Hagen. Der Auftakt konnte sich gleich sehen lassen. Schon 1919 im ersten Semester ging die Volkshochschule Hagen mit 25 Kursen, 21 Dozenten und über 900 Teilnehmern an den Start. Auf dem Stundenplan standen: Rhetorik, Volkswirtschaftslehre, Historisches und ein Einblick in das „Zeitungswesen“.

Ein Jahrhundert ist das her und die Volkshochschule ist lebendiger denn je: In diesem Semester unterrichten 325 Dozentinnen und Dozenten rund 6000 Teilnehmer.

Wissen aus erster Hand

„100 Jahre Wissen teilen“ unter diesem Motto feiert die Volkshochschule Hagen (VHS) nun gemeinsam mit allen rund neunhundert Volkshochschulen in Deutschland ihr 100-jähriges Jubiläum. Das Motto symbolisiert, wofür die Volkshochschulen seit ihren Anfängen stehen: Bildung aus erster Hand zu vermitteln und Begegnungs- und Kommunikationsort einer Stadt zu sein.

„Wir haben uns gefragt, was macht die Volkshochschule besonders und was können wir zur Feier des Jubiläums im Zeichen unserer Tradition den Bürgerinnen und Bürgern schenken“, sagt VHS-Leiterin Bianca Sonnenberg. Die Antwort auf diese Frage steht ganz im Zeichen der Begegnung, der Inspiration, der Neugierde und des Wissensdurstes.

Einhundert Begegnungen

Einhundert neue, außergewöhnliche und vielleicht sogar noch nie dagewesene Begegnungen will die Volkshochschule zwischen Sommer 2019 und 2020 den Menschen der Stadt ermöglichen. Was für welche? Das ist ganz offen. Die Volkshochschule Hagen lädt hiermit die Bürgerinnen und Bürger ein, ihre Wünsche zu melden. Wem möchte sie begegnen? Was wollten sie schon immer wissen? Wo würden sie gern mal hinter die Kulissen blicken, mitmischen, rein schauen, hinhören, ausprobieren oder was auch immer. Genauso eingeladen sind alle Institutionen, Vereine, Unternehmen, Clubs, Firmen, Handwerksbetriebe, Organisationen oder auch Einzelpersonen, die besucht werden würden. Die Devise heißt dabei: Fast alles Mögliche ist vorstellbar, es muss aber für die Teilnehmer kostenlos bleiben.

VHS als Türöffner

VHS-Jubiläum - Volkshochschule Hagen
Die Volkshochschule hat nicht nur selbst eine tolle Tür an ihrem Hauptsitz, der Villa Post an der Wehringhauser Straße 38, sie versteht sich anlässlich ihres einhundertjährigen Bestehens auch als Türöffner für besondere Orte und Begegnungen. (Foto: Claudia Eckhoff)

„Wir verstehen uns dabei als Türöffner“, sagt Bianca Sonnenberg. „Je breiter die Palette der Begegnungsorte und der Themen, umso besser. Wir sammeln jetzt die Vorschläge und Wünsche, um möglichst viel schon im nächsten Semesterprogramm veröffentlichen zu können. Man kann sich aber auch in den nächsten Wochen und Monaten immer noch melden. In der Gestaltung der Begegnungen und in der Wahl der Termine sind die Anbieter völlig frei.“

Einige Kandidaten gibt es schon: Die Carrera-Bahn-Bauer vom „Slotshop Hagen“ stellen ihre Bahnen und Autos vor und lassen die Flitzer Rennen fahren. Die Tierhandlung „Zoo“ in Wehringhausen bietet ein „Special“ zum Thema „Exoten“ wie dem Chamäleon an. Das Institut für Geschichte und Biographien an der Fernuniversität öffnet seine Tore: Es sammelt Lebensbilder unterschiedlichster Menschen in Form von Ton- und Filmdokumenten.

Zwischenmenschliches und Erfolgsgeschichten

In diesen einhundert Jahren VHS Hagen ist viel passiert. Bindungen haben sich entwickelt, vielleicht auch Liebesbeziehungen und eventuell sogar Ehen. Wer weiß? Manche Kursgruppen bleiben über Jahre und Jahrzehnten zusammen, oft entstehen tiefe Freundschaften. Andererseits haben etliche Teilnehmer, die zunächst unter dem Dach der VHS ihren Schulabschluss nachgeholt haben, später studiert und sind anschließend richtig durchgestartet. „Solche Menschen- und Erfolgsgeschichten suchen wir jetzt, um sie kurz und knapp ins nächste Programmheft einzustreuen oder vielleicht sogar etwas Größeres daraus zu machen“, sagt Bianca Sonnenberg.

Kontakt zu ihr gibt es unter Tel. 02331 / 207-2951 oder auch unter E-Mail an bianca.sonnenberg@stadt-hagen.de.