Kunst fürs Kinderhospiz

EN-Südkreis. (th/je) Wenn bei Kindern eine lebensverkürzende
Krankheit diagnostiziert wird, ist das besonders tragisch. Für die betroffenen
Kinder selbst, aber auch für Eltern und Geschwister, wird das Leben von jetzt
auf gleich auf den Kopf gestellt. Um die kostbare Zeit jetzt gemeinsam genießen
zu können, dafür braucht es Hilfe – und genau dort setzt im südlichen
Ennepe-Ruhr-Kreis die Arbeit des Ökumenischen Hospiz Emmaus ein.
Um dessen Arbeit bekannter zu machen und zu unterstützen, wurde von der
Ennepetaler Künstlerin, Journalistin und Kuratorin Linde Arndt das Projekt
„Vision 100“ ins Leben gerufen.
100 mal 100
100 Kunstwerke, allesamt Originale von Künstlerinnen und Künstlern, die
größtenteils aus der Region kommen, sollen am 1. Advent für jeweils mindestens
100 Euro versteigert werden. Der Erlös wird dann an den Ambulanten Kinder- und
Jugendhospizdienst Emmaus übergeben, der in den Städten Ennepetal, Gevelsberg,
Schwelm, Sprockhövel und Breckerfeld tätig ist.
Dass so ein Projekt erfolgreich sein kann, hatte Linde Arndt bereits im April
unter Beweis gestellt: 7.000 Euro kamen da für den Kinderschutzbund Ennepetal
zusammen.
Die Idee von Linde Arndt stieß nach ein paar Anlaufschwierigkeiten –
fälschlicherweise wurde Hospizabreit von einigen Personen mit der umstrittenen
Sterbehilfe verwechselt auf viel Begeisterung. Und so fand sich schnell
Unterstützung aus allerlei Richtung: Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister
der fünf Städte und der Landrat haben gemeinsam die Schirmherrschaft übernommen.
Auch die Sparkassen aller betreffenden Städte, die AVU sowie zahlreiche
ehrenamtliche Helferinnen und Helfer unterstützen die Aktion.
Zusätzlich wird die Band „Fighting Spirits“, deren Mitglieder alle auf
unterschiedliche Weise mit der Krankheit Krebs konfrontiert sind oder waren, die
Auktion am 1. Advent musikalisch bereichern.
Für eine schwungvolle Versteigerung wird Werner Hahn als Auktionator sorgen.
Der Leiter der Jugendbühne „Lutz“ am Theater Hagen ist als umtriebiger
Schauspieler dabei voll in seinem Element.
Eigentlich mehr wert
Laut Auskunft von Veranstlaterin Arndt sind sämtliche Bilder Originale,
wurden aktuellen Ausstellungen entnommen oder gar extra für den Anlass erstellt.
So mit seien sie durchweg wertvoller als 100 Euro. Die vergleichsweise günstigen
Preise können nur erzielt werden, da sich alle teilnehmenden Kunstschaffenden
voll mit der Idee identifizieren.
Flagge zeigen
„Vision 100“ soll dazu beitragen, die wichtige Arbeit der Hospizdienste
publik zu machen. „Wir müssen Flagge zeigen, dabei sein und unterstützen“, ist
daher auch Ennepetals Bürgermeisterin Imke Heymann überzeugt, die bei der
Vorstellung des Projekts stellvertretend für ihre Amtskolleginnen und -kollegen
sprach. Die Hospizarbeit zu unterstützen sei keine originäre Pflicht der Städte,
wie sie im Vorfeld verwundert feststellen musste. Umso wichtiger sei es, den
Aktiven zur Seite zu stehen.
Die Versteigerung der Kunstwerke mit Rahmenprogramm beginnt am Sonntag, 27.
November, ab 11 Uhr im Industriemuseum Ennepetal, Neustraße 53. Wer sich im
Vorfeld informieren möchte, findet weitere Informationen zu „Vision 100“ im
Internet unter www.kulturgarten.nrw.
Unter anderem sind dort alle Kunstwerken einsehbar.