25 Jahre Hilfe für Menschen in Not

Barbara Degenhardt-Schumacher, Diplom-Sozialarbeiterin beim Verein zur Förderung christlicher Sozialarbeit, feiert ihr 25-jähriges Jubiläum im Verein. Als einzige hauptamtliche Mitarbeiterin kümmert sie sich derzeit um die Geschenke für bedürftige Kinder. (Foto: Ricarda Becker)

Herdecke. (ric) Barbara Degenhardt-Schumacher sitzt inmitten von liebevoll verpackten Paketen an ihrem Schreibtisch. Gerade jetzt, so kurz vor Weihnachten, hat sie alle Hände voll zu tun. Die Geschenke sind für bedürftige Kinder bestimmt und stammen von hilfsbereiten Herdeckern. Degenhardt-Schumacher ist als Diplom-Sozialarbeiterin beim Verein zur Förderung christlicher Sozialarbeit (VCS) dafür verantwortlich, die Päckchen rechtzeitig an die Kinder zu überreichen. Dass die Herdeckerin dies heute erledigt, ist nicht selbstverständlich. Eigentlich war ihre Stelle beim VCS befristet – und hätte vor nunmehr 23 Jahren enden müssen.

Ein „bunter Hund“

„Als unser Verein 1986 gegründet wurde, hat das Arbeitsamt die hauptamtliche Stelle auf zwei Jahre befristet“, erinnert sich Barbara Degenhardt-Schumacher, die damals noch Berufsanfängerin war und ihr Diplom frisch in der Tasche hatte. Degenhardt-Schumacher bekommt die Stelle, das Arbeitsamt verlängert noch um ein Jahr. Danach kommt es für den Verein nicht mehr in Frage, die lieb gewonnene Mitarbeiterin zu verabschieden und stellt den Arbeitsplatz bereit. Jetzt blickt die Sozialarbeiterin auf 25 Jahre beim VCS zurück.

„Ich bin in Herdecke ein bunter Hund“, schmunzelt sie. Unzähligen Menschen hat sie in den vergangenen 25 Jahren geholfen, hat sie betreut und ihnen Mut gemacht. Der Verein, der vom Pfarrgemeinderat gegründet wurde, verstand sich von Anfang an als überkonfessionelles Angebot. „Damals kamen viele Migranten nach Herdecke“, weiß Degenhardt-Schumacher. „Da es hier aber keinen ortsansässigen Wohlfahrtsverband gibt, fehlte direkt vor Ort eine Anlaufstelle.“ Und da kam der VCS ins Spiel: „Wir sehen uns als erste Anlaufstelle für alle sozialen Probleme. Dazu gehören zum Beispiel Obdachlosigkeit, familiäre Konflikte und Integrationsprobleme. Jeder, der Hilfe benötigt, wird bei uns eingehend beraten. Ich überlege dann, ob ich selbst helfen kann oder einen unserer 60 Ehrenamtlichen einsetze“, so die Sozialarbeiterin und fügt hinzu: „Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind uns unheimlich wichtig. Ohne sie würden wir unser breites Angebot nicht stemmen können. Sie helfen bei unserem internationalen Kinderfest, besuchen Patienten in Krankenhäusern, betreuen Demenzerkrankte.“

Nächstenliebe und Hilfen

Doch der Verein bietet noch viele weitere Projekte: „Ein wichtiges Angebot ist das internationale Frühstück, dass einmal im Monat stattfindet. Wir bieten es seit nunmehr 20 Jahren an.“ 20 bis 25 Personen sind es jeden Monat, die teilnehmen, sich gegenseitig kennenlernen, sich miteinander vernetzen und voneinander profitieren. „Dies gilt auch für das Trauercafé, dass wir jeden zweiten Dienstag im Monat anbieten“, sagt Degenhardt-Schumacher. Hier finden Menschen, die einen Angehörigen verloren haben, nicht nur Gleichgesinnte, sondern auch viel Verständnis und Zuspruch. Da die Sozialarbeiterin eine Zusatzausbildung in der Trauerbegleitung absolviert hat, kann sie auch professionell eingreifen, wenn einer der Teilnehmer besondere Hilfe benötigt.

Integration und Nächstenliebe sind hier keine bloßen Floskeln – Taten sind gefragt. Nicht nur an Weihnachten, sondern das ganze Jahr hindurch steht der Verein zur Förderung christlicher Sozialarbeit, der keine öffentlichen Mittel erhält, Menschen in Not mit Rat und Tat zur Seite.

Weitere Informationen gibt es direkt beim Verein im Westender Weg 41 oder auf der Internetseite www.vcs-herdecke.de.