300 Firmen aus dem Bezirk Hagen exportieren in die USA

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Hagen. Die USA belegen nun auch Stahl und Aluminium aus der Europäischen Union, aus Mexiko und Kanada mit Strafzöllen. Eric Schweitzer, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), mahnt die EU zur Geschlossenheit bei der Verteidigung offener Märkte. Schweitzer betont: „Mit der Einführung von Strafzöllen selbst gegen engste Verbündete brechen die USA internationales Recht. Immerhin wissen wir jetzt, woran wir sind.“

Verlieren werden alle: US-Verbraucher, europäische Unternehmen sowie der Produktionsstandort USA. Die Begründung für die Zölle sei an den Haaren herbeigezogen. Frank Herrmann, Außenwirtschaftsexperte der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK): „Gerade unsere hochinternationalisierten Industrie- und Handelsunternehmen im Märkischen Südwestfalen mit einer Exportquote von durchschnittlich 50 Prozent sind auf offene Märkte und ein funktionierendes Welthandelssystem angewiesen. Die Gefahr einer Negativspirale ist groß. Der freie Welthandel steht auf dem Prüfstand.“

„Mindestens jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland hängt am Export, fast jeder zweite Euro kommt aus dem Auslandsgeschäft. Für offene Märkte und international faire Wettbewerbsbedingungen einzustehen, ist deshalb oberstes Gebot – notfalls auch mit härteren Bandagen“, fordert DIHK-Präsident Schweitzer. Der SIHK-Außenwirtschaftsexperte Herrmann ergänzt: „Klar ist, die Zölle erschweren den Marktzugang in die USA, verteuern importierte Ware und führen letztlich auch zu höheren Preisen beim US-Verbraucher.“ Die Vereinigten Staaten von Amerika sind Handelspartner Nummer 2 für südwestfälische Unternehmen, nach den Niederlanden und vor Frankreich.

Etwa 300 Unternehmen aus dem IHK-Bezirk Hagen exportieren in die USA, 50 haben eine Niederlassung und knapp 20 produzieren vor Ort. „Wir haben zudem Unternehmen, die aus anderen Ländern wie Mexiko, Kanada oder Brasilien in die USA exportieren. Betroffen sind auch die Produzenten in den USA, da sie teurer einkaufen müssen, weil oftmals bestimmte Qualitäten in den USA nicht zu bekommen sind“, so Herrmann.