111 Stücke aus der Hagener Geschichte

Gruppenbild zusammen mit der in Hagen entwickelten preußischen Pickelhaube: Im Namen der Stadt Hagen stellten Mitarbeiter des Verlags, einige Autoren, Kulturdezernentin Margarita Kaufmann (5.v.l.) sowie die Herausgeber Ralf Blank (6.v.l.) und Dietmar Freiesleben (7.v.l.) das neue Buch "111 Objekte aus dem Hagener Stadtmuseum" offiziell vor. (Foto: Michael Eckhoff)

Hagen. (Red.) Es ist großformatig, reich bebildert und bietet viele interessante Berichte aus der Hagener Stadtgeschichte: das soeben erschienene Buch „Hagener Stücke – 111 Objekte aus dem Stadtmuseum“. Vorgestellt werden darin genau 111 Exponate, die allesamt ihre eigene Geschichte erzählen. Sie beginnen bei den historischen Anfängen und erzählen von den Menschen der Stadt, von ihrem Alltag und von ihren Spuren, aber auch von Orten und Ereignissen. Nicht selten reicht ihre Bedeutung weit über die Stadtgrenzen hinaus. Nur Eingeweihte wissen beispielsweise, dass die Pickelhaube als Sinnbild für den preußischen Obrigkeitsstaat 1842 in Haspe entworfen wurde.

An der Entwicklung einer Sicherheitsgrubenlampe in Preußen war 1817 ein Drahtzieher aus Hohenlimburg maßgeblich beteiligt. Auch der prunkvolle Hammer, mit dem 1899, 1962 und 2001 die Grundsteine von drei Hagener Rathäusern gelegt wurden sowie die Schreibmaschine des Hagener Dichters Ernst Meister sind unter den vorgestellten 111 Hagener Stücken. Einige der vorgestellten Stücke erzählen eine bedrückende Geschichte. Wie der Kleiderbügel aus dem jüdischen Kaufhaus Jakob Löwenstein. Neben einigen Drucksachen ist er das einzige Zeugnis des einstmals renommierten Hagener Modehauses. Die Geschäftsräume wurden 1937 „arisiert“, die Besitzer ermordet und in die Flucht getrieben, die Gebäude in der Elberfelder Straße im Oktober 1943 durch Bomben zerstört. Andere Stücke vermitteln frühe Industrie- und Verkehrsgeschichte, wie ein Schienenstück der Harkort-Schlebuscher Kohlenbahn in Haspe.

Museumsgeschichte

Der Band verfügt daneben auch über eine Einleitung zur Museumsgeschichte. Seit 2016 laufen die Planungen für die Wiedereröffnung des Stadtmuseums im geschichtsträchtigen Kreis- und Landgerichtsgebäude am Museumsplatz. Anfang 2021 zum 275-jährigen Stadtjubiläum wird sich das Geschichtsmuseum neben den beiden Kunstmuseen als Teil eines kompletten Museumsquartiers präsentieren. Die im Band vorgestellten Objekte zeigen auch die große Bedeutung und Vielfalt der Museumsbestände. Entstanden ist die Idee, die Hagener Geschichte anhand ihrer Exponate zu erzählen, als 2016 das neue Zentraldepot des Stadtmuseums eingerichtet wurde. Die Sichtung von zehntausenden Objekten in diesem Zusammenhang führte vor Augen, wie groß der Bestand an aussagekräftigen Exponaten ist.

111 Stücke wurden von den beiden Herausgebern Ralf Blank und Dietmar Freiesleben schließlich ausgewählt. Sie hätten aber auch ebenso 222 oder 333 Stücke auswählen können. Objekte mit spannenden Geschichten, die sich lohnen vorgestellt zu werden, gibt es im Museumsbestand mehr als genug. Die zur Verfügung stehenden Arbeitskapazitäten der beteiligten Autoren und der Umfang des Buches haben jedoch die Grenze gesetzt. Für die fotografischen Arbeiten wurde im Zentraldepot ein kleines Fotostudio eingerichtet. Die Fotografien wurden dann durch die Hagenerin Heike Wippermann in hoch professioneller Weise angefertigt. Zudem wurden zusätzliche Abbildungen gesucht, Am Ende herausgekommen ist ein repräsentatives Buch, das zeigt, wie vielschichtig die Hagener Stadtgeschichte ist und wie viele interessante Stück daraus noch erhalten sind.

Das Buch wird am heutigen Mittwoch offiziell vorgestellt und ist über den Buchhandel zu beziehen; es kostet 24,95 Euro.