Kirmesverein trifft neue Medien

Auch über die farbliche Gestaltung der Plaketten ließ der neue Vorsitzende Michael Sichelschmidt die Kirmesfreunde abstimmen. (Foto: Stefan Scheler)

Gevelsberg. (Sche) Stilfragen standen im Mittelpunkt der Versammlung des Gevelsberger Kirmesvereins, welche vor wenigen Tagen im Restaurant „Da Enzo“ stattfand. Stefan Schmidt, Vorsitzender der gastgebenden Kirmesgruppe Berge, begrüßte über 50 Kirmesfreunde mit dem neuen Kirmesvereinsvorsitzenden Michael „Willi“ Sichelschmidt an der Spitze.

Eine hitzige Debatte entstand bei der Entscheidung über Form und Farbe der aktuellen Kirmesplakette. Angelehnt an das Motto „Rubbeldikatz no‘m Kiärmisplatz“ zeigte der Vorschlag von Thomas Ramisch, Vorsitzender der KG Vie ut Asbi‘eck, einen Stubentiger in schlichter Eleganz. Mit überwältigender Mehrheit entschieden sich die Kirmesfreunde für diese Idee, und auch die farbliche Umsetzung Weiß auf Rot fand den Zuspruch des Plenums. Das spiegelte sich auch in den Bestellzahlen wieder: Insgesamt orderten die Kirmesgruppen 3.250 Abzeichen für interessierte Abnehmer.

Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung votierten die Delegierten für eine Teilnahme des Abitur-Jahrgangs 2011 am Kirmeszug, und die Vertreter der Kirmesgruppen teilten, soweit schon bekannt, die Themen ihrer Zugbeiträge mit – zum Beispiel der Wagen „So ist das Leben“ der KG Aechter de Biecke oder „Viva las Vegas“ auf dem Fahrzeug der KG Börkey. Die Fidelen Vogelsanger widmen sich dem Stadtjubiläum, und im Hippendorf wird es mit „Schwanensee“ wieder hochkulturell. Für die KG Mühlenhämmer startet das „Raumschiff Surprise“ in die unendlichen Weiten der Mittelstraße, während die holde Weiblichkeit den „Tanz der Vampire“ aufführt.

Für den Kirmesabend am wegen der Zuschauerzahlen nicht einfachen Pfingsttermin hat die KG Pinass Brumse bereits den Sketch „Stomp“ angemeldet. „Das Haus muss ausverkauft sein“, forderte der Kirmesvereins-Vorsitzende: „In Bezug auf die Sicherheit ist alles in trockenen Tüchern.“ Mit der Stadt Gevelsberg habe man den Bestuhlungsplan vereinbart, der 720 Plätze im Innenraum vorsieht.

Einiges haben sich die Aktiven auf Anregung von Michael Sichelschmidt für die Außendarstellung des Kirmesvereins nebst Aktivitäten der Kirmesgruppen einfallen lassen. „Wir müssen unser Brauchtum mit neuen Formen besser verkaufen“, mahnte „Willi“, der aus diesem Anlass auch kurz auf die unerfreulichen Ereignisse rund um die Haufer Jungen einging: „Damit wir nicht wieder vor der Situation stehen, dass ein ,Häuflein von drei Aufrechten‘ eventuell den Platz halten muss, ist auf Nachwuchswerbung höchster Wert zu legen.“ Instrumente hierzu sollen ein stark verbesserter Internetz-Auftritt sein, um dessen Gestaltung sich die Journalisten Kirsten Niesler, Werner Bloemer und Fritz Sauer kümmern wollen. Auch ein Tag der offenen Tür ist angedacht, an dem ein Bus Interessierte von Bauplatz zu Bauplatz fährt, so dass man die Arbeit der Wagenbauer vor Ort erleben und vielleicht sogar einmal mit anfassen kann. „Es ist manchmal etwas schwer für Außenstehende, Kontakt zu den Gruppen zu bekommen“, kennt Kirmesvereins-Geschäftsführer Stefan Oesterling den teilweise rauen Charme der Westfalen: „Deshalb bieten wir mit diesem Projekt ,Festzuggestaltung hautnah‘.“