Totale Mondfinsternis

EN-Kreis. (lwl) Am frühen Montagmorgen, 28. September 2015, zeigt sich am Himmel ein besonderes Naturschauspiel: Eine totale Mondfinsternis. Was das genau bedeutet, erklärt Astronom Dr. Björn Voss.

Astronom Dr. Björn Voss erklärt die Monfinsternis, die am Montag zu sehen ist. (Foto: LWL/Steinweg)
Astronom Dr. Björn Voss erklärt die Monfinsternis, die am Montag zu sehen ist. (Foto: LWL/Steinweg)

Was passiert bei einer Mondfinsternis?

Voss: Der Mond tritt vollständig in den Schatten der Erde. Dazu müssen Mond, Erde und Sonne in einer Linie stehen. In den meisten Monaten führt die Neigung der Mondbahn dazu, dass der Mond entweder nördlich oder südlich des Erdschattens hindurchschlüpft. Theoretisch läuft er zweimal im Jahr durch diesen Schatten. Aber wegen der Neigung seiner Bahn tritt der Mond häufig nur in den Rand des Erdschattens. Eine totale Mondfinsternis gibt es deshalb im Mittel nur etwa einmal pro Jahr – je nach Bahnausrichtung. Um sie auch zu sehen, muss man dann noch auf der jeweils mondzugewandten Seite der Erde leben: Da man den Mond nur fünfzig Prozent der Zeit sieht, sieht man logischerweise auch nur etwa jede zweite Mondfinsternis.

Kann man eine Mondfinsternis überhaupt beobachten? Es ist doch dunkel.

Voss: Ja, kann man. Denn zum einen spenden die Sterne ein bisschen Licht. Zum anderen ist es ein Irrtum, dass der Mond während einer Mondfinsternis komplett schwarz ist. Vielmehr wird er in einem dunklen Kupferrot strahlen. Die Erdatmosphäre kann man nämlich mit einem Prisma vergleichen: Sie leitet das Licht der Sonne in ihren Schatten hinein und färbt es dabei dunkelrot – ähnlich wie bei einem Sonnenuntergang. Die rötliche Färbung des Mondes entsteht also im Grunde durch sämtliche zu diesem Zeitpunkt stattfindenden Sonnenuntergänge auf der Erde.

Hat eine totale Mondfinsternis Auswirkungen auf die Erde?

Voss: Vielleicht verwandeln sich die Werwölfe kurzfristig in Menschen zurück, das müssten wir noch nachprüfen. Nein, im Ernst: Wissenschaftlich gesehen hat eine totale Mondfinsternis keinerlei Auswirkungen – weder auf uns, noch auf die Gezeiten.

Wer sich die Mondfinsternis in ganz besonderem Rahmen anschauen möchte, hat dazu auf dem Vorplatz des LWL-Museums für Naturkunde in Münster Gelegenmheit. Dr. Björn Voss und seine Kollegen werden dort Fernrohre aufstellen und Besuchern das Phänomen erklären. Beginn der Beobachtung ist um 2 Uhr. Ab 3.07 Uhr wird die Finsternis sichtbar. Neben der Mondfinsternis zeigt Voss auch andere Höhepunkte am Himmel, etwa das Sternbild Orion oder die Planeten Venus und Jupiter. Da die Mondfinsternis nur bei gutem Wetter beobachtet werden kann, informiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Abend vorher unter www.lwl-planetarium-muenster.de und via Twitter (@lwl_aktuell) darüber, ob die Veranstaltung stattfindet.