Mitten im Quartier

Gevelsberg. Die Drogen- und Suchtberatung Gevelsberg hatte am vergangenen Mittwoch, 4. November 2015, zu einem Tag der offenen Tür in ihre Räumlichkeiten in der Hagener Straße 63 eingeladen. Sabine Michel und Sven Wiesel informierten die Besucher an diesem Tag über ihre Arbeit. Auch Bürgermeister Claus Jacobi sprach zum offiziellen Willkommen einige Worte und blickte auf die lange Tradition der Kooperation zwischen Gevelsberg und Hagen zurück. Bereits seit über 30 Jahren arbeiten die beiden Städte in Sachen Drogen- und Suchtberatung Hand in Hand.

Kooperation

„Wir haben hier immer bewusst auf die Kooperation mit Hagen gesetzt“, erklärt der Bürgermeister. „Es ist eine unkomplizierte und eingespielte Zusammenarbeit, die sich bewährt hat.“ Dabei sei nicht nur die räumliche Nähe durch die B7 ein Vorteil, auch die kulturellen Gemeinsamkeiten spielten ein Rolle. „Als Domizil und Anlaufstelle sind die Räumlichkeiten direkt an der B7 mitten im Quartier und somit gut erreichbar“, sagt Jacobi. Anonymität und zentrale Erreichbarkeit seien dort gewährleistet. Und auch die Räumlichkeiten an sich seien sehr ansprechend: „Hier wird eine große Freundlichkeit ausgestrahlt. Es ist wichtig, dass sich die Menschen wohlfühlen.“

Die B7 verbindet – so leider auch im Drogenmilieu, wie Reinhard Goldbach, Chef des Jugendamtes Hagen feststellt: „Somit haben wir in Hagen und Gevelsberg eine gemeinsame Zielgruppe.“ Deswegen sei gerade die geografische Lage der Beratungsstelle gut gewählt.

Am Puls der Zeit

„Drogenkonsum gehört zu jeder Gesellschaft dazu. Man sollte ihn nicht direkt verteufeln, aber immer wachsam sein“, so Claus Jacobi. Der Drogenkonsum und die damit verbundenen Verhaltensweisen verändern sich stetig, daher sei es besonders wichtig, nah am Puls der Zeit und vor allem auch nah an der Jugend zu sein.

Die Nähe zur Jugend ist eine Schnittstelle, die die Beratungsstelle mit dem Projekt „Jugend stärken im Quartier“ verbindet. Seit August haben auch zwei Mitarbeiterinnen dieses Projekts in den Räumlichkeiten ihr Büro bezogen. „Es gibt viele Schnittstellen zwischen unserem Projekt und der Beratungsstelle“, erklärt Mona Kalle, ein Teil des Zweier-Gespanns. So seien auch Vermittlungen von Jugendlichen untereinander möglich.

Das Angebot

Grundsätzlich gilt, dass die Beratung bei Sabine Michel und Sven Wiesel kostenlos und anonym ist. Die beiden Mitarbeiter bieten sowohl Betroffenen, Angehörigen als auch interessierten Bürgerinnen und Bürgern Beratungen im Bereich Alkohol, Spielsucht, Medikamente und illegale Substanzen wie zum Beispiel Drogen. Im großen Beratungsraum ist auch genug Platz, um Familien zu beraten.

Mit der „Glüxxbox“ zum Thema Spielsucht und dem Methodenkoffer zur Alkoholprävention stehen außerdem Anschauungsmaterialien zur Verfügung, die vor Ort eingesetzt werden können. Doch auch Schulen und Institutionen können sich diese ausleihen. So wird gleichzeitig eine vorbeugende Arbeit außerhalb des Beratungszentrums gewährleistet.

Was im Moment vor Ort in Gevelsberg noch gesucht wird, sind substituierende Ärzte. Neben einer Ärztin in Gevelsberg gibt es die nächsten Ärzte erst in Hagen, was für manch einen Besucher der Beratungsstelle schwer zu erreichen ist.