Spielvereinigung nun Herr über Sportplatz

Freuen sich über die Vereinbarung bezüglich der Sportplatzübergabe in Linderhausen: (von links) Ralf Fisseler (SpVgg.), Achim Stockermann (Technische Betriebe Schwelm), Michael Clever, Ulrich Sack (beide SpVgg.), Bürgermeister Jochen Stobbe, Thomas Striebeck (Stadt) und Rainer Sieper (SpVgg.). (Foto: Frank Schmidt)

Schwelm. (zico) Herr im Hause, oder besser, über den Linderhauser Sportplatz, ist seit wenigen Tagen die örtliche Spielvereinigung, die ab sofort den Sportplatz pflegt und die Schlüsselgewalt über die Anlage mit dem kleinen Vereinsheim übernimmt. Eine vierköpfige Delegation von Stadtverwaltung und Technischen Betrieben Schwelm, angeführt von Bürgermeister Jochen Stobbe, besuchte aus diesem Anlass die Vertreter der Spielvereinigung um deren Vorsitzenden Ulrich Sack auf dem Sportplatz unweit der Hattinger Straße, um den entsprechenden Vertrag zu besiegeln.

„Es ist erst die zweite Sportplatzübergabe der Stadt an einen Verein“, so Stadtoberhaupt Stobbe über die Übereinkunft, die beide Vertragspartner zu Gewinnern macht. Bereits seit 1998 besteht eine ähnliche Vereinbarung mit dem VfB Schwelm über die Anlagen „Am Brunnen“ und „In den Roten Bergen“, mit der man bei der Stadt gute Erfahrungen gemacht hat. So gab es keine Bedenken, als nun die Spielvereinigung Linderhausen mit einem ähnlichen Ansinnen an die Stadt heran trat, zumal sich für beide Vertragspartner klare Vorteile aus der Vereinbarung ergeben.

Die Stadt zahlt knapp 75 Prozent des Betrages, der bislang an die Technischen Betriebe Schwelm floss, zur Pflege und Unterhaltung des Sportplatzes an den Verein, der somit 16.900 Euro einnimmt. Dafür pflegen Mitglieder der Spielvereinigung den Tennenplatz, das Begleitgrün mit Wegen und Einfriedung, warten die Flutlichtanlage und sorgen dafür, das Umkleiden, Klubheim, Duschen und Lagerräume in Schuss bleiben. „Wir haben in den Reihen unserer Mitglieder Leute, die fachlich in der Lage sind, diese Aufgaben in die Tat umzusetzen, zum Beispiel Landschaftsgärtner und sogar einen Gartenbauingenieur“, so Linderhausens Vereinsvorsitzender Ulrich Sack, der sich über den warmen Regen in der Vereinskasse freut: „Von den 16.900 Euro wird eine schöne Summe beim Verein bleiben.“

Ursprünglich hatte der Verein den Wunsch, dass der Sportplatz mit einem Kunstrasenbelag versehen wird; ein Ansinnen, das sich allerdings derzeit schon aus finanziellen Gründen nicht realisieren lässt. Denn Eigentümer des Platzes ist und bleibt die Stadt Schwelm, und die müsste dann auch in den Kunstrasen investieren. Während Ulrich Sack von einem Betrag in Höhe von 450.000 Euro ausgeht, spricht Jochen Stobbe von mehr als 600.000 Euro: „Man darf nicht vergessen, dass dieser Platz alles andere als eben ist. Hohe Kosten würden auch für die Drainage anfallen.“

Ungeachtet dessen hält das Stadtoberhaupt einen Kunstrasenplatz in Schwelm für wünschenswert und erforderlich, um den Fußballern gute Bedingungen einzuräumen: „Innerhalb der Politik müssen wir über die Idee eines Sportparks reden und werden uns in diesem Jahr Klarheit verschaffen, welche Flächen dafür in Frage kommen. In fünf Jahren wäre ein solcher Sportpark vielleicht realisierbar.“ Ob der Kunstrasenplatz dann von mehreren Vereinen oder einem Fusionsklub genutzt würde, ist allerdings noch völlig offen.

Ob eine solche Anlage auch Heimstatt der Schwelmer Basketballer seien könnte, ist noch weitaus fraglicher, denn eine Halle für die Baskets müsste nach einem Aufstieg mindestens 1.500 Plätze vorhalten. „So etwas ließe sich nur unter Mithilfe von Sponsoren realisieren; außerdem könnte diese Halle nicht allein dem Basketball dienen, sondern müsste das ganze Jahr über genutzt werden, auch für andere Zwecke, zum Beispiel im Unterhaltungsbereich. Das geht angesichts der Größe Schwelms nur im Zusammenwirken mit angrenzenden Kommunen“, denkt Stobbe über den Tellerrand hinaus.

Perspektiven und Visionen also, denen in den kommenden Jahren noch Konturen gegeben werden müssten. Ganz konkret aber sind erst einmal die Vorteile, die sich aus der Sportplatzübergabe ergeben. Zum Beispiel für das Schwelmer Stadtsäckel – der Kämmerer spart hierbei jährlich stolze 5.000 Euro ein, denn statt 16.900 Euro zahlte die Stadt bislang 21.900 Euro für Pflege und Unterhaltung des Platzes. Der Vertrag zwischen der Stadt Schwelm und der Spielvereinigung Linderhausen läuft bis zum 31. Dezember 2015 …