Tango, Salsa, Disco-Fox: Lebensalter nicht entscheidend

Flott geht es an den Freitagen zu, wenn zwischen zehn und zwanzig Tanzbegeisterte beim freien Training einmal so richtig in Fahrt kommen. (Foto: Stefan Scheler)

Ennepetal. (Sche) Wenn Polizeibeamter Harald Kohlstadt im Dienst genug von der Schlechtigkeit der Welt gesehen hat, widmet er sich gern den fröhlichen und schönen Seiten des Lebens. Dann fungiert er als 1. Vorsitzender des Ennepetaler Tanzclubs Rot-Gold, der im Haus Ennepetal sein Domizil hat. „Ich bin über meine Frau zum Tanzen gekommen“, schmunzelt der 56-Jährige: „Wenn wir zu Polizeifesten eingeladen waren, störte es sie, dass ich auf der Tanzfläche keine so gute Figur abgab.“

Das hat sich mittlerweile mächtig geändert. Der Chef des Vorstands hat zwar überwiegend organisatorische Arbeit in dem 1976 gegründeten, etwa 150 Mitglieder zählenden Verein zu leisten, sich jedoch über den engen Kontakt zu den sechs „vereinseigenen“ Tanzlehrern, von denen zwei vom Allgemeinen Deutschen Tanzlehrer-Verband zertifiziert sind, eine flotte Sohle angeeignet.

Pressewartin Bettina Kuhnert und Harald Kohlstadt, 1. Vorsitzende des ETC Rot-Gold, mit Tanzfreunden im großen Saal des Vereins. (Foto: Stefan Scheler)

„Jemand muss die Arbeiten zur Aufrechterhaltung des Betriebs leisten, da darf sich auch der Vorstand samt Vorsitzendem nicht zu schade sein“, umreißt Harald Kohlstadt seine Stellung: „Leider kommen viele Menschen nur zum Tanzen hierher.“ Dabei ist der mit edlem Parkett ausgelegte und mit attraktiver Vereinsgastronomie ausgestattete Raum keine Tanzschule. „Man kann hier zwar Tanzen lernen“, stellt Harald Kohlstadt klar: „Das Vereinsleben steht jedoch im Vordergrund.“ Das umfasst neben der Teilnahme an Turnieren Ausflugsfahrten mit oder ohne Tanzbetrieb, Grillfeste, Weihnachtsfeiern und die Präsentation des Vereins auf Stadtfesten in der Region. „Wir sind zum Beispiel bei der Ennepetaler Stadtfete, beim Boulevard Gevelsberg oder beim Adventsmarkt präsent“, berichtet Pressewartin Bettina Kuhnert von den Aktivitäten: „Weil Tanzen gut für Körper und Seele ist, sind wir auch für den Ennepetaler Gesundheitsmarkt am Samstag, 5. Mai 2012, angemeldet.“

Die Palette an Tänzen sieht man an den Girlanden, vor denen Pressewartin Bettina Kuhnert und 1. Vorsitzender Harald Kohlstadt posieren. (Foto: Stefan Scheler)

Dann werben die Tanzfreunde an ihrem Informationsstand wieder für ihren Sport, für den man laut Bettina Kuhnert eigentlich nie zu alt sein kann. „Ich selbst habe erst vor Kurzem angefangen“, strahlt die 46-Jährige: „Ein wunderbares Alter, um Tanzen zu lernen.“ „Es ist übrigens nicht wie mit dem Fahrrad fahren“, lacht Harald Kohlstadt: „Einmal gelernt und immer im Blut bleiben die Schritte nicht so leicht. Nur die wahren Routiniers kommen nach Jahren des Pausierens problemlos wieder in Übung.“

Darum findet beim ETC Rot-Gold im Haus Ennepetal regelmäßiges Training statt. Entweder ist ein Lehrer dabei, oder man kann, wie beim freien Training an jedem Freitag ab 20.30 Uhr, ganz entspannt, fast wie bei einem Abiturball, das Tanzbein schwingen. Apropos Abi-Ball. „Vor diesen Terminen füllt sich plötzlich immer unser Lokal“, grinst Harald Kohlstadt: „Genauso ist es vor größeren Hochzeiten.“ „Solche ,Crash-Kurse‘ sind aber gar kein Problem“, versichert Bettina Kuhnert: „Beim Disco-Fox sollte man nach zehn Stunden für Feste fit sein. Gäste sind uns immer willkommen.“ Das trifft auf alle Altersklassen zu, vom einstelligen Bereich bis zu den älteren Semestern. „Nachdem die Stadt Ennepetal die Senioren-Tanznachmittage aus Kostengründen einstellen musste, sind wir in die Nachfolge dieser Einrichtung getreten“, lädt Harald Kohlstadt ein: „Der nächste Termin ist Gründonnerstag, also der 5. April.“ Wer sich über die Vereinsarbeit des ETC Rot-Gold informieren oder sich zu Tanzkursen anmelden möchte, kann dies unter Ruf 02333/ 80625 jederzeit tun. Das Angebot ist breit gefächert und reicht von Standardtänzen über Salsa, Tango Argentino und Lateinamerikanische Tänze bis zu Hip-Hop für die Jugend oder Orientalischen Tanz für Anfänger und Fortgeschrittene. Da für die Anfänger- und Fortgeschrittenenstunden im Salsa die Gruppen noch zu klein für eine gesicherte Planung sind, sollten sich hierfür verstärkt Interessierte melden. Bis zu drei Wochen ist kostenloses Schnuppern möglich.