „Und gerade die Malerei ist eine sehr intensive Form der Kommunikation.“

Zwischen dem eher auf nüchternen Realitäten aufgebauten Beruf und den die Phantasie anregenden künstlerischen Betätigungen sieht Johannes Dennda keinen Widerspruch. „Hinter jedem Sparkassen-Angestellten steckt ein Mensch“, bricht er eine Lanze für die Individualität: „Und dieser hat Neigungen, Gefühle und Vorlieben, die sich auch für den Broterwerb nutzen lassen.“ Ein Beispiel ist die erwähnte Gestaltung des Sparkassen-Briefkopfs. Darüber hinaus organisiert Johannes Dennda regelmäßig Ausstellungen in der Kundenhalle, welche die Besucher der Hauptstelle an der Voerder Straße mit regem Interesse annehmen. An den Wänden des Umlaufs im ersten Stock hängen ausschließlich „Denndas“, die bestimmten Themenzyklen folgen. Da gibt es den „Aufbruch“ oder „Mediterrané“, letzterer aus Kompositionen in warmen Farben bestehend, der von der Reiselust seines Schöpfers kündet. „Ich war viel in Deutschland und im Mittelmeer-Raum unterwegs“, schwärmt dieser von inspirierenden Touren: „Auch in meinem Werk ,Andalusien’ ist ein gutes Stück südländische Stimmung eingefangen.“

Das großformatige Bild nimmt fast die gesamte Südseite des Wandelgangs ein und zeigt vor dem Hintergrund eines satten Grüns vielfarbiges Blühen, ohne allerdings allzu gegenständlich zu werden. In faszinierender Art fließen die Abstufungen des Lichts ineinander. „Ich male abstrakt, was aber nicht heißt, dass ich in meinen Bildern Raum für Beliebigkeit lasse“, lautet Johannes Denndas künstlerisches Prinzip: „Oft ringe ich tagelang mit der endgültigen Realisierung einer in einigen Stunden entstandenen Rohfassung.“ Dabei kommen spontan Ideen auf, welche der schöpferische Sparkassenmann sofort mit den unterschiedlichsten Methoden und Werkzeugen umsetzt. „Wichtig ist nicht die Arbeitstechnik, sondern der Effekt, den man damit erreicht“, erteilt der Vater zweier Kinder ästhetischen „Glaubensrichtungen“ eine klare Absage: „Auf Lack oder Acryl auf Leinwand habe ich mich zwar ziemlich festgelegt, zum Auftragen der Farben verwende ich dann aber sowohl Spachtel als auch Lappen oder ein Stück Holz; alles eben, womit man formen kann.“ Deshalb haben die Bilder oft raue Oberflächen, auf denen die Details plastisch hervortreten. „Die Übergänge zwischen den Farben erzeuge ich mit einer Wischtechnik“, lässt sich Johannes Dennda ein wenig über die Schulter schauen: „Ich lege Tücher auf die Bilder, um die Schattierungen verschmelzen zu lassen.“ Als Zwilling sucht er eben immer noch nach neuen Herausforderungen…