1000 Wege zum Glück

Hagen/Iserlohn. (clau) War der 20. März 2014, der zweite internationale Tag des Glücks, auch für Sie ein besonderer Tag? Wie haben Sie ihm Glanz gegeben, wie haben Sie ihn genutzt? Was wissen Sie überhaupt von Ihrem persönlichen Glück? Würden Sie es erkennen, wenn es vor Ihnen stünde?

Die Mitglieder des noch jungen Musikvereins „Sound of Sauerland“ kennen ihr Glück bestens. Wenn sie ihren Probenraum betreten, können sie kaum noch die Finger von den Trommelstöcken lassen. Ihre schwarz-rot lackierten Trommeln ziehen sie magisch an.

Einzigartig rhythmisch

„Was wir machen ist im Umkreis von gut 50 Kilometern einzigartig. Wir sind eine Marching-Drumband und spielen nur mit Schlaginstrumenten wie Bass- und Tenor-Trommeln, Snare Drums und Cymbals,“ sagt Markus Aßmann. Nach seinem Job im Qualitätsmanagement findet er an den Trommeln sein Glück und seine Entspannung.

Viele Jahren lang spielte er schon auf die klassische Art in heimischen Musikvereinen. Im Sommer 2012 drängte es ihn aber, mit einigen Gleichgesinnten einen neuen Verein zu gründen und musikalisch etwas ganz Neues aufzubauen.

„Wir haben mittlerweile ein rund 45-minütiges rhythmisches Programm drauf“, sagt er. „Nach der Art amerikanischer Drumlines spielen wir Beats, Grooves und viele andere Stilrichtungen“.

Trommeln mit Familie

Der Verein zählt zwanzig Mitglieder im Alter von 8 bis 70 Jahren. Zehn davon trommeln aktiv mit. Für Geschäftsführer Markus Aßmann und den ersten Vorsitzenden Torsten Krieger ist die Trommelei eine Familienangelegenheit. Die Kinder spielen in der Band mit. Die Ehefrauen Monika Aßmann und Silke Krieger engagieren sich im Hintergrund. Sie machen Fahrdienst und Betreuung. Sie sind immer dabei. „Wenn wir im Sommer bei Straßenumzügen zwei bis drei Stunden unterwegs sind, brauchen wir ihre Hilfe. Sie versorgen besonders die Kinder unterwegs mit Getränken und Snacks und leisten notfalls Erste Hilfe“, erläutert Torsten Krieger.

Und sie sind viel unterwegs im Sauerland zwischen Hagen und Drolshagen: Bei Benefizkonzerten, Straßenfeten, Karnevalszügen, Schützenfesten oder auch privaten Ständchen sind sie zu hören und zu erleben.

„Wir üben jeden Freitag von 18 bis 20 Uhr“, erklärt Markus Aßmann. „Für 30 Euro Jahresbeitrag gibt es bei uns eine musikalische Grundausbildung. Man muss gar keine Vorkenntnisse haben. Innerhalb eines halben Jahres ist jeder Neuling so weit, dass er auch mitauftreten kann.“

Anstrengend, aber beglückend

Üben gehört dazu. Damit das eigene Trommel-Glück keinen Ärger mit den Nachbarn verursacht, gibt es für zuhause statt richtiger Instrumente fast geräuschlose Trommelpads. „Vor allem nach dem Winter müssen wir Kondition aufbauen“, so Markus Aßmann. „Dann üben wir auf einem Sportplatz das Marschieren.“ Die Trommeln werden dabei in Tragegestellen vor den Bauch geschnallt. Allein das Gewicht ist beachtlich! Wer so etwas in Hitze und Gewimmel stundenlang im Gleichschritt schleppt und noch beidhändig klanggewaltig rhythmisch trommelt – verdient großen Respekt. „Das schlaucht“, gesteht Markus Aßmann. „Aber es macht auch total glücklich.“

Und die junge Jana ergänzt strahlend: „Nach dem letzten Karnevalszug haben wir einfach aus Spaß auf unserem Rückweg weitergetrommelt. Da sind Leute aus einer Kneipe geströmt, um uns zuzuhören. Die waren so begeistert, dass sie uns am Ende noch ein dickes Trinkgeld gegeben haben.“

Was braucht die Truppe noch zu ihrem Glück? Je mehr bezahlte Auftritte sie hat, umso leichter kann sie Instrumente für Neulinge anschaffen. Auch Sponsoren könnten hierbei helfen. Kontakt zu den glücklichen Trommlern gibt es unter Telefon 02371/ 783-455. Näheres auch unter www.soundofsauerland.de.