Was hilft bei Epilepsie? Experten-Rat am Telefon

Epilepsie bei Kindern – welche Therapie ist sinnvoll

Epilepsie bei Kindern – welche Therapie ist sinnvoll, wie können Eltern ihren Nachwuchs unterstützen? Dazu beraten Experten am Telefon. (Foto: clipdealer.de)

EN-Kreis. (Red.) Es kann jeden treffen. Ein epileptischer Anfall kommt oft ohne Vorwarnung und stellt das Leben völlig auf den Kopf. Eben noch gesunde Menschen sehen sich mit einer schweren, möglicherweise chronischen Erkrankung konfrontiert, die den Betroffenen bei einem Anfall jegliche Kontrolle über ihren Körper entzieht.
Die Folge ist ein Leben in ständiger Ungewissheit. Kommt es zu einem weiteren Anfall? Wann und wo wird es passieren? Was die meisten erwachsenen Patienten vor große Herausforderungen stellt, kann Eltern von Kindern mit Epilepsie an ihre Grenzen führen. Ihre ständige Sorge um das Kind steht im Gegensatz zu seiner notwendigen Entwicklung hin zu mehr Eigenständigkeit und Selbstbestimmung. Wie die moderne Epilepsie-Therapie und weitere Unterstützungsangebote zur Lebensgestaltung von Kindern und Erwachsenen mit Epilepsie beitragen, dazu informieren Experten am Lesertelefon anlässlich des Tags der Epilepsie 2017.
Alles andere als selten
Jeder Mensch hat die Veranlagung zu einem epileptischen Anfall, denn unser Gehirn weist eine grundsätzliche Bereitschaft zur unkontrollierten elektrischen Entladung auf. Das zeigt auch die Statistik: Epilepsie ist eine der häufigsten Erkrankungen des Zentralnervensystems überhaupt. Jeder Zehnte erlebt bis zu seinem 80. Lebensjahr einmal einen epileptischen Anfall. Dann feuern wie bei einem Gewitter Nervenzellen in begrenzten oder größeren Teilen des Gehirns gleichzeitig und ohne Steuerung.
Je nachdem, welche Teile des Gehirns betroffen sind und wie viele Nervenzellen sich entladen, kommt es zu Anfällen unterschiedlicher Art und Intensität. In vielen Fällen existiert keine spezifische Ursache. Im Prinzip kann eine Epilepsie also jeden treffen, doch die meisten Neuerkrankungen werden bei Kindern und Jugendlichen sowie bei Menschen über 60 festgestellt. Die gute Nachricht: Rund 70 Prozent der Patienten werden durch die medikamentöse Behandlung anfallsfrei und können ein weitgehend normales Leben führen.
Expertenrat von Medizinern und Betroffenen
Wann spricht man überhaupt von Epilepsie? Was kann ich von der medikamentösen Therapie erwarten? Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen? Wie kann ich für eine gesunde Entwicklung meines Kindes sorgen, ohne es zu sehr in seiner Entfaltung einzuschränken? Wo erhalten betroffene Eltern Unterstützung? Was können Kollegen, Lehrer und andere Bezugspersonen für einen angemessenen und sicheren Umgang mit Erkrankten tun – im Alltag und bei einem Anfall?
Antworten auf alle Fragen rund um die Epilepsie bei Kindern und Jugendlichen gibt es am Lesertelefon am Donnerstag, 5. Oktober, anlässlich des Tag der Epilepsie 2017.
Die Leitungen sind von 10 bis 15 Uhr geschaltet unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 2 811 811.
Die Experten am Telefon sind:

  • Univ.-Prof. Gerhard Kurlemann; Arzt für Kinder- u. Jugendmedizin, Neuropädiatrie, Verkehrsmedizin, Oberarzt der Klinik für Kinder – und Jugendmedizin, Leiter des Bereiches Neuropädiatrie und pädiatrische Epileptologie am Uniklinikum Münster
  • Priv.-Doz. Dr. med. Lothar Burghaus; Facharzt für Neurologie und Chefarzt der Klinik für Neurologie am Heilig Geist-Krankenhaus, Köln
  • Anja Daniel-Zeipelt; Epilepsie-Patientin, Autorin mehrerer Bücher zum Thema Epilepsie, Leun bei Wetzlar
  • Sarah Jørgensen; Epilepsie-Patientin und Autorin des Romans „Panthertage – Mein Leben mit Epilepsie“