Abenteuer Geocaching

Hagen. (EE) Es ist dunkel, matschig und dreckig. Doch führten die Koordinaten genau zu diesem Punkt in eine Hasper Industriebrache. Es scheint der richtige Weg zum Schatz (Cache) zu sein. Ein Cache ist ein versteckter Schatz, und Geocaching ist die Suche danach – die internationale, moderne, digital gewordene Version der Schnitzeljagd.

Grundlage ist, wie könnte es anders sein, das Internet. Doch scheint die Community der Geocacher nicht die unendlichen Weiten des WordWideWeb gegen den Boden der Wirklichkeit einzutauschen. Zwar findet man die Anleitung und Hinweise zur Schatzsuche online, jedoch begibt man sich dann mit seinem GPS-Gerät nach draußen, manchmal an verlassene und angsteinflößende Orte, um den Cache zu finden. Der besteht in den meisten Fällen aus einem “Logbuch“ oder einen Zettel, versteckt in einer Filmdose. Dort kann sich der erfolgreiche “Hunter“ eintragen, Gedanken und Kommentare bezüglich des Caches kann er hinterher online mit der Community teilen. Manchmal wartet auch ein versteckter Gegenstand, welchen es dann eintauschen zu gilt.

Abenteuer, Dunkelheit und Muggelgefahr

Caches gibt es überall und in allen Schwierigkeitsgraden. Sogenannte “Multicaches“ sind sogar über mehrere Stationen versteckt, reizen den Geocacher mit vielen kniffligen Aufgaben und versprechen eine Portion Abenteuergefühl. Die “Lost Places“ befinden sich oftmals weitab von der Zivilisation, etwa auf verlassenen Militärgeländen oder auch in alten Bunkern und bieten somit die einmalige Gelegenheit faszinierende Orte zu erkunden, welche man sonst nie gesehen hätte. Voraussetzung: Man wird nicht vor Beenden der Suche von der Polizei oder Wachpersonal geschnappt und kommt in die unbehagliche Situation, die Vorzüge des Geocachings erklären zu müssen.

Für die besondere Form des Herzrasens sorgen “Nachtcaches“. Diese sind nur bei Dunkelheit durch Orientierung an bestimmten Lichtreflexen oder Geräuschen lösbar. Bei einem Hang zur Nachtaktivität sind diese Caches nur zu empfehlen, so lautet ein Hinweis für einen für den Tag bestimmten Cache: „Bitte sucht nicht im Dunkeln! Das könnte die Anwohner verunsichern und schnell die Grün-Weißen auf den Plan rufen“. Weiterhin ist auch von “extremer Muggelgefahr“ die Rede. Muggel kennt man eigentlich aus den Harry-Potter-Romanen und -Filmen. Es sind ganz normale Menschen. Für den Geschmack der Zauberer und Hexen allerdings zu normal, schließlich ist ein Muggel ohne magische Begabung. Und so können auch die “Geocaching-Unkundigen“ die abenteuerliche Suche nach dem Schatz erschweren und behindern.

Geocaching in Hagen

Der erste Cache wurde am 3. Mai 2000 in den USA versteckt. Mittlerweile warten Caches auf der ganzen Welt darauf, gefunden zu werden. Auch die Volkshochschule nimmt an der digitalen Schnitzeljagd teil, der Cache ist auf geocaching.com unter der Bezeichnung “GC2CQP4“ zu finden. Die Ausrüstung eines Geocachers ist übersichtlich, meistens reicht ein einfaches GPS-Gerät. Manchmal kann allerdings auch ein wasserfestes Outdoor-GPS sowie eine Taschenlampe für die Lösung notwendig sein.

Geocaches gibt es verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Wer nicht auf Muggelgefahr, Verfolgungswahn oder Herzrasen steht, findet ebenfalls etwas ruhigere Abenteuer ausgerichtet für Ausflüge mit Familie und Hund. Happy Hunting!