Weltweite Tanzaktion gegen Gewalt an Frauen auch in Schwelm

Ein Zeichen setzen und Gewalt gegen Frauen und Mädchen ächten – das ist das Ziel der Tanzaktion „One Billion Rising“. Sie findet am Mittwoch, 14. Februar, um 17 Uhr auf dem Schwelmer Bürgerplatz statt. (Foto: P. Bedow)

Schwelm. (ce) Auf der ganzen Welt nehmen sich Frauen – und auch viele Männer – am Mittwoch, 14. Februar, ein wenig Zeit, um ein Zeichen zu setzen, ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen und ein Zeichen für ihre Gleichstellung.

Zum vierten Mal findet die Kampagne „One Billion Rising“ (zu Deutsch: „Eine Milliarde erhebt sich“) an diesem Tag um 17 Uhr auf dem Schwelmer Bürgerplatz auch ihren Ausdruck im EN-Kreis. Die Aktion wird unterstützt vom Ensemble „Streetpercussion“ und von den „Party Fetzern“ aus Ennepetal.

Hier wie anderswo

„Eine Statistik der Vereinten Nationen besagt, dass eine Milliarde Frauen betroffen ist. Das heißt: Jede dritte Frau wird im Laufe ihres Lebens geschlagen, gedemütigt, zu sexuellen Handlungen gezwungen, kontrolliert, bedroht oder vergewaltigt“, erläutert Petra Bedow, Gleichstellungsbeauftragte der Kreisverwaltung. Die Täter sind zu 90 bis 95 Prozent Männer.

Die Menschen im Ennepe-Ruhr-Kreis leben in dieser Frage keineswegs auf einer Insel der Glückseligen. Gern vermutet man hierzulande die Gewalt gegen Frauen in anderen weit entfernten Teilen der Welt, in fremden Kulturen. „Das ist ein Irrglaube“, weiß Petra Bedow. „Auch bei uns ist oder war jede vierte Frau von häuslicher Gewalt betroffen. Jede dritte Frau wird außerhäuslich zum Opfer von Gewalt.“

Gewalt ist nie Privatsache

Petra Bedow vermutet, dass es dieses Ausmaß in der heimischen Region schon lange gibt. Das Anzeigeverhalten aber habe sich verändert. „Lange Zeit vertraten zu viele die Auffassung, dass Privatsache ist, was hinter der geschlossenen Tür passiert. Mittlerweile hat man erkannt, dass es sich hierbei um eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung handelt“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte.

Im 21. Jahrhundert gehören zu Gewaltakten längst auch Cybermobbing und Sexting. Wer etwa unerlaubt Nacktbilder über soziale Netzwerke öffentlich macht, tut damit der bloßgestellten Frau eine extreme Form der Gewalt an.

Ein Zeichen setzen

„Wir freuen uns über alle, die sich der Aktion anschließen und damit unmissverständlich klar machen, wie armselig jede Form von Gewalt an Frauen und Mädchen ist“, betonen die Organisatorinnen Petra Bedow, Sabine Hofmann (Ennepetal), Christel Hofschröer (Gevelsberg) und Rita Miegel (VHS EN-Süd) sowie der Stadt Schwelm, der Frauenberatung EN und dem Gesine-Netzwerk Gesundheit.

Nähere Informationen gibt es unter Tel. 02336 / 4759091 oder auch per E-Mail an info@frauenberatung-en.de oder unter www.onebillionrising.de.