Wohlfühlatmosphäre für alte EN-Akten

Wetter. (Red./ME) Archivalien sind nicht nur spannende Wegweiser in die Vergangenheit, sie haben auch Gewicht und verlangen nach Raum: Für das Kreisarchiv wurde dieser in einer ehemaligen Turnhalle in Wetter (Ruhr) geschaffen. Karten, Bücher und Akten finden hier zukünftig Platz auf 2.300 laufenden Regalmetern. Oder – andere Zahlenkombinationen – auf einer Fläche von 292 Quadratmetern können Unterlagen mit einem Gewicht von rund 180 Tonnen untergebracht werden, ein Archivwagen mit 50 Regalböden kann rund 3.000 Kilogramm Papier aufnehmen.

Inzwischen hat das Team um Archivleiter Dr. Dietrich Thier, gleichzeitig Fachbereichsleiter Kultur der Stadtverwaltung in Wetter, damit begonnen, acht Jahrzehnte Kreisgeschichte aufzuarbeiten. Die ersten Archivalien sind einsortiert. Für sie wurden die Bedingungen geschaffen, die sicherstellen, dass sie Interessierten noch lange zur Verfügung stehen. Neben hohen Sicherheitsvorkehrungen im Brandschutz, einer idealen Luftfeuchtigkeit von unter 45 Prozent und einer Raumtemperatur von 17 Grad sorgt eine spezielle, UV-undurchlässige Beschichtung der Fenster für eine wahre Akten-Wohlfühlatmosphäre. Und auch beschädigte Archivalien sind im Kreisarchiv in besten Händen: Um beispielsweise mit Schimmelpilz befallene Akten zu säubern, steht den Mitarbeitern eine „mikrobiologische Arbeitsbank“ zur Verfügung.

Offiziell eingeweiht wird das Archiv, für das der Ennepe-Ruhr-Kreis jährlich rund 120.000 Euro investiert, mit der Vortragsveranstaltung „Zwischen Burgen und Stahl“. Sie findet am Freitag, 17. April 2015, von 10.30 bis ca. 15 Uhr statt. Veranstaltungsort ist das Rathaus der Stadt Wetter (Ruhr), Kaiserstraße 170.

Dazu werden neben Landrat Dr. Arnim Brux und Bürgermeister Frank Hasenberg als Referenten Prof. Dr. Heinrich Schoppmeyer, Dr. Stefan Leenen und Dr. Olaf Schmidt-Rutsch erwartet. Sie liefern eine Übersicht über die Burgen im Ennepe-Ruhr-Kreis, thematisieren die Archäologie der Burgen und den Stahl aus dem Ruhrtal. Ebenfalls das Wort ergreifen wird Dr. Thier, sein Thema lautet „Edelstahl aus Wetter: Erkenntnisse zur regionalen Stahlproduktion“.