800 sangen in der Stadthalle

Hagen. (Red.) Rund 800 Sängerinnen und Sänger zwischen elf und 81 Jahren füllten mit ihren Stimmen unlängst die Stadthalle Hagen. Gemeinsam probten sie für ihren großen Auftritt am 31. Oktober 2015 (Reformationstag). Dann nämlich treten sie in einem insgesamt 3.000 Leute starken Chor in der Dortmunder Westfalenhalle beim Pop-Oratorium „Luther“ vor 16.000 Zuschauern auf – zusammen mit bekannten Musicalstars, dem „Jungen Orchester NRW“ und einer Band.

Das Pop-Oratorium hat der unter anderem durch das Musical „Elisabeth“ bekannt gewordene Autor Michael Kunze geschrieben. Die Musik stammt von Dieter Falk, der schon Hits mit Pur, DJ Ötzi oder Daliah Lavi produzierte.

Für die Sängerinnen und Sänger war es ein wichtiger Tag, denn bisher hatten sie überwiegend allein geprobt – ausgestattet mit einer CD, auf der sie ihre jeweilige Stimmlage hören, mitsingen und auf diese Weise üben konnten. Am Sonntag mussten sie unter Leitung des Dirigenten Christoph Spengler nun nicht nur ihre eigenen Töne treffen, sondern auch mit den anderen Stimmen zusammen singen. „Das ist natürlich eine spannende Herausforderung, die Leute unter einen Hut zu kriegen. Aber weil alle hochmotiviert sind und die meisten auch Chorerfahrung haben, wird das nicht nur gelingen, sondern auch Spaß machen“, sagte Christoph Spengler.

Teilnehmer reisten von weit her an

Die meisten Sängerinnen und Sänger kamen aus Hagen und der näheren Umgebung, aber einige hatten auch sehr weite Wege auf sich genommen, um bei der Probe mitmachen zu können: Aus dem Osten kam ein Teilnehmer aus Burgtonna bei Gotha. Die längste Strecke aus dem Norden legte ein Sänger aus einem Dorf bei Lübeck zurück und aus Schopfheim im Südwesten und München im Südosten kamen ebenfalls Musikbegeisterte, die sich schon auf die Aufführung am 31. Oktober freuen.

Mit Rückblenden und Ausblicken rund um den Reichstag, der 1521 in Worms stattfand, erzählt das Pop-Oratorium vom Ringen des Reformators um die biblische Wahrheit und von seinem Kampf gegen Obrigkeit und Kirche – eine spannende Geschichte um Politik und Religion. Im Mittelpunkt der Handlung steht Martin Luther, der vor dem Reichstag aufgefordert ist, seine kirchenkritischen Aussagen zu widerrufen.

500 Jahre Reformation

Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums im Jahr 2017 wurde das Stück entwickelt. „Die Aufführung ist der Auftakt zu einer Tournee, die wir 2016 mit Chören in vielen Städten Deutschlands vorbereiten. 2017 führen wir ,Luther‘ dann voraussichtlich in zehn großen Hallen ähnlich der Westfalenhalle auf und werden vielen Laiensängern die Möglichkeit geben, mit Musicalstars auf der Bühne zu stehen. So können sie Teil eines spektakulären Auftritts werden, der in Erinnerung bleibt“, sagt Ralf Rathmann, Vorstand der Stiftung Creative Kirche.

Das Pop-Oratorium wird veranstaltet von der Stiftung „Creative Kirche“ aus Witten in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche von Westfalen und in Kooperation mit der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Margot Käßmann, Botschafterin des Rates der EKD für das Reformationsjubiläum 2017, hat die Patenschaft für das Projekt übernommen. Eintrittskarten gibt’s auf der Seite www.luther-oratorium.de.