A 45-Sanierung

Hagen. (Red./ME) Harald Rutenbeck, Präsident der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), fand klare Worte: „Es ist besonders wichtig, dass der sechsspurige Ausbau der A 45 einen hohen Stellenwert im Rahmen des neuen Bundesverkehrswegeplanes erhält.“ Diese unmissverständlichen Worte richtete er am Dienstag an Enak Ferlemann, dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Der Staatssekretär besuchte Hagen im Rahmen einer Veranstaltung der drei IHKs Dortmund, Hagen und Siegen zum Thema „Masterplan A 45“.

SIHK-Präsident Rutenbeck weiter: „Die Wirtschaft und die Städte entlang der Strecke inklusive des Landes NRW haben den durchgängigen sechsspurigen Ausbau für den Bundesverkehrswegeplan 2015 angemeldet. Es wäre schön, wenn der sechsspurige Ausbau schon parallel mit dem Brückenneubau bzw. der Brückensanierung erfolgen könnte. Das würde die Zeiten der Behinderungen erheblich reduzieren.“

Jahrelange Dauerbaustelle

Die Sauerlandlinie befindet sich in einem schlechten Zustand. Zahlreiche Brücken entlang dieser für das östliche Ruhrgebiet und Südwestfalen wichtigen Nord-Süd-Verbindung müssen dringend saniert und zum großen Teil vollständig erneuert werden.

„Die Sauerlandlinie wird über Jahrzehnte zur Dauerbaustelle. Um größere Beeinträchtigungen und Dauerstaus in dieser Zeit zu vermeiden, ist es unbedingt notwendig für einen möglichst reibungslosen Ablauf der Baumaßnahmen zu sorgen“, fordert Harald Rutenbeck und betont: „Die jetzt überraschend angekündigte Sperrung der Anschlussstelle Lüdenscheid-Nord und der Anschlussstelle Dortmund-Hafen für den LKW-Verkehr verdeutlicht, wie wichtig eine rechtzeitige Abstimmung mit allen Beteiligten ist.“

Wie es gehen kann, das hat ein Gespräch im Hinblick auf die Sanierung der Rheinbrücken Anfang Mai in Düsseldorf gezeigt: Damit der Verkehr in der Region nicht komplett zusammenbricht, sollen Sanierung und Neubau besser aufeinander abgestimmt werden. Es soll ein Informationssystem entwickelt werden, um Sperrungen aufeinander abstimmen zu können. „So eine Lösung wäre auch für eine der wichtigsten deutschen Autobahnen in Nord-Süd-Richtung – die A 45 – wünschenswert“, so Rutenbeck.

Drittgrößte Industrieregion

Südwestfalen ist heute die drittgrößte Industrieregion Deutschlands und das westfälische Ruhrgebiet eine der größten deutschen Logistikregionen. Die exportorientierten Unternehmen beider Regionen sind auf die A 45 als regionale und überregionale Verbindungsachse angewiesen. „Die A 45 ermöglicht, dass die Unternehmen ihre hochwertigen Produkte in die weite Welt transportieren zu können. Zu ihr gibt es keine Alternative“, verweist Präsident Rutenbeck mit Nachdruck auf eine schnelle und planbare Lösung. Denn die Tragfähigkeit der A 45-Autobahnbrücken ist schon seit längerer Zeit so stark eingeschränkt, dass Schwertransporte mittlerweile tagelange Umwegfahrten in Kauf nehmen müssen und der eigentlich am nächsten gelegene Hafenstandort Dortmund nicht erreichbar ist.

Die drei IHKs in Dortmund, Hagen und Siegen schlagen konkret die Bildung einer Lenkungsgruppe vor. Diese soll in Abstimmung mit der Wirtschaft festlegen, auf welche Weise und in welchem zeitlichen Abstand die verschiedenen Arbeiten und Maßnahmen zur „Runderneuerung“ der A 45 sinnvoll durchgeführt werden können, damit es nicht zu einem Verkehrskollaps in der Region kommt.