Nach dem Heimatfest ist vor dem Heimatfest

Alle Beteiligten am Schwelmer Heimatfest kamen jetzt noch einmal zur Nachbetrachtung zusammen. (Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph)

Alle Beteiligten am Schwelmer Heimatfest kamen jetzt noch einmal zur Nachbetrachtung zusammen. (Foto: Stadtverwaltung Schwelm / Heike Rudolph)

Schwelm. (Red.) „Es hat sich bewährt, dass wir uns mit etwas Abstand zum Heimatfest in dieser Runde zusammenfinden und uns fragen: Ist alles gut gelaufen oder müssen wir etwas verändern?“ – Mit diesen Worten eröffnete Bürgermeisterin Gabriele Grollmann im Schwelmer Rathaus die jährliche Nachbetrachtung zum Heimatfest. Bei gutem Wetter genossen 55.000 Besucherinnen und Besucher den Festzug der Schwelmer Nachbarschaften. Auch die Kirmes sei sehr gut gelaufen, wie Schausteller-Sprecher Dirk Wagner bestätigte. Geändert habe sich, wie in vielen anderen Städten, auch in Schwelm das Besucherverhalten insofern, als die Gäste mit Rücksicht auf den Arbeitsplatz am Sonntag und Montag nicht mehr bis spät abends auf der Kirmes bleiben würden.
Größte Kirmes seit Bestehen
 Christian Rüth, Leiter des Fachbereichs Bürgerservice, erinnerte daran, dass die Kirmes 2017 mit 164 Schaustellern die größte seit ihrem Bestehen war. Stadt und Dacho loben unisono den Sicherheitsdienst, der hervorragende Arbeit geleistet habe. Der gefürchtete Glasbruch früherer Jahre konnte deutlich gesenkt werden. Das Feuerwerk sei bei den Kirmesbesucherinnen und Besuchern gut angekommen; nicht wenige seien extra abends für den beeindruckenden Lichterzauber noch einmal in die Innenstadt gekommen. Der Festzug „lief rund“, auch wenn es hier und da Lücken gab. Dabei ist aber auch zu beachten, dass die Feuerwehr, so deren Chef Matthias Jansen, allein acht Rettungseinsätze während des Festzuges leistete. Das warme Wetter und das Stehen am Rand des Zuges hatten bei einigen Zuschauerinnen und Zuschauern zu Kreislaufproblemen geführt. Der Zug kommt bei solchen Einsätzen naturgemäß für eine gewisse Zeit zum Stehen. Wie die Feuerwehr war auch die Polizei zum Heimatfest wieder zahlenmäßig mit starkem Aufgebot präsent.
Lücken bleiben Thema
Dacho-Vorsitzende Christiane Sartor bedankte sich bei allen Beteiligten für die große Unterstützung, die man auch in diesem Jahr erfahren habe. Das Reduzieren der Lücken im Zug bleibe ein Thema, an dem man arbeite. Ein guter Wurf war wieder das Senioren-Café in der Eventhalle, an dem 330 ältere Schwelmer Bürgerinnen und Bürger teilnahmen. Der Heimatfestabend sei – gemessen an der Zahl der Besucherinnen und Besucher – ein wenig enttäuschend gewesen, räumte die Dacho-Vorsitzende ein. Man werde diese Veranstaltung im kommenden Jahr verstärkt bewerben. Dirk Wagner lobte die Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt und der Polizei, die dazu geführt habe, auch kritische Situationen zu entschärfen, zum Beispiel wenn Bürger versuchten, trotz Absperrungen mit dem PKW auf das Aufstellgelände zu fahren. Ordnungsamt und Polizei lösten im Rahmen der Jugendschutzkontrollen kritische Situationen gemeinsam auf. Alkoholika wurden vor Ort entsorgt. Es gab, so Rüth, nur zwei Zuführungen alkoholisierter Jugendlicher an die Eltern. Auch für die Polizei stellte sich das Heimatfest 2017 als „eher unproblematisches Jahr“ dar, wie die Polizeihauptkommissare Wolfgang Kolb und Peter Schlimm von der EN-Kreispolizei ausführten. Beim Schwelmer Heimatfestumzug mussten zwei Fahrzeuge zu einem Einsatz im Bereich Potthoffstraße fahren, ohne dass es zu einer Behinderung innerhalb der Zugstrecke gekommen wäre. Schlägereien und Sachbeschädigungen, wie sie im Verlauf eines mehrtägigen großen Volksfestes nicht auszuschließen sind, hielten sich in Grenzen, so dass die Polizei von einem unspektakulären Heimatfest 2017 sprach. Die Bürgermeisterin erläuterte mit Blick auf den geplanten Rathausneubau, dass der Projektsteuerer engagiert worden sei und die wichtigen Vorarbeiten auf Hochtouren laufen würde. Sie wagte die Prognose, dass die Kirmes, die auch am Neumarkt stattfinde, im kommenden Jahr wohl noch wie bisher ablaufen könne. In der aktuellen Sitzung des Behindertenbeirates hatte ein Rollstuhlfahrer geschildert, dass er nur unter Mühen zum Festzug gelangt sei. Das Ordnungsamt betonte, dass der Sicherheitsdienst allein in diesem Jahr circa 25 Mal Menschen begleitet habe, um ihnen den Weg zu bahnen, denn bekanntlich ist die Innenstadt ab einer bestimmten Uhrzeit „dicht“. Man nehme den Hinweis aber ernst und werde daher den Vorsitzenden des Behindertenbeirates zum Vorgespräch für das Heimatfest 2018 einladen.
Ehrenpreis im kommenden Jahr
Gabriele Grollmann wird für das kommende Heimatfest einen Wanderpokal stiften: „Diesen Ehrenpreis soll eine Frau oder ein Mann erhalten, die oder der für das Heimatfest unentbehrlich ist und dabei nie in der ersten Reihe steht“.