A45: Noch sechs Monate, dann ist die alte Lennetalbrücke weg

[1/2] Das erste Brückenskelett der Lennetalbrücke ist bereits freigelegt. (Foto: Heiko Cordes) [2/2] Das erste Brückenskelett der Lennetalbrücke ist bereits freigelegt. (Foto: Heiko Cordes)

[1/2] Das erste Brückenskelett der Lennetalbrücke ist bereits freigelegt. (Foto: Heiko Cordes) [2/2] Das erste Brückenskelett der Lennetalbrücke ist bereits freigelegt. (Foto: Heiko Cordes)

Hagen. (hc) Es ist laut, es staubt und überall liegen Schuttberge aus Asphalt, Stahl und Beton herum – die Lennetalbrücke wird abgerissen. Die Hauptverkehrsader von Hagen in Richtung Dortmund beziehungsweise Frankfurt, die Autobahn 45, führt über diese Brücke.
Alleine schon deshalb ist dieses Projekt besonders interessant. Zudem wird es „die längste Brücke Deutschlands sein, die quer verschoben wird“, erklärt Projektleiter Michael Neumann nicht ohne Stolz. Doch bevor es soweit ist, muss zunächst die alte Konstruktion weichen.

Abbruch der alten Brücke
Daher wurde Anfang März der Verkehr auf die bereits erneuerte Fahrbahn in Richtung Frankfurt „umgeschwenkt“, wie es im Fachjargon heißt. Das bedeutet, dass der Verkehr nun weniger Platz hat, was sich auch am erhöhten Stauaufkommen sehen lässt.
Doch es gibt auch gute Neuigkeiten für alle Autofahrer und Anwohner: Durch ein angepasstes Abbruchverfahren kann nun etwas Zeit einge­spart werden. Die aktuell sieben Monate Verzögerung werden allerdings nicht mehr eingeholt.
Geändertes Verfahren
Zunächst wird im Süden mit dem Abbruch begonnen. Der Asphalt wird abgefräst, die Begrenzungen abgebaut. „Geleichtert“ wird dieser Schritt genannt. Die 35.000 Kubikmeter Schutt werden an Ort und Stelle weiterverarbeitet – zu neuem Baumaterial. Allerdings nicht für die neue Brücke, sondern für andere Bauvorhaben.
Anschließend sollen die Brückenpfeiler abgeknapst werden mit einem Long-Reach-Bagger.
Besondere Aufmerksamkeit
Nur die Brückenteile über der Lenne und der Bahntrasse können nicht mit diesem Verfahren abgebaut werden. Die Teile müssen sauber herausgetrennt und abtransportiert werden.
„Wir können ja keine Teile in die Lenne oder auf die Schienen fallen lassen“, erklärt Michael Neumann. Damit die Bahn allerdings den Zugverkehr unter der Brücke für eine bestimmt Zeit stoppt, um wirkliche jede Gefahr zu bannen, ist ein langwieriger Antrag notwendig gewesen. Die nun den Bauleitern zugesicherte Sperrfrist der Trasse liegt im Juli. Durch die bereits erwähnte neue Methode, ist es den Planern möglich, quasi losgelöst vom aktuellen Abbruchstand diesen Termin einzuhalten. Damit ist eine große Gefahr für weitere Verzögerungen gebannt.
Sechs Monate für den Abriss
Sechs Monate, schätzt Michael Neumann, wird für den Abriss der alten Brücke gebraucht. Die komplette Fertigstellung wird Ende 2019 erwartet – inklusive Querverschiebung der Brücke. „Mich auf einen konkreten Monat festzulegen, wäre unseriös. Es muss nur Probleme mit dem Asphalt geben und schon haben wir wieder Verzögerungen“, sagt Michael Neumann.
Doch bevor der Verkehr wieder problemlos auf der Nord-Süd-Achse unterwegs sein kann, gibt es noch einiges zu tun. Unangenehm wird es ab dem 21. April für einige Anwohner: Dann wird nämlich die Verbandsstraße gesperrt. „Für zirka eine Woche“, sagt Neumann. Auch die Dolomitstraße und der Lenneradweg werden von späteren Sperrungen betroffen sein.
Keine Alternativen
Doch wer jetzt radikalere Methoden wie eine Sprengung fordert, für den hat Neumann die passende Antwort: „Es sieht sicherlich auf den ers­ten Blick komisch und konfus aus, wie die Brücke abgebaut wird, aber alles hat System.“
Zumal bei einer Sprengung auch nicht viel gewonnen wäre, da die Teile, die nun kontrolliert abgebaut werden, dann wild verteilt auf dem Boden liegen würden. „Außerdem passen die Randbedingungen einfach nicht, auch wenn eine Sprengung technisch wahrscheinlich möglich gewesen wäre“, sagt Neumann.
Insgesamt werden sich Autofahrer und Anwohner noch ein wenig gedulden müssen. Doch spätestens 2019 wird diese Brücke stehen – so der Plan.