4. Aktionstag „Nass und Spaß im Lennebad“

Hohenlimburg. (-kt) Wenn am kommenden Samstag, 19. Oktober 2013, von 13 bis 18 Uhr zum vierten Mal der Aktionstag „Nass und Spaß im Lennebad“ stattfindet, dann soll dies auch ein Bekenntnis zum Fortbestand des Hohenlimburger Hallenbades werden. Denn angesichts der aktuellen Spardiskussion bezüglich des Hagener Doppelhaushaltes 2014/15 hat Kämmerer Christoph Gerbersmann der Politik erneut die Schließung des 1968 in der idyllischen Umgebung des Lenneparks erbauten Bades vorgeschlagen. Circa 350.000 Euro soll diese Maßnahme an Einsparpotential in sich bergen.

Schulen, Vereine sowie Hohenlimburger Schwimm- und Saunafreunde sind sich einig: Das Lennebad in Hohenlimburg darf nicht geschlossen werden. (Foto: Frank Schmidt)
Schulen, Vereine sowie Hohenlimburger Schwimm- und Saunafreunde sind sich einig: Das Lennebad in Hohenlimburg darf nicht geschlossen werden. (Foto: Frank Schmidt)

Bürger empört

Zahlreiche Bürger sind indes empört über diesen Vorschlag – zum einen, weil der bis 1975 selbstständigen Stadt Hohenlimburg 2005 bereits das erst 1982 eingeweihte Frei- und Wellenbad am Kirchenberg genommen wurde. Zum anderen, weil die Bürger mit hohem ehrenamtlichen Engagement bereits tatkräftig mithelfen, die Kosten für den Badbetrieb zu senken. So leisten am Wochenende ehrenamtliche Kräfte den Schwimmmeisterdienst und haben dafür eigens das anspruchsvolle Rettungsschwimmerabzeichen in Silber angelegt. Sogar zwei über 70-jährige Bürger haben sich in monatelangem Training gequält, um den Anforderungen zu genügen. Kostenlos wurde zudem von Michael Dietrich (Bürger für Hohenlimburg) der komplette Kabinentrakt wieder in Schuss gebracht. Dort waren zahlreiche Kabinentüren nicht mehr verschließbar gewesen. Und der Arbeitskreis Lennebad organisiert nun schon zum vierten Mal den Aktionstag „Nass und Spaß im Lennebad“, der unter anderem mit Mitteln aus der Hohenlimburger Bezirksvertretung finanziert wird und der für den Besuch des Lennebades werben soll.

Stolze 403 Besucher

Stolze 403 Besucher waren im März mit Begeisterung bei der dritten Auflage dabei, als im Bad kostenlos geschwommen und sauniert werden durfte. Zudem präsentierten sich jene Hohenlimburger Vereine, die sich dem Wassersport verschrieben haben, mit spannenden Vorführungen. Dies wird auch am Samstag, 19. Oktober, wieder so sein. Da steht zum Beispiel Wasserball-Torschuss-Training mit gestandenen Bundesligaspielerinnen des Hohenlimburger SV auf dem Programm. Die Kanuten werden mit ihren Booten sogar vom Sprungturm aus das Wasser erobern und laden zur Mitfahrt ein, und die DLRG zeigt, in welchem Tempo sie in Not geratene Schwimmer ans sichere Ufer bringen kann. Bei einem lustigen Sprungwettbewerb können Kinder und Jugendliche kleine Preise gewinnen, und alle Besucher erhalten eine kleine Überraschung.

Der Arbeitskreis Lennebad möchte mit dem Aktionstag auch ein weiteres Zeichen für den Erhalt des Bades setzen, das an diesem Tag in Richard-Römer-Lennebad umbenannt wird. Auch zu dieser kleinen Zeremonie ab 12.30 Uhr ist jedermann herzlich eingeladen.

Zu Ehren des Hohenlimburger DLRG-Vaters Richard Römer wird das Lennebad am kommenden Samstag in „Richard-Römer-Lennebad“ umbenannt. Anschließend findet der vierte Aktionstag „Nass und Spaß im Lennebad“ statt. (Foto: Archiv Heimatverein Hohenlimburg)
Zu Ehren des Hohenlimburger DLRG-Vaters Richard Römer wird das Lennebad am kommenden Samstag in „Richard-Römer-Lennebad“ umbenannt. Anschließend findet der vierte Aktionstag „Nass und Spaß im Lennebad“ statt. (Foto: Archiv Heimatverein Hohenlimburg)

Richard Römer?

Der am 21. Mai 1888 in Hohenlimburg geborene Christian Wilhelm Richard Römer ( 1929 in Kork bei Kehl am Rhein) wird als „Vater der DLRG“ bezeichnet. Am 28. Juli 1912 befand sich Soldat Römer zu einem unerlaubten Wochenendurlaub in Binz auf Rügen, als sich über 1.000 Badegäste und Ausflügler auf der 560 Meter langen Seebrücke befanden und die Ankunft des Dampfers Kronprinz Wilhelm erwarteten. Plötzlich brach die Anlegestelle in sich zusammen. An die 100 Menschen stürzten in die Ostsee. Römer sprang ins Wasser und rettete insgesamt zwölf Personen. Das Ereignis führte zur Gründung der DLRG am 19. Oktober 1913 in Leipzig.

100 Jahre später, am 19. Oktober, wird nun das Hohenlimburger Hallenbad zum Gedenken an Richard Römer in „Richard-Römer-Lennebad“ umbenannt. „Und das soll nicht nur für ein Jahr Geltung haben“, meint Frank Schmidt, einer der Organisatoren des Aktionstages, der bereits 2006 Sprecher einer Bürgerinitiative war, die gegen die Schließung des Kirchenbergbades sogar ein Bürgerbegehren auf den Weg brachte. Damals fehlte es bei der Abstimmung über den Fortbestand des Freibades freilich an Unterstützung aus jenen Hagener Stadtteilen, die räumlich weit entfernt von Hohenlimburg liegen. „Wenn es zu einem neuerlichen Bürgerbegehren kommt, wird die Unterstützung diesmal größer sein, denn die Schulen und Vereine können auf das Lennebad gar nicht verzichten. Außerdem stehen ja auch die Freibäder Hengstey und Hestert vor dem Aus“, sagt Schmidt.

Beim Aktionstag „Nass und Spaß im Lennebad“ indes bleibt die Politik außen vor – da geht es vor allem darum, den Besuchern zu zeigen, wie viel Freude es macht, sich im feuchten Element zu tummeln. Und das bei freiem Eintritt!