10-Millionen-Euro-Projekt an der MVA Hagen

Diese Woche fand der erste Spatenstich zum Bau einer Stromturbine an der Müllverbrennungsanlage in Hagen statt. Unser Bild zeigt (v.l.) Oberbürgermeister Jörg Dehm, Martin Erlmann (Aufsichtsratsvorsitzender des HEB/HUI), Ivo Grünhagen (kaufm. Vorstand Enervie), Ursula Metz (Aufsichtsratsmitglied HEB/HUI), Dr. Herbert Bleicher (Geschäftsführer HEB/HUI), Heinz-Dieter Kohaupt (Bezirksbürgermeister), Manfred Reiche (Geschäftsführer HEB/HUI). (Foto: HEB)

Hagen. Am 7. März 2013 fiel der Startschuss für den Bau der neuen Stromturbine auf dem Gelände neben der Müllverbrennungsanlage. Oberbürgermeister Jörg Dehm, die Geschäftsführer und der Aufsichtsrat des Hagener Entsorgungsbetriebs (HEB GmbH) und der Hagener Umweltservice- und Investitionsgesellschaft mbH (HUI) sowie Vertreter der Kommunalpolitik und beteiligter Bauunternehmen trafen sich auf dem planierten Areal zum ersten Spatenstich.

Anfang Dezember 2012 begannen die Rückbauarbeiten auf dem direkt an die Müllverbrennungsanlage (MVA) Am Pfannenofen angrenzenden Grundstück. Dort entsteht nun eine eingehauste“ Stromturbine samt Luftkondensator. 15 Monate Bauzeit sind für das 10-Millionen-Euro-Projekt veranschlagt.

Diese Investition dient einerseits der wirtschaftlichen Zukunftssicherung der Müllverbrennungsanlage und andererseits leistet die neue Turbine einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz. Da besonders in den Sommermonaten weniger Fernwärme abgenommen wird, produziert die Turbine zukünftig aus der überschüssigen Wärme Energie.

Pro Jahr können so 17.000.000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Genug, um knapp 5.000 Haushalte ein Jahr lang mit Energie zu versorgen. Allerdings wird der in der Müllverbrennungsanlage erzeugte Strom nicht an Endkunden weitergeleitet, sondern als Betriebsstrom genutzt. Somit können voraussichtlich 1.500.000 Euro Energiekosten eingespart werden. Und auch die Umwelt profitiert hiervon: Fast 10.000 Tonnen C02 können auf diese Weise gespart werden.

Oberbürgermeister Jörg Dehm zeigt sich beim Spatenstich erfreut über diesen zukunftsweisenden Schritt: Ich freue mich sehr, dass mit dem Bau der neuen Stromturbine auch ein bedeutender Schritt zum Erhalt und zur Sicherung der Arbeitsplätze der beiden Unternehmen HEB und HUI gemacht werden konnte.“

Auch Dr. Herbert Bleicher, Geschäftsführer von HEB und HUI, blickt zuversichtlich in die Zukunft: Nach den monatelangen intensiven Planungen und detaillierten Wirtschaftlichkeitsberechnungen werden nun sichtbare Taten folgen. Wir freuen uns auf den Beginn der Arbeiten und hoffen auf einen reibungslosen Bauverlauf.“ Verlaufen die Bauarbeiten planmäßig, produziert die Turbine im Juli 2015 den ersten Strom.

Hintergrund

Die Müllverbrennungsanlage Hagen versorgt vier Fernwärmestränge. Das ist zum einen das Heizwerk in Helfe, die Ischelandtrasse mit Westfalenbad, das Ischelandstadion, die Enerviearena, das Theodor-Heuss-Gymnasium und die Meinolfschule sowie der HUI-Betriebshof. Außerdem bezieht eine Firma an der Alexanderstraße sogenannten Prozessdampf.

Auf diese Weise wird aus dem verbrannten Abfall Energie gewonnen und jährlich in 70.000.000 Kilowattstunden Fernwärme umgewandelt. Würden die 70 Millionen Kilowattstunden durch Primärenergie erzeugt, erforderte dies den Verbrauch von rund 7.000.000 Litern Heizöl. Eine Menge, für die jedes Jahr fast 240 Tanklastzüge nach Hagen fahren müssten. Zudem werden durch die Nutzung der Fernwärme 22.800 Tonnen CO2 eingespart.