Mathilde Franziska Anneke in Köln

Mathilde Franziska Anneke als Skulptur am Kölner ­Rathausturm. Die Zeitung unter ihrem Arm und die ge­brochenen Ketten symbolisieren ihren politischen Kampf für Demokratie und Freiheit. (Foto: Stadtkonservator Köln)

Mathilde Franziska Anneke als Skulptur am Kölner ­Rathausturm. Die Zeitung unter ihrem Arm und die ge­brochenen Ketten symbolisieren ihren politischen Kampf für Demokratie und Freiheit. (Foto: Stadtkonservator Köln)

Sprockhövel/Köln. Nicht nur in Sprockhövel und Hattingen, auch in Köln gehört Mathilde Franziska Anneke zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Stadtgeschichte.
Eine Skulptur am Kölner Rathausturm erinnert seit 1992 an die Journalistin und Freiheitskämpferin, die von 1847 bis 1849 in Köln lebte und wirkte. In der Domstadt zählten Prominente wie Andreas Gottschalk und Moses Hess, Karl Marx und Friedrich ­Engels zu ihren Freunden und Kampfgefährten. Mit ihrem Ehemann Fritz unterhielt ­Anneke einen politischen Salon, war Mitgründerin des Kölner Arbeitervereins und der Neuen Kölnischen Zeitung. Nach deren Verbot gab sie schließlich die „Frauen-Zeitung“ heraus, die nach der zweiten Ausgabe wegen „Angriffe gegen die staatliche Ordnung“ ebenfalls konfisziert wurde.
Kampf für Demokratie
Von der repressiven preußischen Staatsmacht überwacht und drangsaliert, setzte sich Anneke in zahllosen Artikeln und Aufrufen unbeirrt für Freiheit, Gerechtigkeit, Demokratie und Bildung ein.
Im Juni 1849 ließ sie ihren Worten Taten folgen und zog mit ihrem Ehemann gegen die militärische Intervention der Preußen in der Pfalz und in Baden zu Felde. Nach dem Scheitern dieser ersten demokratischen Revolution in Deutschland emigrierte ­Anneke in die USA. Erst 1863 konnte sie wieder nach Köln reisen.
Kostümführung
Auch in Köln wird der 200. Geburtstag Annekes in diesem Jahr gewürdigt. Am 8. April richtete der Kölner Frauengeschichtsverein eine Tagung zu Ehren der Frauenrechtlerin aus. Am 2. September bietet der Verein nun eine Kostümführung auf den Spuren von Mathilde Franziska Anneke im revolutionären Köln an.
Ausdrücklich sind auch Gäste aus Sprockhövel und ­Hattingen zu dieser Führung eingeladen. Ina Hoerner-Theodor vom Kölner Frauengeschichtsverein wird die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im zeitgenössischen Kostüm zu Annekes Kölner Wirkungsstätten führen und von ihrem aufregenden Leben dort berichten.
Treffpunkt in Köln ist am Samstag, 2. September, um 14 Uhr der Brunnen am Breslauer Platz (Nähe Hauptbahnhof).
Die Teilnahmegebühr beträgt 10 Euro. Eine gemeinsame Zugfahrt ab Schwelm bietet sich an. Wer sich an einer Fahrgemeinschaft beteiligen möchte, melde sich im Stadtarchiv Sprockhövel an unter Tel. 02324 / 9701555 oder E-Mail stadtarchiv@sprockhoevel.de.