Volontärin abgetaucht Meerjungfrau für einen Tag

Gevelsberg/Hagen. Seit Januar ist Lara Zeitel Volontärin beim Wochenkurier.
Diese Tätigkeit gibt ihr die Möglichkeit, Neues und Spannendes auszuprobieren.
Die 27-Jährige ist seit Jahren leidenschaftliche Schwimmerin und hat in einem
ihrer letzten Urlaube auch das Tauchen für sich entdeckt. Für den Wochenkurier
hat sie jetzt etwas besonderes ausprobieren können: ein Mermaid-Shooting. Heute
berichtet sie von diesem einzigartigen Erlebnis.
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Von Lara Zeitel
Die Augen brennen leicht, als ich sie im kühlen Chlorwasser öffne, die Ohren
dröhnen, unter Wasser klingt alles dumpf, und doch fühle ich mich gleichzeitig
schwerelos. Den Blick nach vorne gen Kamera gerichtet, versuche ich meinen
Körper – der zur Hälfte in einer bunten Fischflosse verschwunden ist – und meine
Gedanken unter Kontrolle zu bekommen. „Den Kopf einfach ausmachen, ausatmen und
langsam untertauchen“, lauten die Instruktionen, die Peter Jacobs mir kurz
vorher mitgibt, bevor wir abtauchen. Seine Worte schwirren in meinem Kopf umher,
schon geht mir die Luft aus und ich tauche wieder auf. Ob da nun schon ein gutes
Foto dabei war?
Ein Fotograf taucht ab
Peter Jacobs ist seit über 30 Jahren Unterwasser-Fotograf. Lange Zeit war der
Atlantik vor Lanzarote und Fuerteventura sein ganz persönliches Fotostudio. Seit
1982 begeistert er sich für ungewöhnliche und surreale Motive ­– vor allem
unter Wasser. Durch die Taucherei ist er vor etwa sieben Jahren zu seiner Idee
der Meerjungfrauen gekommen. „Eine Freundin hatte meine Fotos gesehen und mir
von einer Kinderfernsehserie mit einigen Meeresnixen erzählt und mich gefragt,
ob das nichts für mich wäre. Im Anschluss daran hab ich mir zunächst eine Flosse
besorgt und angefangen auf Lanzarote, in Zusammenarbeit mit den Hotels,
Mermaid-Fotos zu machen“, erzählt der charismatische Profitaucher, der lange
Zeit in seiner eigenen Tauchschule Big Blue Sea auf Lanzarote selbst auch
Tauchlehrer ausbildete. „Aus einer Flosse wurden dann schnell mehrere und so
entstand nach und nach eine neue Geschäfts­idee.“ Seinen Tauchschein hat der
sympathische Wasserliebhaber bereits 1985 gemacht. Die Leidenschaft für die
Unterwasserwelt war sofort entfacht.
Rückkehr zur Basis
Anfang des Jahres kehrte der auf Lanzarote lebende Fotograf nach Deutschland
zurück, um der Familie näher zu sein. In Köln suchte er kurz darauf Parter und
fand sehr schnell Kontakt zu den Köln-Bädern. „Die fanden meine Idee gut“,
blickt er zurück. „Doch irgendwie wollte ich noch ein Stück weiter. In diesem
Fall bis ins Schwimm-Inn nach Gevelsberg. „Ich wurde über meine Homepage
angeschrieben, ob ich mir so etwas auch anderswo als in Köln vorstellen könnte
und mittlerweile hat sich meine Meerjungfrauen-Aktion bis nach Braunschweig und
an den Bodensee verbreitet. Allmählich bekomme ich auch in Deutschland den
Bekanntheitsgrad, den ich auf den Kanaren bereits hatte“, freut er sich.
Herausforderungen unter Wasser
Doch was sieht er selbst denn nun als größte Herausforderung an diesen
außergewöhnlichen Fotografien?
„Nun, in erster Linie liegt die größte Herausforderung darin ein gutes Bild
von jedem zu bekommen, egal ob Anfänger oder Profimodel. Mein Ziel ist es, dass
jeder der zu mir kommt am Ende sagt: Wahnsinn, sowas hab ich noch nie im Leben
gemacht!“ erklärt Peter Jacobs. Sein Ansporn: „Es soll nicht nur gut aussehen,
sondern auch Spaß machen. Den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern mit
einem Bild – das ist für einen Fotografen das Größte.“
Bleibende Erinnerungen
Ich für meinen Teil stelle nach den knapp zwei Stunden fest: Auch für mich
war diese Erfahrung ein Highlight, dass ich nicht so schnell vergessen werde,
denn wann hat man schonmal die Chance den lang gehegten Disney-Traum zu
verwirklichen und im Arielle-­Kostüm durchs Wasser zu gleiten – festgehalten
in einem Foto, was auch optisch in außergewöhnlicher Erinnerung bleibt.