KG Börkey schießt den Vogel ab

Nachdem Bürgermeister Claus Jacobi den Sieg in der Wagenwertung verkündet hatte, kannte die Freude bei der KG Börkey fast keine Grenzen mehr. (Foto: Stefan Scheler)
Nachdem Bürgermeister Claus Jacobi den Sieg in der Wagenwertung verkündet hatte, kannte die Freude bei der KG Börkey fast keine Grenzen mehr. (Foto: Stefan Scheler)

Gevelsberg. (Sche) „Ein besonderes Schmankerl war der ’Klingelton‘ von der Nordstraße“, freute sich Kirmesvereins-Vorsitzender Michael Sichelschmidt über eine Sondereinlage der Spielleutevereinigung Gevelsberg, die beim Start des Kirmeszugs mit Schellenbäumen für die nötige Aufmerksamkeit gesorgt hatte: „Wir werden in Zukunft das Musikalische an der Gevelsberger Kirmes noch weiter aufwerten.“

Damit schritt man zu einer der letzten, aber auch wichtigsten Etappen des größten Volksfests der Engelbertstadt: der Siegerehrung als Prämierung der Leistung aller Kirmesgruppen, wie Bürgermeister Claus Jacobi hervorhob: „Das Gewinnen ist nicht das Entscheidende, auch wenn es hier gleich spannend wird.“ Wichtig seien vielmehr der Spaß und die Freude, welche die Akteure den Menschen am Straßenrand bereiteten.

Mit Genugtuung vermerkte nicht nur das Stadtoberhaupt, dass vermehrt Jugendliche und Kinder den Kirmeszug mitgestalteten, weshalb es für die jungen Kirmesfreunde neben den Preisen für die besten Kinder- und Jugendauftritte der Kirmesgruppen auch eine Sonderprämie für alle übrigen in Form von reichlich Cola und kleinen Präsenten gab.

208 von 210 Punkten

Dann ging es aber ans Eingemachte, will sagen: an die Preise und Platzierungen. Jubeln durfte am Schluss die KG Börkey, deren „Mary Poppins“-Wagen nicht nur die Herzen des Publikums, sondern auch der Juroren erobert hatte. 208 von 210 möglichen Punkten bekamen die Börkeyer und damit Platz eins.

Auf dem Fuß mit 205 Punkten folgte aber die KG Im Dörnen, deren Akropolis die Bewerter ebenfalls so überzeugt hatte, dass der zweite Platz dabei herauskam.

Den dritten Rang der Wagenwertung, der wichtigsten Entscheidung über die Qualität des Kirmeszugs, ergatterten die Aktiven der „Mühle“, also der KG Mühlenhämmer. Mit 194 „Ringen“, wie man bei den Schützen sagen würde, zeigte sich die Begeisterung des Bewertungsausschusses für die Unterwasserwelt des kleinen Fisches „Nemo“.

Der Vorsitzende dieser Kirmesgruppe, Markus Loetz, musste sehr häufig den Gang vor die Bühne in der Aula der Realschule Alte Geer antreten, denn die KG Mühlenhämmer heimste mit Thomas Rummler als „Star“ und 184 Punkten nicht nur den Titel des besten, übrigens auch mit einem Gutschein zur Fußpflege bedachten Einzelgängers, ein, sondern bekam auch in den Kategorien Frauengruppe mit 192 Zählern und der Truppe zu Fuß mit 193 Punkten erste Plätze. Zudem rangierte die „Dixie Band“ von der „Mühle“ in der Bewertergunst auf dem Platz für die humorvollste Darstellung.

Aber auch die KG Hippendorf konnte mit der Ausbeute der Kirmeszug-Anstrengungen zufrieden sein. Zwar mit 167 Punkten „nur“ Platz acht bei den Wagen, dafür aber der Silberrang beim Einzelgänger mit 178 Zählern, den sich Daniel Laake als gestresster Ehemann erlief. Ferner durfte die Kinder- und Jugendgruppe aus dem Hippendorf über den zweiten Platz mit 176 Zählern jubeln; die „Hippendörfer Clownerie“ war ja auch sehr lustig und farbenprächtig gewesen.

Betreutes Schmieden

Aber auch Brauchtumsvereine, die nicht auf die ersten Ränge abonniert sind, konnten „zuschlagen“. Der Preis für die beste heimatbezogene Darstellung ging zur KG Schnellmark; die originellste Präsentation hatte die Fußgruppe der KG Pinass Brumse mit ihrem „betreuten Schmieden“ – übrigens unter zeitweiliger Teilnahme des Bürgermeisters – gezeigt, und den Karl Friedrich Hückinghaus-Pokal gewann die Jubiläumsschau der KG Dä vam Lusebrink mit Rückblick auf 40 Jahre Partnerschaft mit Vendôme, das gleich lange Bestehen der Kirmesgruppe sowie der Kinder-Erfolgsserie „Sesamstraße“. „Das gönne ich denen“, gab Claus Jacobi einen launigen Kommentar: „Schließlich habe ich an Sesamstraßen-Figur Ernie sogar eine Pappmaschee-Bahn geklebt.“

Die dritten Plätze in den Kategorien neben der Wagenwertung verteilen sich wie folgt: Die KG Pinass Brumse stellte mit 182 Punkten die drittbeste Fußgruppe mit dem „betreuten Schmieden“; da blitzten die roten AC/DC-Teufelshörner der „Brumser“ vor Freude. Die Kinder- und Jugendgruppe der KG Pinass Brumse bekam für „Brumses kleines Küken piept“ mit 174 Zählern ebenfalls den dritten Rang. Platz drei bei den Frauen holte sich das nostalgische „Café Werthmann“ der KG Schnellmark mit 168 Punkten. Auch Einzelgänger Reimund Herberg, Vorsitzender der KG Vie vam Kopp, hatte sich als „Agent 00“ nicht umsonst die Füße wund gelaufen. Mit 177 Zählern gab es für ihn Platz drei bei den Einzelgängern.

„Das Ganze war etwas ’Klolastig‘ “, spielte Claus Jacobi abschließend auf das vermehrte Auftreten des „stillen Örtchens“ bei den Kirmeszug-Beiträgen an: „Das beeinträchtigt aber nicht die Qualität der diesjährigen Schau als eines Zugs der Superlative.“