Volkstrauertag in Fouqueux sehr bewegend

Nach einer Messe suchte man zum Volkstrauertag in Fourqueux verschiedene Gedenkstätten auf, wo die Namen gefallener Soldaten verlesen wurden. (Foto: privat)

Schwelm/Fourqueux. Seit Bestehen der Städtepartnerschaft Schwelm-Fourqueux hat zum ersten Mal ein Stadtoberhaupt aus Schwelm an der Veranstaltung zum Volkstrauertag in der französischen Partnerstadt teilgenommen. Gabriele Grollmann und eine Delegation des Clubs „Schwelm-Fourqueux“ waren nach Fourqueux gereist, wo das Gedenken am 11. ­November stattfand.

Bürgermeister Daniel Level, Freunde des Clubs „Les amis de Schwelm“, zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Fourqueux und die Schwelmer ­Gäste gedachten gemeinsam der Opfer von Krieg und Gewalt weltweit.

Nach einer Messe in der ­Kirche von Fourqueux suchte man verschiedene Gedenkstätten auf, wo die Namen gefallener Soldaten verlesen wurden. Auch Kinder wurden in das Gedenken einbezogen. Leises Trommeln und das Tragen von Fahnen verstärkten atmosphärisch den Ernst des Gedenkens und die Tiefe der Gefühle.

Ähnlich wie in Belgien liegt auch in Frankreich auf der Erinnerung an den 1. Weltkrieg ein besonderer Fokus.

„Es waren bewegende Momente, die einmal mehr verdeutlicht haben, wie wichtig die deutsch-französische Freundschaft ist und dass wir alles in unserer Kraft Stehende tun müssen, um den Frieden in der Welt zu bewahren. Ich bin sehr glücklich, dass unsere Städtepartnerschaft mit Fourqueux so stark und menschlich ausgerichtet ist“, fasst Gabriele Grollmann ihre persönlichen Eindrücke vom Volkstrauertag in Schwelms Partnerstadt zusammen.

In einem besonderen Akt versammelte man sich an der Grundschule vor der Gedenktafel von Armand und Céline Zahler, um ihrer zu gedenken. Das Ehepaar Zahler hatte während der Besetzung Frankreichs durch die Nationalsozialisten die drei Kinder des jüdischen Doktors Weyl in Mareil-Marly verborgen. Mit dem stillen Mitwissen und durch aktive Hilfe dieser und jener Nachbarn wurden die drei Kinder und auch deren Eltern gerettet.

In Frankreich haben 2500 Personen wie das Ehepaar Zahler für solche menschlichen Handlungen die Medaille der Gerechten verliehen bekommen.

Schwelms Bürgermeisterin führte ein bewegendes Gespräch mit einem Zeitzeugen, der eines der vom Ehepaar Zahler geretteten Kinder war. Der Mann, der als kleiner Junge dank des Mutes von Mitmenschen den Krieg überlebte, hat sich heute besonders der Aussöhnung zwischen Franzosen und Deutschen verschrieben.