30 Jahre Waldorfschule Hagen

Haspe. (Red.) Zwei Fremdsprachen ab der ersten Klasse, der Verzicht auf Sitzen bleiben, die Verbindung von allgemeiner und beruflicher Bildung, eine starke Betonung künstlerischer Fächer – all dies ist selbstverständlich an einer Waldorfschule. Praktiziert wird dergleichen bereits seit 1919, als Rudolf Steiner die erste derartige Reformschule aus der Taufe hob.

30. Geburtstag

Auch in Hagen gibt es eine Waldorfschule: in Haspe an der Enneper Straße 30. Unter dem Motto „Zukunft braucht Herkunft“ feiert sie jetzt den 30. Geburtstag.

Im Schuljahr 1984/85 nahm die Hagener Waldorfschule ihren Unterricht in der ehemaligen katholischen Mühlenwertschule auf. Heute ist in diesem traditionsreichen, gut hundert Jahre alten Gebäude die Unterstufe untergebracht – bei der Waldorfschule umfasst dies den Unterricht bis zur 8. Klasse. Die Oberstufe bis zur Jahrgangsstufe 13 (und somit bis zum Abitur) nutzt hingegen ein Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Enneper Straße – die ehemalige städtische Hasper „Harkort“-Volksschule.

Ergänzt werden die Baulichkeiten unter anderem durch einen Festpavillon („Aula“), eine 2006/07 errichtete eigene Turnhalle und Werkstätten für den Kunst- und Handwerk-Unterricht (mitsamt Schmiede). Über 380 Schüler und Schülerinnen besuchen die nach Rudolf Steiner benannte hiesige Waldorfschule, viele von ihnen stammen aus den umliegenden Städten.

Erster Höhepunkt

Die Feierlichkeiten zum Jubiläum erreichen in diesen Tagen ihren ersten Höhepunkt. Zunächst hielt Andreas Neider, Buchautor, Redakteur und Referent für Medienpädagogik, am Freitag, 14. März 2014, den Festvortrag. Darin ging es insbesondere um unsere Gegenwartskultur; Neider, ein weithin bekannter Medienkritiker, möchte ein grundlegend neues Verständnis für die Tendenzen unserer Zeit vermitteln.

Am Samstag, 15. März 2014, schließt sich ab 10 Uhr der eigentliche offizielle Festakt an. Abgesehen von Grußworten – unter anderem der Bundestagsabgeordneten René Röspel und Cemile Giousouf – gibt es Darbietungen des Schul-Orchesters, eine Ausstellung der handwerklich-künstlerischen Fächer sowie Mitmach-Angebote für Kinder im Unterstufengebäude. Selbstverständlich kommen auch die Gaumenfreuden nicht zu kurz.

Führung mit Michael Eckhoff

Im Zusammenhang mit diesen Feierlichkeiten bietet die Schule überdies eine kleine Exkursion an: „Auf den Spuren der Harkorts“. Der Heimatbund-Vorsitzende und wk-Chefredakteur Michael Eckhoff führt am Samstag, 15. März 2014, ab etwa 12.30 Uhr – mit Start am Unterstufengebäude – zunächst an der einstigen Harkortschule und an der Harkortschen Fabrik vorbei; er beendet die Tour am Gut Harkorten. An dieser Exkursion kann jedermann teilnehmen.

Der Festtag klingt aus mit Musik: das Hagener „Daltons Orckestrar“ spielt ab 15 Uhr auf. Diese vier Herren – immerhin 2013 für den renommierten Prix Pantheon nominiert – servieren eine anarchische Mischung aus schräger Musik und witziger Comedy auf höchstem Niveau. Vier Vollblutmusiker, die geistreich zu unterhalten wissen – unter anderem mit Instrumenten wie einer „singenden Säge“

Ein weiterer Vortrag folgt am Freitag, 28. März 2014: Um 20 Uhr macht sich Johannes Greiner „Gedanken zu unserem medialen Konsumverhalten“. Und ein „Leckerbissen“ für Fans mediterraner Musik steht am Freitag, 16. Mai 2014, auf der Tagesordnung – dann tritt das „Quadro Nuevo“, die europäische Antwort auf den Argentinischen Tango, in der Hasper Waldorfschule auf (ab 20 Uhr).