Wehringhausen. Die Gegend rund um den Wehringhauser Wilhelmsplatz ist das, was man in Berlin einen Kiez und in Paris ein Quartier nennt. Bei uns spricht man eher von einem „Viertel“. Das quirlige Viertel zwischen Rehstraße und Buschey mit seiner rührigen Kreativ-Szene wird jetzt abermals in einer kostenlos verteilten Viertel-Zeitschrift verewigt. „089 magazin wehringhausen“ heißt das Heft und ist quasi die Fortsetzung einer Examensarbeit.

„Mach doch mal…“

„Mach doch mal ein Magazin über Wehringhausen…“ – mit diesen harmlosen Worten fing alles an, als Natalie Potulski im Herbst 2017 auf der Suche nach einem Thema für ihre Bachelor-Arbeit in Design an der FH Dortmund war.

Rund ein Jahr, viele Arbeitsstunden und noch viel mehr Schweißtropfen später war die Arbeit schließlich fertig. Doch sie sollte nicht nur in irgendeiner Mappe verschwinden, sondern möglichst auch gesehen werden und so konnte aus Mitteln des Projektes „Soziale Stadt Wehringhausen“ der Druck realisiert und am 8. September 2018 der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Das kostenlos verteilte Heft wurde im Stadtteil überaus positiv angenommen, zog sogar weit darüber hinaus Aufmerksamkeit auf sich. Ehemalige Bewohnerinnen und Bewohner des Viertels ließen sich Exemplare quer um den Globus zuschicken, auch verschiedene politische Gremien der Stadt Hagen äußerten sich lobend zu dieser unkonventionellen Art des Stadtteilmarketings „von unten“.

Ehrenamtliche Autoren

So war dann auch für Natalie Potulski und den Werhinghauser Michael Vollmer, der die Entstehung des Heftes begleitet und gefördert hatte, klar: Es muss eine zweite Aufgabe geben – mit einem neuen Konzept. Und so wurde der ebenfalls in Wehringhausen lebende Journalist Jan Eckhoff gewonnen, um gemeinsam eine „Stadtteilredaktion“ ins Leben zu rufen.
Bald hatte sich ein „harter Kern“ von einem guten Dutzend ehrenamtlich engagierter Personen aus dem Stadtteil gefunden, die nun gemeinsam an der zweiten Ausgabe arbeiteten, unter professioneller Anleitung Themen suchten, recherchierten, fotografierten und schließlich in Artikel verwandelten.

Für einen Teil der Kosten konnten noch einmal Mittel aus dem Förderprogramm für Wehringhausen gewonnen werden, die restlichen Kosten wurden schließlich durch viele Sponsoren sowie die großzügige Unterstützung durch die Wohnungsgesellschaft EWG und die Druckerei Domröse aufgebracht.

Buntes Wehringhausen

Nach mehreren hundert Arbeitsstunden war es nun schließlich soweit: Am gestrigen Freitag, 22. März, konnte das zweite „089 magazin wehringhausen“ vorgestellt werden Ein – inhaltlich – buntes Heft ist entstanden. Porträtiert wurden unter anderem Aspekte der Wehringhauser Baukunst, die frühere Straßenbahnlinie 8, das Kulturzentrum Pelmke, der Grafiker Rolf Escher, Menschen an der „Bohne“ und eine Moschee.

Das Team hofft, dass es auch eine dritte und vielleicht mehr Ausgaben geben wird – die Suche nach weiteren Menschen, die sich an der Stadtteilredaktion beteiligen möchten, sowie nach Sponsoren läuft.

 

wehringwehringsh