Die Holzhütte vor dem Jugendzentrum an der Schulstraße darf jeder nutzen. Sie dient als echter von Jugendlichen gebauter Mehrwert für das ganze Quartier. (Foto: Claudia Eckhoff)

Gevelsberg. (ce) Über manche Kinderträume wird man schneller erwachsen, als man es je für möglich gehalten hätte. Aber „gut Ding“ will eben oft Weile haben.

Am Mittwoch wurde die neue schmucke Holzhütte als wetterfester Treff für Gevelsberger Jugendliche und Stadtteilbewohner vor dem städtischen Jugendzentrum in der Schulstraße endlich feierlich eröffnet.

Als einer der “Bauherren“ der ersten Stunde gilt Christian Schulz. Der heute 24-Jährige gehörte schon im Jahr 2013 zu der Jugendgruppe, die sich regelmäßig am Vendômer Platz traf und sich dort eine „Hütte“ als Treffpunkt, Unterstand und Wetterschutz wünschte.

Die rund 30 Jugendlichen im Alter von 13 bis 27 Jahren, später als „Strandchiller“ bekannt, hielten treu an ihrem Plan fest. Und jetzt, fünf Jahre später, hat er sich erfüllt.

Langer Weg

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit lag ein langer Weg. Begleitet wurden die Jugendlichen dabei von den Mitarbeitern der „Aufsuchenden Jugendarbeit“ (AJA). Landmarken waren erste Gespräche mit der Stadt, die Ermittlung der voraussichtlichen Kosten, erste Entwürfe von Zimmermeister Steffen Meyer und dann die Genehmigung des Bauantrags und die zusätzliche Unterstützung durch das Team von der Combo (Awo).

Der Traum wird wahr

Die Holzhütte vor dem Jugendzentrum an der Schulstraße darf jeder nutzen. Sie dient als echter von Jugendlichen gebauter Mehrwert für das ganze Quartier. (Foto: Claudia Eckhoff)

Die Jugendlichen rührten ordentlich die Werbetrommel für ihr Projekt, gewannen zahlreiche Sponsoren und nutzten etwa Stadtfeste, um Spendengelder zu sammeln, die erst der „Neue Gevelsberger Kulturverein“, später die Stadt Gevelsberg für sie verwaltete.

Im vergangenen Jahr wurde das Fundament gegründet. Die Hütte steht zwar auf dem Außengelände des Jugendzentrums, soll sich von diesem aber abgrenzen und als öffentlicher Platz dienen. Ausgerechnet ein Zaun macht das tatsächlich möglich.

In diesem Frühjahr ging es ans Werk: Zimmermeister Steffen Meyer brachte sich wieder ehrenamtlich ein und bewies sowohl viel Geduld als auch pädagogisches Talent. Zusammen mit ihm errichteten zahlreiche Jugendliche die geräumige Holzhütte samt Ziegeldach. Sie wiederum bewiesen echtes Interesse am Handwerk, Ausdauer und durchaus Geschick.

Rund 30 Stunden nahm das Bauprojekt an sechs Samstagen in Anspruch. Am Mittwoch durchschnitt Gevelsbergs stellvertretender Bürgermeister Stefan Biederbick das Baustellenband und gab die Hütte frei.

Mehrwert fürs Quartier

„Jeder, der vorbeikommt, darf sie nun nutzen“, sagt Bauherr Christian Schulz. „Es gelten allerdings Regeln: Die Hütte ist ein drogen-, alkohol- und rauchfreier Raum.“

Das jugendliche Bauwerk soll noch mit Bänken und Abfallbehältern ausgestattet werden. Dann dient es als wirklicher Mehrwert für das Quartier.

Gefördert wurde es durch das Programm „Jugend stärken im Quartier“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, den Europäischen Sozialfond und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.