(v.l.) Die Autoren Christian F. Seidler, Karin Hockamp und Dr. Klaus Walterscheid, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Sprockhövel, stellen das Buch zur Noelle-­Chronik vor. (Foto: Daniela Franz)

Sprockhövel. Eine der wichtigsten Quellen des 19. Jahrhunderts zur Sprockhöveler Geschichte ist die Chronik des Amtmanns Thomas No­el­le. Er übte sein Amt von 1839 bis 1847 aus.

Noelle wurde zwar in der Vergangenheit in Aufsätzen und Vorträgen häufiger zitiert, doch die vollständige Wiedergabe seiner Chronik erscheint jetzt zum ersten Mal – 170 Jahre nachdem der Amtmann seine Schilderungen auftragsgemäß der Königlichen Preußischen Regierung (heute Bezirksregierung) in Arnsberg vorlegte. In ihrem Buch über die Chronik des Thomas Noelle zeichnen Karin Hockamp und Christian F. Seidler zunächst die Biographie des Amtmanns nach.

Noelles Aufzeichnungen geben Einblicke in das Selbstverständnis eines preußischen Verwaltungsbeamten, in die Strukturen des preußischen Obrigkeitsstaates und zeigen die großen Probleme und Herausforderungen auf, die die kleine westfälische Kommune zu Beginn des Industriezeitalters zu bewältigen hatte.

Besonders interessant sind auch die von Noelle hervorgehobenen volkskundlichen Besonderheiten im seinerzeitigen Sprockhövel. Für Familienforscher sind die Erwähnungen der damals führenden Akteure, der Begüterten vor Ort und der zahlreichen Siedlungen im damaligen Amtsbezirk von Bedeutung.

Die Textwiedergabe ist eingebettet in einen Überblick der Autoren zur historischen Situation der 1815 gebildeten Provinz Westfalen, speziell des Kreises Hagen, zu dem das Amt Sprockhövel damals gehörte.

Das Buch mit einer Reproduktion des ältesten Fotos von Niedersprockhövel umfasst 392 Seiten. Es enthält außerdem 41 schwarz-weiß Abbildungen und 14,90 Euro beim Heimat- und Geschichtsverein Sprockhövel und im Buchhandel erhältlich. Vorgestellt wird es am Samstag, 16. Juni, um 15 Uhr in der Heimatstube an der Hauptstraße 85.