Internationaler Einsatz mit Schere und Nähmaschine: Die Nähwerkstatt der Flüchtlingshilfe Sprockhövel. (Foto: Flüchtlingshilfe Sprockhövel)

Sprockhövel. Schon wieder hat ein Projekt der Flüchtlingshilfe Sprockhövel bei der EN-Krone den ersten Platz belegt. Die Nähwerkstatt schnitt bei dem Wettbewerb der AVU in der Kategorie Soziales am besten ab. Bereits im letzten Jahr hatte die Flüchtlingshilfe mit ihrem Projekt „Urban Gardening“ ganz vorn gelegen.

An einem Ende des großen Tisches beugen sich vier Frauen über ein Schnittmuster, während am anderen Ende bereits zwei Nähmaschinen rattern. Die Stimmung ist gut im „MachMit“, dem Treffpunkt der Flüchtlingshilfe Sprockhövel an der Mittelstraße 67 in Haßlinghausen.

Nähmaschinen und neues Material

Die Frauen und Männer der Nähwerkstatt haben Grund zur Freude, denn mit ihrem Gewinn ist auch der stattliche Betrag von 2.000 Euro verbunden. Nun können zwei sogenannte Overlock-Nähmaschinen und weiteres Material und Werkzeuge angeschafft werden.

Die Nähwerkstatt der Flüchtlingshilfe hat mit kleinen Decken angefangen. Als viele Geflüchtete noch in Turnhallen leben mussten, stellten Freiwillige aus Sprockhövel das Projekt „Mini-Decki“ auf die Beine. Hier wurden Decken für Kinder genäht, die bunte Farbtupfer in das triste Leben in den Turnhallen bringen sollten.

Daraus entwickelte sich später der Nähtreff. Dort trafen sich einmal im Monat Geflüchtete und Einheimische, um gemeinsam neue Dinge zu entwerfen, die Freude am Nähen und ihre kreativen Ideen zu teilen und sich gegenseitig neue Schnittmuster und Techniken beizubringen. Das war so erfolgreich, dass auch andere Projekte der Flüchtlingshilfe mit Selbstgenähtem ausgestattet werden konnten.

Aus Treff wird Werkstatt

Nun wird der Nähtreff zur Nähwerkstatt ausgebaut, die zweimal monatlich samstags von 14 bis 17 Uhr im „MachMit“ stattfindet. An jedem zweiten Samstag finden Workshops zu bestimmten Themen statt, an jedem vierten Samstag des Monats können eigene Ideen verwirklicht oder Änderungen vorgenommen werden. Außerdem soll zukünftig zum monatlichen Repair-Café eine Änderungsschneiderei gehören – jeweils am ersten Samstag eines Monats von 14 bis 18 Uhr im Jugendzentrum Niedersprockhövel, Eickerstraße 23.

Voneinander und miteinander lernen

Dabei gilt das Motto: Selber machen, voneinander lernen und dabei näher in Kontakt kommen. Unter den Geflüchteten in Sprockhövel sind viele mit Näherfahrung, darunter auch zwei sehr motivierte Berufsschneider. Sie können andere anleiten, Kleidungsstücke und Taschen selber anzufertigen oder einfache Änderungen an Kleidung vorzunehmen.

Die Nachfrage gerade dafür ist sehr groß, oft fehlt es aber an einer eigenen Maschine oder an dem Wissen, wie man diese bedient. Die Nähwerkstatt will hier Abhilfe schaffen.

Unterstützung leisten zwei weitere Flüchtlingshilfe-Projekte: Über die Kleiderkammer können gespendete, ältere Nähmaschinen angenommen und im Repair-Café instandgesetzt werden.