100 Jahre Sport- und Spielverein Volmarstein

100 Jahre Fußball in Volmarstein! Die aktuelle 1. Mannschaft des SuS spielt zur Zeit in der Kreisliga A. (Foto: SuS Volmarstein)

Volmarstein. (anna) Mit über 700 Mitgliedern stellt der Spiel- und Sportverein (SuS) Volmarstein eine echte sportliche Größe in der Region Hagen dar. Vor allem die Jugendarbeit wird beim SuS groß geschrieben. Allein 150 Judokas und 250 Fußballer bis maximal 18 Jahren trainieren unter dem Dach der Sportgemeinschaft. Gustav Pletscher, erster Vorsitzender des Traditionsvereins, freut sich nun, in diesem Jahr das 100-jährige Jubiläum feiern zu können.

Am Freitag, 17. August 2012 soll das Ereignis im Festzelt auf dem Sportplatz an der Köhlerwaldstraße dann auch kräftig gefeiert werden, natürlich mit vielen Ehrungen und Lobeshymnen.

Die Rock-Coverband „Flieger“ zieht das Publikum mit ihrer unvergleichlichen Spielfreude immer wieder in den Bann. (Foto: SuS Volmarstein)

Am Tag darauf, Samstag, 18. August 2012, findet ab 19.30 Uhr eine große Oldie-Night mit der legendären Band „Flieger“ statt. Der Eintritt beträgt 9 Euro. Am Nachmittag, 16 Uhr, spielt die AH-Mannschaft des SuS Volmarstein gegen die Traditionsmannschaft des BVB 09. „Für dieses Fußball-Spektakel nehmen wir einen Eintritt von 6 Euro“, meint der Vorsitzende Pletscher, der sich über den Besuch des BVB und das Spiel unheimlich freut.

Am Sonntag, 19. August 2012, gibt es dann um 11 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst mit dem Gospel-Chor „Joy and Venture“, bevor dann gegen 13 Uhr die Spiele der U23 und der ersten Mannschaft beginnen.

„Der SuS Volmarstein verfügt zwischenzeitlich über eine sehr erfolgreiche Judoabteilung und immerhin 14 Fußball-Jugendmannschaften. Die 1. Mannschaft spielt seit nunmehr 15 Jahren – nach zweimaligem Aufstieg in die Bezirksklasse – weiterhin in der Kreisliga A, Ennepe-Gruppe,“ berichtet Pletscher. „Die 2. Mannschaft, die wir neuerdings U23 nennen, spielt ebenfalls in der Kreisliga A, allerdings in der Hagener Gruppe. Uns fehlen allerdings im Moment die Schiedsrichter“, bedauert Pletscher, der auf diesbezügliche Bewerbungen hofft.

Zwei Alteherren-Mannschaften komplettieren den Verein, dessen Spieler sich einen Sportplatz teilen müssen. „Es klappt schon irgendwie immer, die vielen Mannschaften gerecht zu verteilen“, meint Pletscher, „mehr könnten wir jedoch nicht verkraften.“

Vereinschronik

Der SuS Volmarstein 1912/26 e.V. entstand 1968 aus der Fusion der beiden in der damals noch selbstständigen Gemeinde Volmarstein beheimateten Fußballvereine FC Volmarstein 1912 e.V. und SuS Schmandbruch 1926 e.V..

Schon 1907, als man noch mit Lumpenbällen spielte, wollte man in Volmarstein einen Fußballclub gründen. Es gab verschiedene Aktivitäten, ehe dann 1912 endlich der FC Volmarstein gegründet werden konnte. Auf der Wiese in der Aue wurden Tore aufgestellt und los ging es. Kurz nach Kriegsende, Anfang 1919, wurde Wilhelm Berghaus 1. Vorsitzender. Unter ihm und seinem Nachfolger Albert Schmidt (der „Blaue“) erlebte der FCV eine glanzvolle Zeit.

Im Frühjahr 1926 starteten dann auch die sportlichen Ambitionen am Schmandbruch. Im Lokal Spratte, heute Schuster, fand ein reger Meinungsaustausch mit dem Ergebnis statt, dass ein Verein entstehen sollte, der sich nicht nur mit Fußball, sondern auch mit dem Turnen beschäftigt. Und so wurde der Spiel- und Sportverein Schmandbruch unter dem 1. Vorsitzenden Paul Prepper gegründet. Das erste Spielfeld „An der Wacht“ erwies sich als ungeeignet, weshalb die Fußballabteilung dann in die Vogelsanger Straße umzog, wo noch heute Reste des Fußballfeldes zu sehen sind.

1955 ging es dann am Schmandbruch richtig zur Sache. Nach sage und schreibe 40.000 freiwilligen Arbeitsstunden war ein Fußballplatz erstellt worden, der am 6. August 1955 feierlich eingeweiht wurde und der sich wirklich sehen lassen konnte.

1966 begannen in beiden Vereine intensive Diskussionen, FCV und S.u.S. zu verschmelzen. Am 22. Mai 1968 wurde die Fusion endgültig beschlossen. Am 13. Juni 1968 fand in der Gaststätte Kriegeskorte die Gründungsversammlung des SuS Volmarstein 1912/26 e.V. statt. Erster Vorsitzender wurde Gustav-Adolf Nieland.

Größte Erfolge

Die größten sportlichen Erfolge wurden in 1966, also noch vor der Fusion, erzielt. Der FCV stieg in die 1. Kreisklasse und der SuS sogar in die Bezirksklasse auf. Beide Vereine wurden damals von Manfred („Pico“) Schmidt trainiert, dem langjährigen Vorsitzenden und heutigen Ehrenvorsitzenden.

1968 war der Abstieg aus der Bezirksliga nicht zu verhindern. Seinen „Supergau“ erlebte der SuS im Jahr 1977, als sogar der Abstieg in die 2. Kreisklasse hingenommen werden musste. 1978 erfolgte aber der sofortige Wiederaufstieg. Auch in den 90er Jahren gab es nochmals einen Abstieg in die 2. Kreisklasse, aber ein Jahr später ebenfalls wieder den direkten Wiederaufstieg.

Damenfußball ade

Von 1972 bis 1988 war insofern eine sehr erfolgreiche Zeit zu verzeichnen, als die zwischenzeitlich gegründete Damenfußballmannschaft teilweise sogar in der damals höchsten Spielklasse in Westfalen, der Landesliga spielte. Leider musste 1988 der Spielbetrieb mangels fußballerischen Nachwuchses eingestellt werden.

Neues Vereinsheim

Ein besonders bemerkenswertes Ereignis war 1995 sicherlich die Errichtung eines neuen Vereinsheims in der Köhlerwaldstraße. Hier zeigten viele Spieler, Funktionäre und Mitglieder, dass sie nicht nur auf dem Fußballplatz richtig „zulangen“ können.

Neuer Platz

Auch das Jahr 1999 nimmt insofern einen wichtigen Platz in der Vereins-Chronik ein, als dass die Sportanlage so richtig auf Vordermann gebracht wurde. Das Spielfeld erhielt eine völlig neue Spielfläche aus Kunstrasen mit Quarzsandbefüllung. Eine leistungsfähige Flutlichtanlage und die Erneuerung der Laufbahn machten die Sportanlage zu einem wirklichen Schmuckstück. Die neue Sportanlage wurde anlässlich eines Sommerfestes feierlich eingeweiht. Höhepunkt der Feierlichkeiten war – neben einem Spiel der Stadtauswahl AH Wetter gegen die Traditionsmannschaft des BVB – sicherlich eine erstmals durchgeführte Oldie-Night, die bis zum heutigen Tag zu den Hits in der Region zählt.

Jetzt wird erst einmal Jubiläum gefeiert. Wenn möglich, empfiehlt sich Mitte August eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ansonsten kann auf dem kostenpflichtigen Parkplatz der ESV, im Industriegebiet „Schöllinger Feld“ oder in stark begrenztem Umfang in der Köhlerwaldstraße geparkt werden.

Eine Mannschaft des Sportvereins Schmandbruch in den 60er Jahren. 1968 fusionierte der Verein mit dem SuS Volmarstein. (Foto: Verein)