10-Euro-Gedenkmünze für „Schneewittchen“

Hagen. (Red.) Schneewittchens Stiefmutter war eine stolze, eitle Frau. Ständig befragte sie ihren Spiegel, ob sie die Schönste im ganzen Land sei: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Und der Spiegel antwortete ihr immer, dass niemand schöner sei als sie.

Die brandneue 10-Euro-Münze ist gültiges Zahlungsmittel. Sie erzählt das Märchen „Schneewittchen“ und zeigt den Spiegel, die sieben Zwerge, die böse Stiefmutter und Schneewittchen und den vergifteten Apfel. Der glatte Münzrand enthält den Spruch: „Spieglein, Spieglein an der Wand …“ (Foto: wochenkurier)

Als das kleine Schneewittchen heranwuchs, wurde es immer schöner. Das bemerkte auch der Königinnen-Spiegel. Er sagte es der Herrscherin. Sie erschrak und wurde grün vor Neid. Sie rief einen Jäger. Der Mann sollte das Kind töten und ihr zum Beweis Lunge und Leber mitbringen. Der Jäger wollte aber das Kind nicht ermorden. Er ließ es laufen und brachte der Königin Leber und Lunge eines Wildschweins mit.

Mutterseelenallein

Nun war Schneewittchen mutterseelenallein in einem großen Wald. Es fürchtete sich. Da sah es ein kleines Häuschen und ging hinein, um sich auszuruhen. In dem Häuschen war alles winzig klein, zierlich und sauber. Da stand ein weißgedecktes Tischlein mit sieben kleinen Tellern, sieben Löffelchen, sieben Messerlein und Gäbelchen und sieben Becherlein. An der Wand waren sieben Bettlein nebeneinander aufgestellt und schneeweiße Laken darüber gedeckt. Weil es so hungrig und durstig war, aß Schneewittchen von jedem Teller ein wenig Gemüse und Brot und trank aus jedem Becher einen Tropfen Wein. Es wollte niemandem alles wegnehmen. Dann schlief die Prinzessin ein.

Als es dunkel geworden war, kamen die Besitzer von dem Häuslein. Es waren die sieben Zwerge, die in den Bergen nach Erz gruben. Sie zündeten die Kerzen an. Als es nun hell wurde, sahen sie, dass jemand im Haus gewesen war. Ein Zwerg erblickte das schlafende Schneewittchen.

Am nächsten Morgen erzählte Schneewittchen den Zwergen ihre schreckliche Geschichte. Die Zwerge boten ihr an, den Haushalt zu führen. Bei ihnen, dachten sie, sei Schneewittchen vor der bösen Stiefmutter sicher.

Mit einem Apfel

Die Königin glaubte, nach dem Tod der Prinzessin sei sie wieder die Allerschönste und trat vor ihren Spiegel. Doch der Spiegel erzählte ihr: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier. Doch Schneewittchen hinter den Bergen bei den sieben Zwergen ist tausendmal schöner als ihr!“ Da erschrak sie und merkte, dass der Jäger sie belogen hatte. Sie überlegte erneut, wie sie ihre Stieftochter umbringen könnte…

Sie färbte sich das Gesicht und zog alte Kleider an. So ging sie über die Berge zu den sieben Zwergen, klopfte an die Türe und bot dem Mädchen einen Apfel an. Sie teilte den Apfel und gab Schneewittchen die vergiftete Hälfte. Wenig später fiel es tot zu Boden und die Königin eilte nach Hause. Ihr neidisches Herz war zufrieden.

Als die Zwerge abends nach Haus kamen, fanden sie Schneewittchen. Sie legten es auf eine Bahre und setzten sich dazu und weinten bitterlich, drei Tage lang. Dann wollten sie es begraben. Aber es sah noch frisch aus wie ein lebender Mensch und hatte noch schöne rote Backen. Also bauten sie einen gläsernen Sarg. Sie legten Schneewittchen hinein und schrieben mit goldenen Buchstaben seinen Namen darauf und dass es eine Königstochter wäre. Dann stellten sie den Sarg hinaus. Einer von ihnen blieb immer dabei und bewachte ihn.

Entzückt

Wenig später reiste ein Königssohn durch den Wald. Er kam zu dem Zwergenhaus und wollte dort übernachten. Er sah den Sarg und das liebliche Schneewittchen darin. Entzückt von ihrer Schönheit ließ der Königssohn den Sarg von seinen Dienern forttragen. Plötzlich stolperten sie über einen Strauch. Durch den Ruck fiel der giftige Apfel, den Schneewittchen abgebissen hatte, aus ihrem Hals. Nach kurzer Zeit öffnete es die Augen und richtete sich auf.

Der Königssohn freute sich und wollte sie als Ehefrau auf sein Schloss mitnehmen. Eine prächtige Hochzeit wurde geplant. Zu dem Fest war auch die Stiefmutter eingeladen. Als sie mit ihrem schönsten Kleid vor dem Spiegel stand, antwortete er ihr, dass die junge Königin tausendmal schöner sei als sie.

Da fluchte die böse Frau. Sie wollte zuerst gar nicht auf die Hochzeit gehen. Doch es ließ ihr keine Ruhe, sie musste die junge Königin sehen. Und als sie hineintrat, erkannte sie Schneewittchen. Vor Schreck erstarrte sie. Aber es waren schon eiserne Pantoffeln über das Kaminfeuer gestellt. Sie wurden mit Zangen hereingetragen und vor sie hingestellt. Sie musste zur Strafe in die rotglühenden Schuhe treten und so lange tanzen, bis sie tot zu Boden fiel.

Schneewittchen und ihr Prinz aber heirateten und lebten glücklich und zufrieden. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute

10-Euro-Gedenkmünze

Die Bundesregierung hat nun eine 10-Euro-Gedenkmünze „Schneewittchen“ ausgegeben. Sie ist die erste Münze mit Bildern zum Thema „Märchen der Gebrüder Grimm“. In den nächsten Jahren sollen vier weitere Münzen hinzukommen, mit anderen Motiven aus den „Kinder- und Hausmärchen“ der Brüder Grimm. Diese Märchensammlung gibt es seit über 200 Jahren.

Die Bildseite zeigt die wichtigsten Elemente des Märchens: Den Spiegel, die sieben Zwerge, die böse Stiefmutter, Schneewittchen und den vergifteten Apfel.

Die Wertseite der 10-Euro-Münze zeigt den Bundesadler, die Jahreszahl 2013 sowie die zwölf Europasterne. Der glatte Münzrand enthält in vertiefter Prägung den Spruch „Spieglein, Spieglein an der Wand…“.

Bekommen kann man die Münze als Wechselgeld beim wochenkurier, aber auch bei einigen Banken.