ABC-Einsatz an der Wetterstraße in Herdecke

Herdecke. Ein ABC-Einsatz (Atomare, biologische und chemische Gefahren) wurde der Freiw. Feuerwehr Herdecke am Freitag um 16:52 Uhr aus einem Industriebetrieb der Wetterstraße gemeldet. Mitarbeiter hatten in einem Bereich mit einem Messgerät erhöhte Werte von Kohlenstoffmonoxid und Wasserstoff festgestellt. Für die Bevölkerung bestand während des Einsatzes zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr.

Die Leitstelle alarmierte die Freiw. Feuerwehr Herdecke mit der Alarmstufe Stadtalarm. Nach vordefiniertem Kreiskonzept wurden gleichzeitig die Feuerwehren Witten, Wetter, Gevelsberg sowie die Führungskomponente ABC mit alarmiert.

Vor Ort wurden die ersten Kräfte der Feuerwehr durch einen Sicherheitsingenieur des Unternehmens fachkundig eingewiesen. In der Produktionshalle für Mikrokorrosionsschutz wurden die Werte im ersten Obergeschoss wahrgenommen. In der Halle befanden sich keine Personen mehr. Ein Trupp unter Atemschutz ging mit verschiedenen Messgeräten in den Bereich zur Erkundung vor. Gleichzeitig wurde vorsorglich im Außenbereich ein dreifacher Löschangriff (Wasser, Schaum CO2) aufgebaut. Wasserstoff kann sich durch eine niedrige Zündenergie schnell entzünden. Daher ist die Feuerwehr hier sehr sorgsam und vorsichtig vorgegangen (Ex-Bereich).

Von außen wurde das Gebäude stromlos geschaltet. Die ersten Messungen der Feuerwehr ergaben kein Kohlenstoffmonoxid mehr aber einen geringen Wert von Wasserstoff. Daraufhin wurden weitere Messungen durchgeführt. Der sehr geringe Wert des Wasserstoffes wurde fachkundig in einer Lagebesprechung erörtert. Der Wert war äußerst gering, so dass er absolut unkritisch und deutlich unterhalb den Schwellenwerten lag. Es bestand somit keine Gefahr. Als Ursache kommt möglicherweise ein Ladevorgang an einem elektrischen Gabelstapler in Betracht.

Insgesamt wurden zwei Einsatzabschnitte gebildet. Im Außenbereich wurde die Einsatzleitung eingerichtet. Die Einsatzleitung wurde durch die Führungskomponente ABC (zwei Kräfte aus Wetter) und durch mehrere Führungsassistenten unterstützt. Hier wurden gemeinsam mit der Leitstelle eingehende Stofferkundungen eingeholt und der Einsatz wurde auf einem Lagebild dargestellt und protokolliert. Für das gesamte Unternehmen liegen der Feuerwehrpläne Lage- und Geschosspläne vor, so dass die Feuerwehr sich hieran gut orientieren konnte. Auch das ABC-Erkundunderfahrzeug der Feuerwehr Gevelsberg war im Einsatz. „Für die Bevölkerung bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr. Die Lage war über den ganzen Einsatzzeitraum konstant in Gewalt“, so der Einsatzleiter.

Kreisbrandmeister Rolf-Erich Rehm erschien vor Ort und informierte sich beim Einsatzleiter über die Lage. Auch Führungskräfte des Unternehmens waren anwesend und standen in gutem Austausch mit der Feuerwehr.

Für die überörtlichen Kräfte bildete der Einsatzleiter zwei Bereitstellungsräume (Sportplatz Am Kalkheck und Kraftwerk an der Wetterstraße), um die Spezialkräfte von dort gezielt einsetzen zu können. Der Grundschutz des Herdecker Stadtgebietes wurde durch den zweiten Löschzug der Feuerwehr und einem Fahrzeug der Feuerwehr Wetter sichergestellt.

Im Einsatz waren zwei Löschzüge der Feuerwehr Herdecke, ein Löschzug der Feuerwehr Witten, Wetter und Gevelsberg. Insgesamt etwa 100 Einsatzkräfte, die bei einer Reallage auch für so ein Ereignis notwendig wären. Die Polizei sowie der Rettungsdienst waren ebenfalls vor Ort.

Die Einsatzstelle wurde dem Unternehmen abschließend übergeben.