Sauers Elemente: Feuer und Wasser

Nach 41 Jahren ist Schwelms Leiternder Schwimm-Meister Ulrich Sauer nun in Rente gegangen. Seine verdienstvolle Arbeit für die Stadt Schwerte wurde nachhaltig gewürdigt von Bürgermeister Jochen Stobbe, Schwelms Beigeordneten und Kämmerer Ralf Schweinsberg (2.v.l.), Andreas Tolksdorf, Leiter des Fachbereichs Zentraler Service (2.v.r.), Dieter Lalic, Fachbereich Familie und Bildung, (l.), Christiane Rath, 1. stellvertretende Personalratsvorsitzende (r.), und natürlich Ulrich Sauers Nachfolgerin, der Leitenden Schwimm-Meisterin Anja Lefarth. (Foto: Stadt Schwelm)

Schwelm. Das berufliche Leben des Leitenden Schwimm-Meisters Ulrich Sauer, der jetzt nach 41 Jahren aus dem Dienst der Stadt verabschiedet wurde, war aufs engste mit Schwelms Bädern verbunden – und das wörtlich und beinahe schicksalhaft.

Zur Welt kam Ulrich Sauer im Marienhospital, aufgewachsen ist er in der Sternenburgstraße. Nach dem Besuch der katholischen Schule Engelbertstraße absolvierte er eine Lehre als Gärtner. Zwei Jahre im Lehrberuf schlossen sich am Bauhof der Stadt Schwelm an, dann wurde der „Schwelmer Junge“ im März 1973 Schwimm-Meister-Anwärter. Mit großen Erwartungen sah er seinen künftigen Arbeitsplatz vor seinen Augen entstehen, wurde doch damals gerade das Schwelmer Hallenbad gebaut. Dann kam der 29. März 1973: Ulrich Sauer wurde als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Schwelm zu einem Großeinsatz in die Mittelstraße gerufen: Dort löschte er mit seinen Kameraden das in Brand geratene Hallenbad-Gebäude, in dem er vier Wochen später seine Arbeit hätte aufnehmen sollen!

Indem Ulrich Sauer den Aufbau des neuen Bades von seinen Grundlagen her verfolgte, verwuchs er förmlich mit dem Gebäude. Ulrich Sauer kannte jede Schraube und jede Leitung und wurde so schon früh auch zum Fachmann in technischen Fragen. Im Mai 1974 wurde das Bad wieder eröffnet, 1975 legte Ulrich Sauer an der Sporthochschule Köln seine Prüfung zum staatlich geprüften Schwimm-Meister ab.

Auch beim Neubau des Freibades am Ländchen, das später für zehn Jahre sein Haupteinsatzort werden sollte, verinnerlichte Ulrich Sauer das technische „System Bad“ grundlegend. Seine Sachkenntnis ermutigte ihn Ende der 90er Jahre zu einem wagemutigen Schritt. In einer Fachzeitung hatte er über die seinerzeit kaum verbreitete Salzelektrolyse gelesen. Er gewann Schwelms damaligen Bürgermeister Rainer Döring für diese Idee, die im politischen Raum zu dem Beschluss führte, dass „Schwelms Badewasser“ ab 1999 nicht mehr mit Chlor zu reinigen. Das Hallenbad gewann dadurch zusätzliche Badegäste und einen Sonderstatus bei Schwimmfreunden auch aus der weiteren Region.

Immer im Einklang mit dem von ihm ausdrücklich gelobten Team entwickelte Ulrich Sauer neue Ideen, um das Bad populär zu machen. Dazu gehört das Schwimm-Frosch-Logo, das eine Zeitlang auf Taschen und Handtüchern prangte und heute offiziell für das Hallenbad steht. Dazu gehört aber auch der Verkauf von Getränken und Eis und das Ausrichten von Kindergeburtstagen im Hallenbad. Weitere Wegmarken waren für den umtriebigen Mann der Einbau von Blockheizkraftwerken und – unter Bürgermeister Dr. Jürgen Steinrücke – der behindertengerechte Umbau des Hauses mit Aufzug und Beckenlift sowie später die energetische Sanierung mit neuer Fensterfassade.

Der 60 Jahre alte Ulrich Sauer kümmert sich nun in der Alters- und Ehrenabteilung weiterhin um das Archiv der Schwelmer Feuerwehr. Sein größtes und liebstes Hobby aber ist seine Familie, seine Frau Brigitte, seine Töchter und seine inzwischen drei Enkelkinder, die in Ulrich Sauer einen leidenschaftlichen Großvater haben. Nach wie vor schwimmt der frisch gebackene Neurentner gerne. Dann trifft er seine langjährige Mannschaft wieder, die ihm zum Abschied liebevoll aus Zehn-Euro-Scheinen ein „Hallenbad“ gebaut hat. Über seine Kolleginnen und Kollegen sagt Ulrich Sauer: „Es war ein Riesenglück, mit diesen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen – es ist ein richtig gutes Team.“