Kreative Freundschaft: Sparkasse Gevelsberg zeigt Picasso und Braque

[1/3] Kuratorin Ann-Katrin Hahn hat sich für die Ausstellung „Picasso meets Braque“ im GevelsbergerEnnepe-Finanz-Center Werke ausgesucht

[1/3] Kuratorin Ann-Katrin Hahn hat sich für die Ausstellung „Picasso meets Braque“ im GevelsbergerEnnepe-Finanz-Center Werke ausgesucht, die die Freundschaft der beiden Künstler widerspiegeln. (Foto: Sarah Schwarz) [2/3] Begrüßt werden die Besucherinnen

Gevelsberg. (saz) Als sie sich 1907 auf dem Montmatre trafen, war Pablo Picasso bereits ein weit bekannter Künstler. Georges Braque stand noch am Anfang seiner Künstlerkarriere. Auch wenn die beiden charakterlich grundverschieden waren, so verband sie schnell eine tiefe Freundschaft. Sechs Jahre lang trafen sie sich täglich. In dieser Zeit revolutionierten sie das Kunstgeschehen und brachten die Anfänge des Kubismus auf den Weg. Damit sorgten sie für eine große Veränderung in der Kunstgeschichte.
Doch dann kam der Erste Weltkrieg. Picasso, der in Spanien geboren worden war und nun in Frankreich lebte, blieb vom Militärdienst verschont. Sein Freund Georges Braque jedoch wurde als gebürtiger Franzose eingezogen. Auf dem Schlachtfeld erlitt er 1915 eine Kopfverletzung, erblindete fast. Nach seiner Rückkehr war er nicht mehr derselbe Mensch.
Ende einer Freundschaft
Auch musste er damit kämpfen, dass sein alter Freund nach seiner Ankunft ein noch berühmterer Künstler geworden war und er nun voll und ganz in Picassos Schatten stand. Damit konnte er nicht umgehen. Die Freundschaft zerbrach. Nichtsdestotrotz bezeichnete Picasso bis an sein Lebensende Braque als seinen besten Freund.
In den Werken der beiden Künstler spiegelt sich ihre Freundschaft deutlich wieder. Auch in späteren Werken bleibt ein nachhaltiger Eindruck der innigen Beziehung von Picasso und Braque. Dies zeigt eine Ausstellung im Ennepe-Finanz-Center in Gevelsberg, die in Kooperation mit dem Kunstmuseum Pablo ­Picasso Münster stattfindet.
Kuratorin Ann-Katrin Hahn, die im Museum als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt ist, hat eine Ausstellung zusammengestellt, die eben jenen Einfluss auch in späteren Jahren widerspiegelt, als der Kontakt bereits lange abgebrochen war.
Natur, Mythologie und die weibliche Figur
Insgesamt 34 Lithografien und Radierungen der beiden Künstler werden im Ennepe-Finanz-Center der Sparkasse Gevelsberg-Wetter ausgestellt. Sie alle entstanden in den Jahren zwischen 1930 und 1960. Dabei wählte Hahn solche Werke aus, die sich mit den drei Hautthemen beschäftigen, die beide Künstler verbinden: Natur, Mythologie und die weibliche Figur. In allen Werken ist deutlich erkennbar, dass die beiden Freunde sich in ihrem künstlerischen Schaffen gegenseitig stark beeinflusst haben.
Begrüßt werden die Besucherinnen und Besucher von jeweils einem Werk der beiden Künstler, welches sich dem Thema der Taube gewidmet hat. Dies ist der einzige Punkt in der Ausstellung, wo sich die beiden Künstler im direkten Vergleich gegenüberstehen. Ansonsten sind die Bilder so angeordnet, dass immer eine Wand einem der beiden Künstler gewidmet ist. Eine Entscheidung, die Hahn traf, damit Braque nicht sozusagen „vom großen Berserker ­Picasso überrannt wird“. So hat sie auch dem gegenüber Picasso weniger bekannten Künstler einen angemessenen Platz eingeräumt. „Jeder spielt in dieser Ausstellung mal die erste Geige“, betont die Kuratorin.
Die Ausstellung ist seit Montag, 4. September, immer montags bis donnerstags von 8.30 bis 18 Uhr und freitags von 8.30 bis 15 Uhr für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Bis zum 29. September können die Werke betrachtet werden.
Pädagodisches Begleitprogramm
Wie zu jeder Ausstellung der Sparkasse in Gevelsberg wird auch dieses Mal in Kooperation mit der Malschule „Maldumal“ ein pädagogisches Begleitprogramm angeboten. Dazu eingeladen wurden die vierten Klassen der Gevelsberger Schulen.Die Werke, die die jungen Künstlerinnen und Künstler unter Anleitung von Annette vom Bruch erschaffen, werden bei der einer Finissage am 22. September um 17 Uhr im Rathaus der Stadt Gevelsberg präsentiert.