1. Heimspiel in der neuen „Ische“

Hans-Uwe Schröer gehört in Hagen längst zu den sportlichen Urgesteinen. Fast jeder kennt ihn als Phoenix-Hallensprecher. Am 1. Oktober hat er zudem noch einen weiteren Job bei den Korbjägern übernommen: er ist jetzt auch Teammanager. Ausgerechnet an diesem „heißen“ Wochenende wird er 50! (Foto: Jörg Laube)

Hagen. (ME) Er ist leidenschaftlicher Korbjäger-Fan und bekommt an diesem Wochenende das sicherlich schönste Geburtstagsgeschenk seines Lebens. Die Rede ist von Hans-Uwe Schröer, Hallensprecher von Basketball-Erstligist Phoenix Hagen. Ausgerechnet zu seinem 50. Geburtstag geht die neue „Ische XXL“ vor vollem Haus – was in diesem Falle über 3000 Zuschauer bedeutet – in Betrieb. Wenn es jetzt auch noch einen „lockeren“ Sieg im 1. Ischeland-Heimspiel gegen den Gast aus Ludwigsburg gibt, ist Schröers Geburtstagsglück vollkommen.

Uwe Schröer gehört in Hagen längst zu den sportlichen Urgesteinen. Als Phoenix-Hallensprecher ist der auf dem Kuhlerkamp aufgewachsene Diplom-Betriebswirt kaum aus der „Ische“ wegzudenken. Am 1. Oktober hat er zudem noch einen weiteren Job bei den Korbjägern übernommen: er ist jetzt auch Teammanager der Erstliga-Profis. Das heißt: Uwe Schröer kümmert sich um die Betreuung der gesamten Mannschaft. Im Mittelpunkt stehen dabei natürlich allerlei Hilfestellungen für die aus dem Ausland hinzugekommenen Akteure. Schließlich fällt es beispielsweise jungen US-Amerikanern nicht immer ganz leicht, die bürokratischen Hürden in Deutschland zu meistern. Deshalb hat sich Phoenix dazu entschlossen, einen Teammanager zu installieren – und dafür im basketballverrückten (was hier überaus positiv gemeint ist) Hans-Uwe Schröer den richtigen Mann gefunden.

Mit Leidenschaft

Der „im Zivilberuf“ bei der Mark-E tätige Uwe Schröer hat seine Hallensprechertätigkeit einst unter den Fittichen des legendären Eintracht-Handball-Stars Gustl Wilke begonnen. Schnell führte ihn der Weg damals in „höhere Sphären“ – etwa zu den Bundesliga-Handball-Damen von Borussia Dortmund und rasch in die Ischelandhalle. Und als dann der neue Bundesligist Phoenix aus der Taufe gehoben wurde, war es für Schröer keine Frage, sich auch hier ehrenamtlich zu engagieren. Unterstützt wird er dabei von Ehefrau und Tochter Christina, beide ebenfalls mit Leidenschaft im (Phoenix-)Sport dabei.

„Ohne unsere vielen Ehrenamtler wären der Erfolg und der Aufstieg von Phoenix nicht möglich geworden,“ weiß Schröer. Und er verweist in diesem Zusammenhang vor allem auch auf den enormen Kraftakt im Zusammenhang mit dem Ausbau der Hohenlimburger Injoy-Halle an der Färberstraße vor gut einem Jahr. „Hätte es damals nicht so viele Enthusiasten an Volme und Lenne gegeben, hätten wir die Vorgaben der BBL niemals bewältigen können.“

Viele Fähigkeiten

Ein hochzufriedener Uwe Schröer beim wochenkurier: „Wer hätte vor Beginn der Spielzeit gedacht, dass Phoenix gleich drei Spiele auswärts gewinnen würde? Oder dass wir in Bonn nur hauchdünn verlieren?“ (Foto: Michael Eckhoff)

Apropos Auflagen der Basketball-Bundesliga. Eine Hallensprecher-Tätigkeit in der BBL verlangt von der Person, die diesen wichtigen Posten bekleidet, nicht nur eine gewisse Portion Selbstbewusstsein, sondern selbstverständlich auch die Fähigkeit, sich ordentlich ausdrücken zu können. Dazu gehören unter anderem fremdsprachliche Kenntnisse. Schließlich sind in vielen Erstliga-Clubs regelrechte Multi-Kulti-Teams unterwegs – und deren Vor- und Hausnamen haben es mitunter in sich.

Und noch eine Fähigkeit muss ein BBL-Hallensprecher mitbringen – die Bereitschaft, Vorschriften verinnerlichen zu können. „Es ist kaum vorstellbar, was uns von Seiten der BBL alles vorgeschrieben wird,“ plaudert Hans-Uwe Schröer ein wenig aus dem Nähkästchen der BBL-Regelungswut. Da ist zum Beispiel genauestens geregelt, wann und wie Musik eingespielt werden darf. „Ein Club, der sich nicht penibelst an die Vorgaben hält, wird rasch mit einer Geldbuße belegt.“

Sehr zufrieden

Mit dem bisherigen Saison-Verlauf ist Schröer natürlich hochzufrieden. „Wer hätte denn vor Beginn der Spielzeit gedacht, dass wir gleich drei Spiele auswärts gewinnen würden? Oder dass wir in Bonn nur hauchdünn verlieren?“ Bislang habe sich jedenfalls gezeigt, dann man sogar mit den „Großen“ in der Liga gut mithalten kann.

„Dies lässt hoffen für den weiteren Verlauf der Saison – sprich: dass wir den Klassenerhalt problemlos schaffen werden.“ Schröer führt den bisherigen Erfolg darauf zurück, dass in diesem Jahr eine durch und durch homogene Truppe am Start ist – trotz des kleinen Budgets, mit dem Phoenix lediglich ausgestattet sei.

Ohne Seward

Wenn am morgigen Sonntag die Partie gegen Ludwigsburg angeworfen wird, braucht Schröer einen Spieler allerdings nicht anzukündigen: Seward! Wegen einer „Unsportlichkeit gegenüber einem Schiedsrichter“ hat Dirk Horstmann, Spielleiter der Basketball-Bundesliga, Edward Seward mit einer Sperre von einem Pflichtspiel belegt. Somit steht Seward den Feuervögeln in der Partie gegen EnBW Ludwigsburg am Sonntag (17 Uhr) nicht zur Verfügung. Am Mittwoch gegen Trier darf er aber wieder auflaufen. Des Weiteren muss Seward eine Geldbuße in Höhe von 1.500 Euro zahlen.

Der 2,06 Meter große Center war am Sonntag im Spiel bei den Baskets Bonn von Schiedsrichter Max Kindervater in der 8. Minute des vierten Viertels disqualifiziert worden. Der Disqualifikation voraus gegangen war nach Erhalt des fünften Fouls das Werfen eines Tape-Verbandes auf den Schiedsrichter. Zu diesem Zeitpunkt stand es 98:91 für Phoenix Hagen; am Ende hieß es 103:102 für die Baskets Bonn.