90 Jahre Hausemann & Mager: Meilensteine eines Busunternehmens

Hagen. (Red.) Vor 90 Jahren, am 23. März 1928, fuhr zum ersten Mal ein Linienbus der Firma Hausemann & Mager von der Innenstadt in die Obernahmer zum Lahmen Hasen und nahm damit den einzigen innerstädtischen Linienverkehr in Hohenlimburg auf. In ähnlicher Form wird die Linie noch heute gefahren (538 Elsey-Obernahmer).

In Betrieb genommen wurde die erste Linie von Hermann Hausemann. Schon bald darauf wurde das Unternehmen von Wilhelm Mager, der den Betrieb bis zu seinem Tod 1984 leitete, und seiner 1957 verstorbenen Schwester Meta Hausemann fortgeführt.

Der kontinuierliche Ausbau des Liniennetzes, die Betreuung von Gruppen-, Vereins- und Anmietfahrten sowie der Aufbau eines eigenen Busreiseveranstalterkatalogs haben das Unternehmen zu einem der führenden Busbetriebe in der Region gemacht.

Reiseboom und Nahverkehr

Die in den 50er Jahren angebotenen ersten „Fernreisen“ befriedigten die nach dem Krieg wiedergewonnene Reiselust. Der Anfang einer Erfolgsgeschichte, die das Unternehmen bis heute prägt. Hochdecker-Busse mit ebenem Boden, Klimaanlagen und Sicherheitssysteme wie ABS wurden seit den 80er Jahren zur Standardausstattung und erhöhten Reisekomfort und -sicherheit. Alles wurde moderner, die Omnibusse wurden komfortabler, die Fahrzeiten verkürzten sich durch die besseren Straßen, auch die Kataloge wurden bunter.

In diesen Jahren entstand außerdem die neue Fahrzeughalle in der Sundernstraße für den erweiterten Fuhrpark.

Veränderte technische Anforderungen

Unter der Leitung von Carl-Wilhelm und Doris Winzerling, der Tochter von Wilhelm Mager und ihrem Mann, vergrößerte sich der Betrieb erfolgreich. Durch die starke Konkurrenz zum Individualverkehr stiegen auch im Linienverkehr die Anforderungen an die Fahrzeuge. Niederflurtechnologie war das Schlagwort; sie erleichterte insbesondere den älteren und behinderten Fahrgästen das Ein- und Aussteigen.

H&M setzte seit 1994 die ersten Niederflurlinienbusse in Hagen ein. Mittlerweile sind alle im täglichen Linienverkehr eingesetzten Omnibusse Niederflurfahrzeuge. Die folgenden Generationen stellten immer höhere Anforderungen an Umweltverträglichkeit und Schadstoffausstoß. Heute erfüllen alle Fahrzeuge die strengen Abgasnormen von Euro 5 bis Euro 6.

Kooperation für noch mehr Angebote

Heute umfasst der Fuhrpark 35 Busse und wird in der dritten Generation von den Brüdern Carl-Wilhelm jun., Christoph und Christian Winzerling geleitet. Das familiengeführte mittelständische Unternehmen beschäftigt über 70 Mitarbeiter im Fahrbetrieb, der Verwaltung und in zwei eigenen Reisebüros.

Im Reiseverkehr schloss sich das Unternehmen 2005 mit drei anderen familiengeführten Busreiseveranstaltern der Region zum „ReiseStern Westfalen“ zusammen. Ein größeres Angebot, eine hohe Durchführungszahl, gemeinsame Werte und Tradition spiegeln sich im mittlerweile 124 Seiten starken Katalog wieder.

Treuer Kundenstamm und zufriedene Fahrgäste

Dass sich der Reisekatalog in den letzten Jahren so erfolgreich entwickelt hat, verdankt das Unternehmen in erster Linie den langjährigen, zufriedenen Kunden, deren Zahl mit jedem Jahr zunimmt. Das Reiseteam ist sich sicher, dass diese auch in Zukunft in den H&M-Bussen gut aufgehoben sind: Getreu dem Motto „erfahren – erleben – erholen“.

Im ÖPNV befördert das Unternehmen heute mehrere tausend zufriedene Fahrgäste täglich im Hagener Stadtgebiet, im Märkischen Kreis und zum Teil auch im Ennepe-Ruhr-Kreis.

Familienatmosphäre

Die besondere Atmosphäre eines „Familienbetriebs“ spiegelt sich dabei nicht nur im Umgang mit den langjährigen Mitarbeitern und Leistungspartnern wider, sondern ist auch immer im Verhältnis zum Kunden zu spüren.

Viele emotionale Rückmeldungen zeigen, dass sie sich als Kunden, Partner und Mitarbeiter in der großen „H&M-Familie“ wohlfühlen.

90 Jahre Hausemann & Mager: Nicht nur der Fuhrpark, sondern auch der Katalog-Look hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert.

Auf dem Betriebshof an der Hünenpforte (Hohenlimburger Straße) befand sich neben der Fa. Hausemann & Mager auch der Karosseriebaubetrieb W. Mager, der LKW-Anhänger, LKW-Aufbauten und Cabriolet-Umbauten erstellte. Neben der zum Betrieb gehörenden öffentlichen Tankstelle lag das Cafe „Klein Heidelberg“.