Schwelm: Sparkassen-Zweigstellen entfallen ersatzlos

Das neue Vorstandsmitglied Michael Lindermann mit Sparkassen-Chef Lothar Feldmann und dem scheidenden Vorstandsmitglied Roland Zimmer (von links) in der neu gestalteten Kundenhalle. (Foto: Stefan Scheler)

Schwelm. (Sche) „Der neue Aufbau unserer Hauptstelle ist ein Meilenstein für zeitgemäßen Bankservice“, zeigte sich der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Schwelm, Lothar Feldmann, vor wenigen Tagen bei der Vorstellung des fast abgeschlossenen Umbaus stolz auf das Erreichte: „Das zeitgemäße Konzept ist, dass unsere Mitarbeiter auf die Kunden zugehen.“

Zu diesem Zweck hat das Architektenbüro Potthoff und Krüger, auf Entwürfe und Bauausführung von Bankgebäuden spezialisiert, 13 Beratungszimmer installiert, in denen Geldangelegenheiten diskret und in persönlicher Atmosphäre zu besprechen sind. Diese vom Möbelhaus Hüls individuell eingerichteten Kammern tragen jede den Namen einer Schwelmer Nachbarschaft. Als Diskretions-Sichtschutz und zur Verschönerung werden die Glasfronten noch mit den jeweiligen Wappen der Brauchtumsvereine und einer Ansicht der Schwelmer Stadtsilhouette verziert, eine Aufgabe, welche die in der Kreisstadt ansässige Künstlerin Christa Wolff übernimmt. 4,4 Millionen Euro hat der nach 13 Monaten Bauzeit fast beendete Umbau der 1977 errichteten Sparkassen-Hauptstelle in der Schwelmer Fußgängerzone gekostet. Davon sind 300.000 Euro auf die Zwischenlösung im Container auf dem Parkplatz an der Römerstraße entfallen.

„Dafür haben wir jetzt einen modernen und ansprechenden Auftritt, um den uns manche Nachbar-Sparkasse sicher beneidet“, kommentierte Lothar Feldmann bei einem Rundgang das neue Erscheinungsbild: „Ich erwarte, dass aus den umliegenden Städten branchenkundige Besucher kommen, die sich für eigene Pläne einiges abschauen werden.“

Was manche Bürger zwischen Winterberg und Oberloh an der neuen Ausrichtung ihres städtischen Finanzinstituts nicht so freudig begrüßten, war die mit der Neukonzeption der Hauptstelle einhergehende Schließung aller Nebenstellen. Davon gab es bislang vier Stück im Stadtgebiet, nämlich am Oberloh, am Winterberg, an der Barmer Straße und am Möllenkotten. Diese fallen mit der Neueröffnung der Hauptstelle am Montag, 15. April, ersatzlos weg. „Damit wollen wir uns aber nicht aus der Fläche zurückziehen“, versicherte der Vorstandsvorsitzende: „Schwelm ist die räumlich kleinste Gemeinde Nordrhein-Westfalens, in der die Entfernungen zwischen drei Filialen und dem Zentrum nur 500 bis 700 Meter betragen. Zum Oberloh sind es 1,2 Kilometer.“ Zum einen seien das Entfernungen, die zu bewältigen seien, zum anderen zögen die Kunden überwiegend dort ihr Geld, wo sie es ausgeben wollten, nämlich an der Hauptstelle in der Innenstadt. Nur neun Prozent der Bürger nutzten beim Gang zur Sparkasse ausschließlich die Zweigstellen. Wer aber aus persönlichen Gründen Bargeld nicht an der Hauptstraße abholen könne, dem stehe ein kostenloser Bargeld-Bringservice zur Verfügung, bei dem zuverlässige Sparkassen-Mitarbeiter in neutralen Autos die Euros in unauffälliger Weise an die Wohnadresse zum Beispiel älterer oder behinderter Menschen befördern.

Damit stellt sich die Sparkasse Schwelm, die bei 125 Mitarbeitern einen Marktanteil von 60 Prozent hat, und bei der 75 Prozent der Kreisstädter Konten oder Bankverbindungen unterhalten, für die Zukunft noch besser auf, wie Lothar Feldmann als zusammenfassende Bewertung des „neuen Kleids“ seines Unternehmens feststellte. Übrigens tut sich auch personell einiges: Nach 20 Jahren geht Vorstandsmitglied Roland Zimmer in den Ruhestand; Nachfolger des 60-Jährigen ist seit Monatsbeginn der 46-jährige Michael Lindermann, der sich zuvor als Leiter der Firmenkundenabteilung bei der Sparkasse Mülheim an der Ruhr, die viermal so groß wie ihr Schwelmer Gegenstück ist, seine Meriten erworben hatte.

Am Montag, 15. April 2013, begeht die Sparkassenmannschaft zur Feier der Eröffnung gemeinsam mit den Schwelmer Bürgern und auswärtigen Gästen von 8.15 Uhr bis 18 Uhr einen Tag der offenen Tür, der mit dem Zerschneiden des „Roten Bandes“, vorgenommen von Lothar Feldmann, Roland Zimmer und Michael Lindermann, beginnt.