3. Frühstück bleibt jetzt weg

Das war Berni Sandhaus vor rund zehn Jahren: Über 100 Kilo schwer und trotzdem herzhaft zugreifend, wo und wann immer es schmeckte. (Foto: privat)

Hagen. (san) Als das Schuhe-Zubinden zu beschwerlich wurde, fasste Berni Sandhaus den Entschluss: Jetzt wird wirklich abgenommen! Schon lange fühlte er sich unwohl beim Treppen-Steigen, die Getränkekiste gelangte auch nur noch mit Verschnauf-Pause nach oben und die Puste blieb ihm weg, wenn er dem Bus hinterher rennen musste…

Was hatte er nicht schon alles ausprobiert, um die ungesunden Pfunde purzeln zu lassen: die berühmte Eier-Diät – 180 Eier in 30 Tagen und der rüstige Rentner war fertig damit. Dann versuchte er es mit Sauerkraut, in allen erdenklichen Variationen. Auch das hielt der Hagener nicht allzu lange durch. Schließlich Kohlsuppe. Davon wurde es ihm irgendwann nur noch schlecht.

Früher mit drittem Frühstück

Zu Gewichts-Spitzenzeiten – da brachte Berni Sandhaus 118 Kilogramm auf die Waage – bekam er sogar eine vierwöchige Kur verordnet. Immerhin fuhr er acht Kilo leichter wieder nach Hause. „Aber nach weiteren vier Wochen hatte ich die gleich wieder drauf,“ beschreibt er das eher fruchtlose Unterfangen. Da er sich zudem noch das Rauchen abgewöhnte, boten ihm diverse Leckereien Ersatz für den Nikotinentzug. „Ich habe unkontrolliert gegessen. Da war schon mal ein drittes Frühstück drin, wenn es mich danach gelüstete,“ gibt er zu. Auch die Schachtel Schokoküsse war bis zum Abend oftmals leer.

In jüngeren Jahren war das nie ein Problem für Sandhaus: 40 Jahre Fußballsport, da hat man ausreichend Bewegung. Doch dann machte die Bandscheibe nicht mehr mit, noch ein paar Waldläufe ab und an. Mittlerweile ist der 65-Jährige nicht mehr sportlich aktiv.

Seit Dezember hält sich Berni Sandhaus an neue Ess-Regeln und hat so bis heute 20 Kilo - entspannt - abgenommen. (Foto: san)

Als dem Mann aus Boelerheide auch der Hausarzt nicht mehr helfen wollte, weil er die mehrmaligen Aufforderungen zum Abnehmen stets ignorierte, versuchte er es im Dezember mit der Fünf-Stunden-Diät, von der eine Bekannte positiv berichtete. Und tatsächlich: der 1,79 Meter große Mann hat bis heute gute 20 Kilo runter. „Und das beste dabei ist, dass ich eigentlich all das esse, was mir schmeckt.“ Beginnend mit dem Frühstück, bei dem er bis zu drei Brötchen verdrückt, belegt mit magereren Wurstsorten und auch dünn bestrichen mit Margarine, geht es erst nach einer Essenspause von fünf Stunden weiter mit dem Mittagessen, bei dem alles erlaubt ist. Auch danach wird wieder fünf Stunden gewartet, bevor es erneut etwas zu beißen gibt. „Da kann es zum Abendbrot auch mal das Kotelett sein,“ sagt er. „Nur Kohlenhydratreiches wie Kartoffeln oder Brot lasse ich abends weg,“ so Sandhaus. Wohlgemerkt, nicht, weil es irgendwelchen ernährungsrelevanten Regeln entspricht. Er kommt für sich mit dieser Essensauswahl gut klar, ohne sich kasteien zu müssen. Und, die Waage gibt ihm Recht. Mineralwasser und Kaffee erlaubt er sich jederzeit, das Bierchen nur mal bei Feierlichkeiten. Und die geliebten Süßigkeiten – die muss er natürlich rigoros außen vor lassen.

80 kg als Ziel

Dass die Ehefrau abends auf dem Sofa daneben sitzt und ihre Schokolade futtert – Berni Sandhaus kann’s ab. So beglückt über seinen bisherigen Abnehmerfolg, will er unbedingt weitermachen, bis auf 85 Kilo runter auf jeden Fall, vielleicht sogar noch bis auf 80!

„Etliche Leute in meiner Verwandtschaft und im Bekanntenkreis haben schon Vieles ausprobiert, um dünner zu werden, und haben doch letztlich alles abgebrochen. Ich glaube, wenn man einmal die richtige Vorgehensweise für sich entdeckt hat, dann klappt es auch sicher,“ ist der ehemalige Wach- und Sicherheitsdienstler überzeugt. „Für mich ist die Fünf-Stunden-Pause ideal, in Kombination mit dem, was mir schmeckt und mit nur minimalen Einschränkungen.“ Vielleicht eine Ermunterung für alle, die mit gutem Vorsatz in den Frühling gehen wollen?

Noch ein Tipp von der Redaktion: Wer keine gesundheitlichen Probleme hat, sollte seine Abnehmbemühungen durch Besuche im Fitnessstudio ergänzen – dann fällt es bestimmt leichter, schlanker zu werden.