Ennepetal. (Red.) Nach über drei Jahren Arbeit sind die Säuberungs- und Renaturierungsarbeiten in der Ennepetaler Kluterthöhle abgeschlossen.

Am vergangenen Freitag, 26. Januar, wurde der dritte und letzte Bereich im Beisein von hochkarätigen Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft im Geopark-Center im Haus Ennepetal eröffnet. Dem gemeinnützigen Arbeitskreis Kluterthöhle und der Gesellschaft „Kluterthöhle und Freizeit“ ist es durch eine Förderung der NRW-Stiftung für Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege über 50.000 Euro für den zweiten und 57.000 Euro für den dritten Bauabschnitt gelungen, die Höhlenwände vom Staub und Schmutz der Jahrhunderte zu befreien.

Los ging es mit den Arbeiten am 15. September 2014. Die Wände der Höhle wurden intensiv gesäubert, sodass ein beeindruckendes Relief aus zahllosen Korallen, Stromatoporen (ausgestorbene, koloniebildende Meerestiere) und anderen Riffbewohnern freigelegt worden ist – ein Fossilienreichtum, der selbst von anerkannten Fachleuten als europaweit einmalig bezeichnet wird. Besonders hervorzuheben sind dabei die zahlreichen Nautiliden, die von den Paläontologen als Raritäten angesehen werden.

 

2.752 Schubkarren Schutt

Während der Arbeiten wurden alte Einbauten, Aushubmassen, zehn Kubikmeter Elektroschrott und imposante 2.752 Schubkarren Bauschutt entsorgt. Zahlreiche Gänge wurden nachhaltig zurückgebaut und renaturiert. Der dritte und letzte Bauabschnitt war mit 1.700 Schubkarren Bauschutt und einer Länge von über 300 Metern der größte und aufwendigste Teil der Arbeiten. Die Gesamtlänge der Gänge beträgt jetzt 5.821 Meter, 57 Meter neue Gänge wurden während der Arbeiten freigelegt. Durch die Beseitigung von 34 Stufen ist die Höhle nun so barrierefrei wie möglich gestaltet.

„Wir freuen uns, dass unser Wohnzimmer, die Kluterthöhle, durch die Renaturierung jetzt noch mehr Strahlkraft besitzt. Ich lade alle Ennepetaler ein, sich auf den zahlreichen Führungen ein eigenes Bild zu machen.“
Florian Englert, Geschäftsführer der „Kluterthöhle und Freizeit“

Mitglieder des Arbeitskreises Kluterthöhle halfen tatkärftig mit: Sie planierten und säuberten die Wege, gruben Kabel der neuen Beleuchtung ein, halfen bei der Beseitigung der alten Beleuchtung und brachten neue Lampen durch Taucher an. Parallel dazu entdeckten die Mitglieder des Arbeitskreises neue, mit Tropfstein geschmückte Höhlengänge. Die Firma „Gebr. Born Werkzeugfabrikation“ unterstützte die Arbeiten des Vereinsmit der Anbringung eines neuen Geländers.

In strahlendem Licht

Um die Höhle in einem neuen, energieeffizienten und ökologisch besseren Licht erstrahlen zu lassen, wurden mit finanziellen Mitteln der „Kluterthöhle und Freizeit“ insgesamt 1.100 neue LED-Leuchten installiert. Diese sorgen aber nicht nur für eine erhebliche Energieersparnis: Selbst Kenner der Höhle erleben jetzt eine bizarre, neue Unterwelt. Besondere Höhepunkte sind zwei neue Lichtshows mit musikalischer Untermalung.